HOG-Schäßburg / Siebenbürgen

Siebenbürgisch-sächsische Ballade


Einst zogen sie ostwärts, von Mosel und Rhein
Mit Wagen Pferden and Frauen,
Bis tief zum Karpatengürtel hinein
Eine neue Heimat zu bauen.

Sie pflügten die Acker, bestellten das Feld
Und Dörfer und Städte entstanden.
Es blühte der Handel, es floss das Geld
Und die Einigkeit hielt sie in Banden.

Doch der Wohlstand brachte die Feinde herbei
Von fernher die Türken, Mongolen.
Mit Waffen and Feuer, mit wildem Geschrei
Das Geschaffene leicht zu holen.

Doch immer wieder mit neuem Fleiß
Das Leben erstand aus Ruinen.
Ein stolzer Stamm um der Freiheit Preis
Zu kämpfen, doch niemals zu dienen.

Jahrhunderte zogen mit schwerem Schritt
Übers Land, wo ist all dies geblieben?
Was die Vater erworben, die Zeit nahm es mit,
In der Chronik nur steht es geschrieben.

Und als aufs Neue im Weltenbrand
Die Werte standen in Flammen,
Da fielen auch dort im Karpatenland
Der Stolz und die Freiheit zusammen.

Verschleppt nach dem Osten, gefallen in der Schlacht,
Auf der Flucht, von der Heimat vertrieben.
So wurd' es, als wieder heller die Nacht
In die Steine zur Mahnung geschrieben.

Und wieder zieh'n sie mit Frau and Kind.
Nach Westen führt heute der Schritt.
Die Wege der Heimat verwehte der Wind
Und das Heimweh begleitet sie mit.

So schließt nach Jahrhunderten heut' sich der Kreis
Zwischen Sachsenkindern and Ahnen.
So gibt die Geschichte ein Samenkorn preis
In der Welt der verschobenen Bahnen.

Aus "Hermannstädter Zeitung", 16. Juli 2004

 

 

 

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