HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Ansprache von Roland ZebliMeine Damen und Herren, verehrte Gäste, Als jüngerer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden der IOG Schäßburg möchte ich gegen Ende des SchäßburgerTref :ns in Heilbronn (da nicht voraussehbar, auch nicht im Proramm vorgesehen) zu einigen Fragen von Herrn Ciipiitinii, izebürgermeister der Stadt Schäf3burg und Vorsitzender des Bergschulvereins" in Schäßburg, Stellung nehmen, da sie lich in ihrer Offenheit sehr bewegt haben, weil sie nicht nur lsere Vergangenheit, sondern sowohl den Umgang mit der egenwart als auch unser Wirken in der Zukunft tangieren.
Die Schlüsselfrage von Herrn Dr. Ciipiitinii war: "Können wir s gutc Christen vergeben, auch wenn wir nicht vergessen kön~n'?" Dazu möchte ich sagen, daf3 die Enteignung und die ationalitätenpolitik des kommunistischen Regimes in Rumäen nach 1945 sicher und unbestritten zum (beinahe) Exodus :r deutschen Minderheit in Rumänien geführt haben. Ich möchte aber die Frage stellen: Hat das rumänische Volk
cht auch das Recht auf Differenzierung in der Beurteilung )n Volk und
Regime? Ich meine, jedes Volk, das unter einer iktatur leben muf3, hat
dieses Recht, und das können wir als eutsche besonders gut verstehen,
letztlich ist unser Unrechtsnpfinden auf dem gleichen Recht begründet.
Das heißt nicht e Rumänen haben uns enteignet, sondern das
kommunistihe Regime, wie es überall zu der Zeit in Osteuropa (Polen,Ungaren,
CSSR, DDR u.a) Enteignungen gegeben hat. Liebe Freunde! Wir "Schäßburger" hier in Deutschland haben aus
der sicheren Distanz kein Recht, Ihnen unbrauchbare Ratschläge zu
erteilen. Sie leben dort und müssen den Alltag bewältigen. Wir
können von hier aus vielleicht versuchen, die richtigen Zeichen zu
setzen und zu helfen, wo es die Grenzen unserer Möglichkeiten nicht
überschreitet. Wo wir helfen können, wollen wir gerne helfen.
Herr Dr. Cåpåtinå hat in bemerkenswerter Offenheit bekannt,
daß die Schäßburger Rumänen durch unsere Auswanderung
auch ein Stück ihrer eigenen Identität verloren haben. Wir haben
unsere Heimat verlassen und eine neue (alte) Heimat, die unserer Vorfahren
sowie die Heimat unserer Kinder, gefunden. Diese Fakten sind irreversibel,
lassen Sie uns aber versuchen, uns die Geschichte dieser großartigen
Symbiose nicht gegenseitig streitig zu machen, eine Geschichte, die auf
Toleranz und Glaubensfreiheit begründet war, zu einer Zeit, da in
Europa die Religionskriege wüteten und bezeichnenderweise nur durch
den Nationalismus des 20. Jahrhunderts und dessen Folgen zerstört
werden konnten. Lassen Sie uns diese gemeinsame Geschichte in Wahrhaftigkeit,
Ehrlichkeit und gegenseitiger Achtung der Nachwelt erhalten. Sie ist Teil
jener europäischen Kultur und Völkergeschichte, die dem Zeitgeist
geopfert werden mußte, die aber als Mahnung an die Vernunft nichts
von ihrer brisanten Aktualität eingebüßt hat.
Letztes Update: 2004-05-21 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de / http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg |