HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Gedenktafel in der Klosterkirche Wir sind davon überzeugt, daß es eine Frage der Kultur eines Volkes ist, wie die Lebenden mit dem Gedenken an ihre Toten von Krieg und Gewalt umgehen. Unfaßbar ist das Leid der betroffenen Familien, Ihnen schulden wir die Erinnerung und das Gedenken an die Soldaten, die in den Weltkriegen starben, den Menschen, die durch Kriegshandlungen danach als Vertriebene oder Deportierte ihr Leben verloren.
Überall in der Welt mahnen Gedenkstätten an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, sie vermitteln Denkanstöße und fördern die Einsicht, daß allein Gerechtigkeit und das Streben nach Versöhnung und Verständigung die Probleme unter den Menschen und Völkern zu lösen vermögen. Von diesen Gedanken beseelt, entschloß sich vor einigen Jahren das Presbyterium, der nun klein gewordenen evangelischen Kirchengemeinde von Schäßburg, unseren toten Soldaten des Zweiten Weltkriegs und den in der Deportation in Rußland verstorbenen Schäßburgem in der Klosterkirche, neben den Gefallenen des Ersten Weltkriegs, eine Gedenktafel anzubringen. Daß dieses erst nach 50 Jahren des Kriegsendes und der Verschleppungsaktion möglich ist, liegt an den Umständen der Zeit, der totalitären Herrschaft, die wir alle erlebt haben und beurteilen können. Wenn es unter strenger Geheimhaltung und großer Gefahr unseren Stadtpfarrern in dieser langen Zeit gelungen ist, ein von Dr. Wilhelm Wagner und Edith Hayn 1956 erstelltes Ehrenbuch der Bußlandfahrer" mit genauen Daten über Deportierte, Heimkehrer und verstorbene Schäßburger als Dokument zu erhalten, so fehlten uns die Daten der Gefallenen und Vermißten der Kriegsjahre 1939 bis 1945. Um auch diese nach Möglichkeit alle zu erfassen, wurde
aufgrund einer handschriftlich 98 Namen umfassenden Liste recherchiert.
Nach dreijähriger Arbeit, unter Mithilfe vieler Landsleute und den
Auskunftsstellen der ehemaligen Wehrmacht und Waffen-SS ist es uns gelungen,
eine fast vollständige Natnensliste der gefallenen und vermißten
Schäßburger des Zweiten Weltkriegs zu erstellen. Es stehen
uns heute für 228 Namen die Personalien, wie Geburtsdatum, Beruf,
militärischer Rang, militärische Einheit, Ort und Datum des
Todes, Beerdigungsort, Eltern, und die Quelle der Daten Wir beabsichtigen, anhand dieser Daten und der Ereignisse der Kriegsjahre in Schäßburg ebenfalls ein Ehrenbuch zu erstellen, das beim nächsten Schäßburger Treffen, 1997, vorliegen wird. Für die Gedenktafel in der Klosterkirche sind unsere Landsleute in Schäßburg aktiv. Bildhauer Wilhelm Fabini schuf den Entwurf (Marmortafel, Spitzbogen mit Ornament und in gotischer Schrift eingemeißelten 228 Namen Gefallener und 55 Namen in der Deportation Verstorbener - siehe Skizze) und die Plastiken. Steinmetz Helmut Polder wird die Arbeit durchführen. Kostenpunkt: ca. 6.000.000 Lei = 5500 DM. Fertigstellung: voraussichtlich 20. August 1995 zum Treffen in Schäßburg mit feierlicher Einweihung. Wir sind überzeugt, es gibt keinen Schäßburger, der nicht einen Verwandten, einen Freund oder Bekannten unter den zu ehrenden Toten hat, der trotz aller Bedenken über Ort, Zeit und Umstand mit einer Spende dieses unser aller Anliegen unterstützt. Wir bitten, die Spende auf das HOG-Konto 56771002, Volksbank Fleim, BLZ 62062643 mit Stichwort Gedenktafel Klosterkirche" zu überweisen. Danke. Der HOG-Vorstand
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