HOG-Schäßburg / Siebenbürgen



Dieter Schlesak

Bergkirche im Dunkeln

Kein Mensch mehr hier, die Steine sind allein.
Kein Sturm läßt jetzt das Fieber ein,
die Pest die Schwarze Pest das Herz,
hier knarrt die Trauer.
Wenn unter Heiligen im Dunkeln,
das Uhrgefäß der Engel, unser Denken schlägt,
dem Nichts entgegengeht.
Die Toten schlafen lang im Raum,
die Gruft war älter schon, der Totenkopf
im Fenster sinnt jahrhundertkalt,
als wäre ein wenig Nie
vergangen.

Die Silben Tränen waschen noch,
es rührt sich hier im Satz,
was nicht mehr ist.
Zum Sterben traurig ist
Verlassenheit.
Nur diese Turmuhr läßt sich gehn.

SO WEISS ein Blitz, der Kindertag, Tikkun,
mein Blut und Baum, in mich getaucht;
wo wär die Ader, die vielleicht noch
aufersteht, in mir gedacht.
Wer ists, Erinnerung:
die Taube blieb
zu Hause auf dem Dach.

 

 

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Letztes Update: 2004-07-16 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg