HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Ansprache von Dr. med. Cåpåtinå OvidiuSehr geehrte Damen und Herren, liebe Zunächst möchte ich dem Bergschulverein und ganz besonders
Herrn Czernetzky für die Einladung zu dieser Veranstaltng danken.
Gleichzeitig möchte ich Ihnen allen meinen Dank für die Geduld
und das Wohlwollen, das Sie mir entgegenbringen, aussprechen. Viele von Ihnen hegen eine gewisse Abneigung der alten Heimat Ihrer Väter
gegenüber, aufgrund der Ihnen widerfahrenen Ungerechtigkeiten, Demütigungen
und des Leids, das Ihnen durch ein barbarisches Regime zugefügt worden
ist. Ich habe nun das Alter erreicht, in dem Erinnerungen manchmal wichtiger
sind als die Wirklichkeit. Welch wunderbare Erinnerungen verbinden mich
mit vielen von den hier Anwesenden, und welch tiefes Bedauern kommt aufbei
der Erinnerung an diejenigen, die nicht mehr unter uns weilen. Es ist mit Sicherheit erwiesen, daß die Anwesenheit der Sachsen in Siebenbürgen für die rumänische Bevölkerung auf kultureller und wirtschaftlicher Ebene einen großen Vorteil mit sich gebracht hat. Davon zeugen die Auslegung d cr Siedlungen in Siebenbürgen, die überlegene Verwaltung,die Intensive Bewirtschaftung sowie die geistige und zivilisatorische Entwicklung. Wer von denen, die den Zweiten Weltkrieg in Schäßburg erlebt haben, erinnert sich nicht an die zahlreichen deutsch-rumänischsprachigen Schulen, an die Lagerfeuer, die am Ende jeden Schuljahres auf der Villa Franka kundtaten, daß alle Schulabgänger des Bischof Teutsch-Gymnasiums ihre Abiturprüfung bestanden hatten, an die Blasmusikkapelle unter der Leitung von Buzi Baltes, an das Symphonieorchester unter Professor Paul Schuller. Wer könnte die Konditoreien Martini und Habermann, die Kaufhäuser Misselbacher, Hessheimer und Petrovits, die Lingner-Mühle, die Bäckereien Hubatsch, Zielinski und Zultner oder die Erzeugnisse der Löw-, Adleff-, West und Zimmermann-Fabriken vergessen. Und wer könnte die Maifeste auf der Breite, den berühmten Herbstjahrmarkt inmitten der Stadt, die Handball-, Eishockey und Fußballmannschaften, innerhalb derer unzertrennliche und tiefe Freundschaften zwischen Rumänen, Sachsen und Ungarn entstanden, vergessen! Es ist schwierig, all die wunderbaren Ereignisse vergangener Zeiten hier
und jetzt zu erwähen, die leider fast nicht mehr stattfinden. Ich bin der festen Überzeugung, daß, solange die B urg und
der Bergfriedhof bestehen, auch die deutsche Kultur und Tradition Bestand
haben müssen, auch wenn die Anzahl der sächsischen Einwohner
immer mehr abnimmt. Meines Erachtens ist aus diesem Grund die Rolle der
Bergschule für die Zukunft von allerhöchster Bedeutung. Sie
muß wieder das werden, was sie einmal war: eine elitäre, maßgebende
Schule. Beseelt von diesen Idealen lassen Sie uns zu den altbewährten Gefühlen von Freundschaft und gegenseitigem Respekt zurückfinden, um Schäden, die nicht wiedergutzumachen sind, abzuwenden!
Letztes Update: 2004-05-12 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de / http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg |