HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Schäßburger in Kanada Wie gerne möchte ich von jedem Schäßburger
Einstellungen oder Erlebnisse schildern. Leider kann ich das aber nicht
tun Eines aber kann ich versichern, daß sich jedem Schäßburger sein Wunsch erfüllte, als er nach Kanada auswanderte und dieses Land als seine zweite Heimat betrachtete, ja, für einige ist es sogar die dritte Heimat geworden. Freilich war aller Anfang schwer, doch durch Fleiß und Sparsamkeit erreichte man das Ziel, und heute stehen sich alle gut. Erika Angster, geb. Roth, erwähnte in ihrem Schreiben, daß sie Anfang 1950 in Deutschland heiratete und eine Wohnung suchte, aber keine finden konnte. So entschlossen sie sic; nach Kanada auszuwandern. Die ersten Jahre waren ihnen sehr schwer, nicht viel Arbeit und ein kleiner Verdienst. Heute aber sind sie stolz auf all das, was sie sich durch Mühe und Fleil3 erworben haben und geniel3en es mit Freude. Von Ute H. Draksler, geb. Klusch, erhielt ich ein Schreiben, worin sie mir mitteilte, daß sie in ihrer zweiten Heimat "Kanada" sehr glücklich geworden ist. Sie heiratete in Schäßburg ihren Freund aus Kanada. Sie folgte ihm im Jahre 1974 in ihre neue Heimat.+ Auch aus dem Schreiben von Gerhard G. Gross (Miki) konnte ich reststellen, daß er mit seiner Familie "Kanada" die dritte Heimat nennt. So schön und so gut, wie er es hier erleben konnte, hätte er es woanders nicht haben können. Er ist sehr zufrieden. Nun möchte ich auch etwas von mir sagen: Mein Name
ist Melitta J. Schuster, geb. Fritsch (Pippi), Zahntechnikerin. Dieses
schlöne Land Kanada sehe ich auch als meine dritte Heimat an. War
fünf Jahre beim Arbeitsdienst in Rußland, kehrte gesund zu
den Eltern zurück. Im September 1958 verließ ich meine Heimat
und mein Elternhaus, mein Ziel war Deutschland. Bei meinem Onkel in Bremen
wurde ich gut aufgenommen und bekam auch sofort Arbeit. Ende November 1960 kam ich mit meinem Mann als junge Frau in meine neue Heimat. Hier stellte ich fest, daß mein Mann ein Sachse durch und durch war, was mir sehr gefallen hatte. Er hielt stark an den Sitten und Gebräuchen unseres Volkes fest. Im Windsor-Sachsenklub war er sehr aktiv und so auch in der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Kanada, die in Kitchener den Hauptsitz hat. Er gehörte zum Vorstand, vertratdie Organisation und Kartei. Am Heimattag in Kitchener im Jahre 1973 erhielt er für seine Arbeit die wohlverdiente goldene Nadel mit den sieben Burgen darauf, gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten des Sachsenklubs. Am 17. Juni 1981 erlebte ich mit meinem Sohn Dieter etwas sehr Grausames: Mein lieber Mann, der gute Vati, starb an einer gefehlten Operation, es folgten für uns beide schwere dunkle Tage. Die Erinnerung an meinen lieben Mann und seine Arbeit brachten mich auf den Gedanken, diese weiter zu führen. Ich hatte Erfolg und die Kraft, es zu tun. Zwei schöne Schaufenster richtete ich mit sächsischen Stickereien, Tonkrügen und Tellern ein, mein Eigentum, doch die Mitglieder hatten ihre Freude daran. Im Jahre 1985 wurde ich in lien Vorstand der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen gewälhlt und bekam meines Mannes Amt, das ich bis auf den heutigen Tag wahrnehme. An unserem ersten Heimattag in Windsor 1989 wurde meine Arbeit in der Landsmannschaft und im Sachsenklub auch anerkannt, indem ich die goldene Nadel mit den sieben Burgen von Frau Käthe Paulini, Bundesvorsitzende, und Herrn Dr. Fritz Frank, Österreich, erhielt. Ich hoffe, daß ich gesund bleibe, um meine Arbeit getreu weiter zu vollbringen. Im Juni 1995 werden wir in Windsor unseren zweiten Heimattag abhalten! Melitta Schuster
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