HOG-Schäßburg / Siebenbürgen

Das Alberthaus

In meinem bisher 66 Jahre währenden Leben bin ich nur drei Jahre lang in Schäßburg gewesen. Doch haben diese drei Jahre mich so geprägt, dass ich mich heute noch als halber Schäßburger fühle und in Gedanken immer wieder auf diese Jahre zurückkomme. Es waren sicher mit die schwersten Jahre in meinem Leben, und doch ist alles Schwere inzwischen verklärt, und heute erinnere ich mich noch gerne an diese Zeit zurück.


Das Alberthaus im Gefüge der Burg.


Aus diesem Grund habe ich auch alle neueren Publikationen über Schäßburg verfolgt und musste immer wieder bemerken, dass das Alberthaus, das Knabeninternat der Bergschule, in allen diesen Publikationen viel zu kurz gekommen ist. Als Bewohner dieser Institution möchte ich versuchen, diesem Mangel Abhilfe zu leisten und nach mehr als fünfzig Jahren das zu erzählen, was mir heute noch im Gedächtnis geblieben ist.

Im Jahre 1941 kam ich als Primaner nach Schäßburg ins Alberthaus. Ich kam aus Marienburg bei Kronstadt und hätte eigentlich ins Kronstädter Gymnasium gehen sollen. Die Erkundigungen, die meine Eltern über das Kronstädter Internat erhalten haben, müssen so schlecht gewesen sein, dass sie es vorzogen, einen elfjährigen Jungen über hundert Kilometer weit nach Schäßburg in die Schule zu schicken.

So kam ich also in das Alberthaus und möchte hier und heute nicht über mein Heimweh, nicht über meine persönlichen Gefühle berichten, sondern möchte versuchen, das Alberthaus als Institution, so wie ich es damals empfunden habe, vorzustellen.

Das, was nach außen hin Alberthaus hieß, war ein Komplex von sechs Gebäuden mit folgenden Namen: Hauptgebäude, Neubau, Wartburg, Kiste, Konsistorium und Krankenzimmer. Im Hauptgebäude waren im Untergeschoß die Küche, der Speisesaal sowie die Wohnung des Hausmeisters, Herrn Stolz, untergebracht. Ebenerdig war die Wohnung des Internatleiters, Herr Professor Hans Theil, und neben vielen anderen Zimmern auch das berüchtige Zimmer Nr. 38, wo fast alle Primaner des Jahrganges 1941/42 untergebracht waren.

In der zweiten Etage waren ebenso viele Zimmer, dabei auch das Lernzimmer der Tertia, wo wir im Winter die Morgenandacht hielten.
Im Neubau war die Wohnung des stellvertretenden Internatleiters, Herrn Professor Viktor Meltzer, und in zwei Etagen die Zimmer der größeren Klasse. Im Schuljahr 1941/42 war dieses die Sekundass.
In der Wartburg waren die Einzelzimmer der Oktavaner und das Büro des Internatleiters untergebracht.
In der Kiste war im Parterre das Lernzimmer der Prima und ein Zweibettzimmer für zwei Septimaner und in der ersten Etage mehrere Zimmer für Quartaner eingerichtet. Im Konsistorium waren die Wohnung des zweiten Hausmeisters, Herrn Schwarz, und die Zimmer der Tertianer.

Das als Krankenzimmer benannte Haus bestand aus drei Zimmern, ein Warte- und Behandlungszimmer und rechts und links davon zwei Krankenzimmer. Absolute Autorität in diesem Haus hatte Frau Gierling, unsere Krankenschwester.

Die Belegung der einzelnen Häuser und Zimmer änderte sich von Jahr zu Jahr, doch ist mir die Belegung des Jahrganges 1941/42 besonders gut im Gedächtnis geblieben, dassdieses die erste war, die ich vorfand.
Die Benennung der einzelnen Klassen war anders als hier in Deutschland. Für diejenigen Leser dieser Erinnerungen, die nicht aus Siebenbürgen stammen, hier eine kleine, aber notwendige Erklärung: Die Gymnasien in Siebenbürgen hatten zwei Stufen, ein Untergymnasium von vier Klassen, der Prima, der Sekundass, der Tertia und der Quarta. Das Obergymnasium, welches nur nach einer Aufnahmeprüfung, dem kleinen Abitur, besucht werden konnte, hatte auch vier Klassen, die Quinta, die Sexta, die Septima und die Oktava. Im Anschluß an die Oktava erfolgte das Abitur, welches in Siebenbürgen "Bakkalaureat" hieß.

Das Mobiliar des Internates war spartanisch, aber zweckentsprechend. Schon in den schriftlichen Einzugsbestimmungen, die jeder Schüler vor dem Einzug in das Internat erhielt, wurden fünf Anhängeschlösser gefordert und diese wurden auch gebraucht. In den Zimmern stand neben jedem Bett ein Stuhl und irgendwo im Raum ein Spiegelschränkchen (Toilettenschränkchen) mit so vielen Schubladen, wie Betten im Zimmer standen - Vorhängeschloß Nr. 1. Die Kleiderschränke standen in den Korridoren - Vorhängeschloß Nr. 2. Unter den Kleiderschränken war ein separates Fach für Schuhe und Schuhputzzeug - Vorhängeschloß Nr. 3. In den Lernzimmern standen große Tische mit Schubladen für jeden Schüler - Vorhängeschloß Nr. 4. Im Speisesaal war eine ganze Wand mit kleinen Schubladen für eigene Lebensmittel, die nur dort aufbewahrt werden durften - Vorhängeschloß Nr. 5.

Die Hausordnung im Alberthaus war recht streng, aber sinnvoll. Weckzeit war, je nach Jahreszeit, im


Das Alberthaus erbaut 1898
Foto: Walter Lingner

Sommer um 5.45 Uhr, Zeit genug für einen Morgenlauf mit einer genauen Route für jede Klasse. Im Winter, wenn der Morgensport wegfiel, erst um 6.00 Uhr. Eine Viertelstunde vor der Weckzeit erschien der Hausmeister reihum in den Zimmern der Primaner und Sekundaner und weckte jeweils fünf Mann, die sich schnell anziehen mussten. Um Punkt 6.00 Uhr ertönte eine große Glocke im Hauptgebäude und dann mussten die fünf Mann in die einzelnen Häuser laufen, die Türen zu den Zimmern öffnen und laut rufen: "Es hat geläutet!" Das klingt zwar sehr einfach, doch waren erhebliche Gefahren damit verbunden. Die einzelnen Schüler der unteren Klassen waren schon lange wach, fast jeder hatte einen Schuh in der Hand und wenn sich die Tür öffnete gab es einen richtigen Schuhhagel auf den Störenfried. Ganz anders verlief der Weckdienst in den höheren Klassen, insbesondere in der Wartburg. Dort musste ganz vorsichtig an die Türe geklopft werden und dann behutsam "es hat geläutet" gesagt werden. Sollte sich dann noch kein Lebenszeichen zeigen, musste der Schläfer an der Schulter gefaßt und behutsam geweckt werden.

Um 6.00 Uhr war in den Waschräumen reges Treiben, denn bis 6.30 Uhr musste gewaschen, angezogen und das Bett gemacht werden. Um 6.30 Uhr gab es Visite und anschließend Morgenappell.
Morgenappell war im Sommer auf dem Internatshof, wo sich die Klassen im Quadrat aufstellten und der Internatsleiter den Appell mit einem zeitgetreuen Spruch eröffnete. Es folgten Ankündigungen, die Tagesneuigkeiten und jedesmal auch ein aktueller Wehrmachtsbericht. Anschließend wurde in strenger Reihenfolge der Klassenhöhe in den Speiseraum marschiert. Im Winter wurde der Morgenappell in dem Lernzimmer der Tertia im Hauptgebäude abgehalten. Unterschied zum Sommer war nur, dass hier eine große Landkarte von Europa hing auf welcher mit kleinen Fähnchen täglich der aktuelle Frontstand in Rußland markiert wurde.

Doch nun zurück zum Tagesablauf im Internat. Nach dem Frühstück blieb nur wenig Zeit die Büchermappe aus dem Lernzimmer zu holen und über die Schülertreppe im Eilschritt zur Schule zu eilen. Um 8.00 Uhr begann der Unterricht. Jeden Montagmorgen versammelte sich die ganze Schülerschar in der Aula des Gymnasiums zu einer Morgenandacht. Dann gab es fast täglich fünf Unterrichtsstunden mit jeweiligen Pausen von zehn Minuten. In den Pausen konnte man sich bei dem Schuldiener, Herrn Wolff, entweder belegte Brötchen oder einfach Graubrotstücke kaufen. Ganz groß irr} Kurs waren dabei die Endstücke.

Um 1.00 Uhr ging es im Sauseschritt und knurrendem Magen die Schülertreppe hinunter ins Internat. Die Mappe wurde ins Lernzimmer gebracht und kurz darauf ertönte die große Glocke und rief zum Mittagessen. Der Einzug in den Speisesaal war diesmal nicht ganz wie am Morgen. Es gingen zwar zuerst die Obergymnasiasten, dann aber folgte die Prima, die Sekundass, die Tertia und zuletzt die Quarta. Jeder stellte sich vor seinen Platz. Der Speisesaal bestand aus zwei Räumen, dem Hauptsaal mit elf Tischen und dem Separee mit vier Tischen. Außer den Tischen Nr. 9 und 10, die für jeweils zehn Personen Platz boten, waren alle Tische für acht Personen ausgelegt. Die Besetzung der Tische war so, dass an jedem Tisch oben ein Oktavaner oder Septimaner saß und dann folgten der Reihe abwärts nach die Klassen bis hinunter zum Primaner. Es gab einen gut organisierten Küchendienst, den jeweils die Primaner und Sekundaner im Wochenturnus versorgten. Diese bekamen jeder eine große weiße Schürze mit der Nummer ihres Tisches. Sie mussten vor Beginn der Mahlzeiten im Speisesaal erscheinen, die Tische mit Wassergläsern und gefüllten Wasserkannen versorgen und sich dann in der Reihenfolge der Tische vor dem Kücheneingang aufstellen.

Am Tisch Nr. 9 saß der Internatspräfekt und am Tisch Nr. 10 der Internatsleiter mit seiner Familie.
Der Präfekt sprach ein kurzes, aber sehr zeitgetreues Tischgebet. Zum Beispiel, wenn es "Palukes" gab: "Wo Mensch und Tier Palukes würgen, ist unsere Heimat Siebenbürgen. Alle Mann ran!" Dann wurde niedergesessen und der Küchendienst brachte die Suppe (den ersten Gang). Natürlich bekam der Oktavaner als erster und der Primaner als letzter die Suppe. Wenn die Suppenschüssel leer war, holte der Küchendienst Nachschlag und der wurde nicht mehr in der Reihenfolge der Klassenhöhe serviert, sondern wer fertig war durfte sich bedienen. Es bedurfte einer gewissen Schnelligkeit, um als Primaner vor einem Schüler der höheren Klassen mit dem ersten Teller fertig zu sein, um so beim Nachschlag heiße Suppe zu bekommen. Hier habe ich mir angewöhnt schnell zu essen, ein Laster, dass ich bis heute noch nicht abgelegt habe. Der Küchendienst hatte sich inzwischen schon wieder aufgestellt und brachte nun den zweiten Gang. Es gab jeweils soviele Fleischstücke, als Personen am Tisch saßen und bei aller Sorgfalt der Köchin konnten diese nicht immer gleich groß sein. Nun, wer immer das kleinste Stück bekam, muß ich hier wohl kaum noch erklären. Soße und Kartoffeln oder Zuspeise gab es aber auch im Nachschlag. Man konnte gut satt werden. Ob es noch ein Schlußgebet des Präfekten gab, kann ich mich heute nicht mehr erinnern, wahrscheinlich wurden nur einige wichtige Ansagen gemacht, Fundartikel gezeigt oder Verluste gemeldet. Fast täglich waren verlorene Schlüsselbunde dabei. Nach Abzug der Schüler wurden die Tische Nr. 1 und 2 neu gedeckt und der Küchendienst bekam sein wohlverdientes Essen.
Nach dem Mittagessen war Freizeit bis um 17.00 Uhr. In dieser Zeit konnte man in die Stadt gehen, konnte einkaufen oder einfach spazieren gehen. Man konnte aber auch im Internat bleiben, basteln, zeichnen, sich je nach Veranlagung beschäftigen.

Nach dem Mittagessen konnte man bei seinem Assistenten (so hießen die Betreuer der einzelnen Klassen) Geld abheben. Dazu musste ein Zettel geschrieben werden mit dem Titel "Bitte Geld" und dann schön säuberlich angeben für was und wieviel und zum Schluß die Endsumme. Es konnte vorkommen, dass der Assistent dann später kontrollierte, ob die angegebenen Sachen auch wirklich gekauft wurden.
Um 17.00 Uhr begann die Lernstunde. Jetzt musste jeder an seinem Platz im Lernzimmer sitzen. Auf einer großen Tafel waren


Der Küchendienst ca. 1936
Archivfoto


die Aufgaben angeschrieben und jeder musste fleißig an diesen Aufgaben arbeiten. Der Assistent saß an seinem Tisch und konnte von dort die ganze Klasse übersehen. Um 18.00 Uhr gab es eine PP (Pinkelpause) und um 19.00 Uhr wurden die Aufgaben abgefragt. Glücklich der, welcher alles gut konnte. Andernfalls musste nach dem Abendessen noch eine Stunde nachgesessen werden.

Um 19.30 Uhr gab es Abendessen unter demselben Zeremoniell wie zu Mittag, und nachher noch eine Stunde Freizeit bis um 21.00 Uhr für die Klassen des Untergymnasiums und 21.30 Uhr für die Klassen des Obergymnasiums. Zu dieser Zeit musste alles im Bett liegen und auf die Abendvisite warten. Bei der Abendvisite wurde kontrolliert, ob die Kleider schön gefaltet auf dem Stuhl lagen, ob die Schuhe geputzt unter dem Stuhl lagen und ob bei den Schuhen auch der Steg zwischen Sohle und Absatz schön geputzt und eingecremt war. Es war dieses eine Marotte des Internatsleiters, deren Wichtigkeit uns immer wieder erklärt wurde.

Um 21.00 Uhr war offiziell Nachtruhe, für uns aber noch lange nicht. Jetzt begann allerhand Unfug wie z. B. das "Zupfen". Opfer waren immer diejenigen, die schon eingeschlafen waren. Ihnen wurde an die große Zeh eine Schnur gebunden und diese zu einem entfernteren Bett geleitet und von dort langsam und intensiv daran gezogen. Die Wehlaute und häufigen Mamarufe der Opfer erheiterten den ganzen Schlafsaal. Man freute sich darüber, obwohl man wusste, dass man morgen schon selbst ein Opfer sein konnte.

Ganz selten kam der Heimleiter auch noch zu einer Abendvisite. Dabei gab es ein lustiges Erlebnis, das ich hier noch erzählen möchte. Es war schon spät nach 21.00 Uhr, an Schlaf dachten wir noch gar nicht. Die Schüler Waadt und Veres hatten ihre Betten nebeneinander. Waadt hatte den kleinen Veres in die Schwitz genommen, und, indem er laut rief: "Achtung, ich fotografiere!" hob er Veres sein Schlafhemd hoch und zeigte seinen Blanken. In diesem Augenblick kam der Internatsleiter zur Türe herein, und mit dem kleinen Stöckchen, welches er immer bei sich trug, wischte er dem kleinen Veres über den bloßen Hintern. Dieser dachte sicher, es sei Waadt oder ein anderer und rief laut: "Du Arschloch!" Natürlich waren wir alle sofort unter unseren Decken und feixten uns einen. Der Internatsleiter hatte genügend Humor, um die Sache richtig einzuschätzen.

Neben der geschriebenen Hausordnung gab es im Internat noch eine ungeschriebene, und das war die Hierarchie. Ein Primaner war einem Sekundaner immer unterstellt und so weiter bis nach oben. Ein Schüler einer nachgeordneten Klasse, der es wagte sich mit einem Schüler einer höheren Klasse anzulegen, brachte nicht nur diesen Schüler gegen sich auf, sondern die ganze Klasse, die diese Beleidigung unbedingt wieder gut zu machen hatte.

Ganz verpönt war verklagen -"petzen". Ich habe selbst erlebt, dass einer meiner Mitschüler seinem älteren Bruder, der auch im Internat lebte, irgend etwas über seinen Tischnachbarn gesagt hat und nun kam dieser Bruder und verabreichte dem Übeltäter zwei Ohrfeigen und ging ohne ein Wort zu sagen wieder hinaus. Tagelang wurde der "Petzer" von uns allen geächtet und isoliert. In so einem Fall gab es im Internat noch eine Kollektivstrafe; die Klassendresch. dasswurde dem ahnungslos ins Zimmer tretenden Delinquenten eine Decke über den Kopf geworfen und festgehalten, dann durfte jeder Schüler mit seinem Handtuch, in welches er schon vorher einen Knoten gemacht hatte, auf den Bestraften einschlagen, ohne dass dieser sehen konnte wer dasszuschlug. Leider wurden solche Prozeduren oft auch ohne irgend einen Anlaß, sondern einfach zum Vergnügen der Beteiligten, durchgeführt.

Die Front des Internates war fest mit einem Turm, dem Stundturm der alten Wehranlage der Stadt Schäßburg, verbunden. In diesem Turm war ein Museum eingerichtet, welches von Herrn
Professor Viktor Meltzer verwaltet wurde. Ich kann mich heute noch erinnern, was für einen tiefen Eindruck die erste Besichtigung dieses Museums auf mich gemacht hat. Es war für mich überhaupt die erste Besichtigung eines Museums in meinem Leben und nun war gerade dieses Museum so realistisch und glaubwürdig dargestellt, dass ein elfjähriger Junge, der ich damals war, vor Ehrfurcht und Staunen einfach sprachlos wurde.
Dieses war nun in groben Zügen das Leben im Internat geschildert, im Alberthaus von Schäßburg in den Jahren 1941 bis 1944. Sicher ist einiges ein wenig anders gewesen, sicher habe ich auch einiges vergessen. Es sind halt seit jenen Tagen schon weit über 50 Jahre vergangen und diese Jahre hatten es in sich.

Ich wäre froh, wenn dieser Bericht Anlaß zu weiteren Berichten oder Richtigstellungen gäbe, um so der Sache Schäßburg zu dienen und den nachfolgenden Generationen richtige Kenntnisse über ihre Ureltern und Ahnen zu vermitteln.

Hans Bredt (Wuppertal)

 


Internatsschüler mit Internatsleiter Prof Hans Theil im Jahre 1936.
Archivfoto



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