HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Rückschau auf 17 Maturaklassentreffen - Jahrgang 1940 - des Bischof-Teutsch GymnasiumsDie Erinnerung an unser ehrfurchtgebietendes, unvergeßliches und bewundernswert schönes Städtchen Schäßburg und die imnerwährende Freundschaft, von unserer beglückenden Jugendzeit angefangen, die Einheit im Geiste, wie sie an der ehrwürdigen Bergschule gelehrt wurde, die uns kennzeichnete und verband, führte nach dem furchtbaren Kriegsende mit dem Verlust der Heimat -in den vergangenen 54 Jahren zu vielen Klassentreffen an verschiedenen Orten, Was müssen das für wunderbare menschliche Beziehungen gewesen sein, die schon ein ganzes Leben währen. Wir besinnen uns auf die Kräfte, die uns außer der Erziehung
und Betreuung im Elternhaus prägten: Unser Städtchen mit seinen
Traditionen und Leitbildern, das Bischof Teutsch-Gymnasium (BTG) mit Schülergemeinschaft,
dem Chlamydaten-Coetus mit seinen erzieherischen, musischen, sportlichen
und gesellschaftlichen Aktivitäten. So tragen wir noch immer in unseren
Herzen als unverlierbaren Schatz die Erinnerung an jene längst vergangene
schöne Zeit vor über 54 Jahren, auch mit unseren Kränzchenfreundinnen,
die zum unvergeßlich Schönsten unseres Lebens gehört.
Dennoch: Pfingsten 1952 kam das erste Treffen zustande. Vorher waren alle Freunde noch weit verstreut, mußten sehen, wie sie ihr Studium beenden und für den Lebensunterhalt, fürWohnung, Familie und Existenzgründung sorgen und die Angehörigen suchen konnten. Durch das Rote Kreuz, die Landsmannschaft und neu eingetroffene Landsleute erfuhren wir weitere Anschriften. So konnte eineinhalb Jahre nach der Kriegsgefangenschaft Kurt Weber zu einem Chlamydatentreffen im kleinen Kreis von 17 Teilnehmern nach Stuttgart einladen. Von den Klassenfreunden des Jahrgangs 1940 waren erst sechs dabei, einige mit ihren Ehefrauen, auch Kränzchenfreundinnen und Musikprofessor Theil (Domi) waren da. Die Wiedersehensfreude nach all den Schicksalsschlägen durch den Zusammenbruch war unbeschreiblich. Für alle war dieses Treffen eine seelische Stärkung, denn jeder wußte "Dies und Das" von zu Hause oder anderen Freunden und Angehörigen zu berichten. Inzwischen fanden auch die Dinkelsbühler Heimattreffen jährlich statt, wo wir dann auch Coetus-Freunde der anderen Jahrgänge trafen. Es waren mit Glück und Freude erfüllte Erinnerungstreffen! Pfingsten 1960 nutzend, lud Rolf Machat zum 20jährigen Maturatreffen ins nahegelegene Gundelfingen ein. Noch waren nur sieben Klassenfreunde, einige allerdings schon mit Frau und Kindern, dabei. Auch ein paar Gäste und frühere Coetus-Freunde kamen hinzu. Wir hatten uns viel zu erzählen: über die noch fehlenden Freunde, über die Probleme, die der einzelne bei der Wohnungssuche und Existenzgründung hatte Es gab gute Ratschläge, Hilfe, Trost und Zuversicht für unseren weiteren Integrationsprozeß in die neue Heimat. Im Laufe der Jahre lebten schon mehr Klassenfreunde und einige Professoren in Deutschland und Österreich. So kam es fortan, auch mit Initiative von Hans Roth (Flotow), zu regelmäßigen großen Maturaklassentreffen mit Ehefrauen bis zu 29 Personen. Das 25jährige Treffen hatten wir in Stuttgart, das wiederum Kurt Weber organisierte. Unser hochverehrter Direktor Dr. Julius Hollitzer und Prof. Dr. Hans Markus waren mit ihren Gattinnen auch dabei. Da wir alle im Berufsleben standen und mit Anreise drei Tage zusammen sein wollten, boten sich die Pfingstfeiertage an. In der Frühjahrsstimmung wurden unsere Begegnungen mit den reichen Erinnerungsgesprächen über unsere Jugendzeit auch zu beglückenden Wiedersehensfreuden. Beim Eintreffen derTeilnehmer gab es immer eine fröhlich-lautstarke Begrüßung und zum Kaffee und Kuchen viele Erinnerungsgespräche. Vor dem Abendessen schilderte jeder Klassenfreund kurz seinen Werdegang ab 1940. Wir konnten erfreut feststeIlen, daß alle, trotz harter Bedingungen und ohne Bafög, studiert und es beruflich bereits weit gebracht hatten. Die feierliche Begrüßung vor dem festlichen Abendessen hielt der veranstaltende Freund (Kurt Weber). Einen Höhepunkt bereitete uns jedoch erstmals dabei auch Direktor Hollitzer, der nach dem festlichen Abendessen eine ergreifende Wiedersehens und Begrüßungsrede hielt. Zunächst drückte er bewegt seine Freude darüber aus, einen so großen Kreis seiner ehemaligen Oktavaner nach all den schweren Ereignissen gesund wiederzusehen. Den im Krieg Gebliebenen und Vcrstorbenen galt sein stilles Gedenken, die wir mit einer Schweigeminute stehend ehrten. Dann fuhr er fort: "Der Jahrgang 1940 bedeutete für uns Lehrer einen Höhepunkt des BTG. Dies war eine: Klasse, in der die Hälfte Vorzugsschüler waren. Aber auch andere, und das ist unsere Freude, haben dann, ins Leben hineingestellt, es zu etwas bringen können. Und wenn ich heute von Ihnen noch hörte, von Ihren Leistungen, von Ihrer Arbeit, Ihrer Gründlichkeit, dann ist das eine Bestätigung: Sie haben unsere Erwartungen nicht enttäuscht. Das muß einmal gesagt werden. Es ist unsere Arbeit an Ihnen hier sehr gerühmt worden. Kurt Weber hat das bereits unterstrichen. Wir haben unsere Arbeit nur eine Fortsetzung der Tradition in der Schule, als Überlieferung geleistet." In einer geschichtlichen Betrachtung über das BTG sagte Direkor
Hollitzer u. a., daß der gute Ruf des Gymnasiums schon vor über
100 Jahren begann, als begeisterte Lehrer, die in Deutschand studiert
hatten, die alte Schule neu organisierten. Es waren darunter G. D. Teutsch,
Friedrich Müller, Josef Haltrich u. a. Sie wußten gcnau, dicser
kleine deutsche Stamm, die Siebenbürger Sachsen, sind in einer äußerst
bedrohlichen Lage, sie können sch nur durch die geistige Verbindung
mit dem Mutterland haIen. . . und schricben die Geschichte der Siebenbürger
Sachsen. Dic Erzichung im vökischcn Geist, nicht nationalistisch,
mit dem Verständnis auch für andere Völker, das wollten
auch sie uns, als unsere Professoren, vorleben. Jedes der viclen Treffen war fortan mit Programmen und Inhalten versehen. Sie waren Wunsch unserer Verbundenheit und gekennzeichnct durch Festigung der immerwährenden Freundchaft. Erst alle zehn, dann fünf, drei, zwei und seit fünf Jahren jährlich gab es cin Wicdersehenstreffcn. Das wurde möglich, weil sich immer Frcunde bereitfanden, diese vorbildlich geworencn, gut organisierten Begcgnungen jeweils an einem anderen Ort vorzubereiten. Der Ablauf war dreigeteilt:
Die Inhalte unserer Treffen wurden im Laufe der vielen Begegnungen immer
anspruchsvoller. Die Orte reichten von zweimal Suttgart, Gundelfingen,
Langargen/Bodensee, Insel Mainau, Meersburg, Würzburg, Feldafing,
Starbgsen, Dürnstein i. d. r Wachau/Österreich, dann Hamburg,
Heilbronn, Odenwald, München, Weimar-Ert.urt, Schwarzwald-Titisee
bis Spanien -Costa Blanka und Rundfahrt nach Sevilla, Cordoba und Granada. Karl Frank
Letztes Update: 2004-05-01 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de / http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg |