HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Die Bergschule1940 bis 1994 1940 hielt die "NS-Bewegung" auch in die Schule Einzug. Die kleineren Klassen machten mit Begeisterung mit, während man bei den größeren und auch einigen Lehrern einen mehr oder weniger offen gezeigten Widerstand feststellen konnte. Die Schüler schafften sich Uniformen an, die allerdings nur bei besonderen Gelegenheiten getragen wurden. Beim Gruß zog man nicht mehr die schmucken Schülermützen vom Kopf, man hob den rechten Arm zum "Deutschen Gruß". Alle vorherigen Organisationen (besonders der Coetus) wurden aufgelöst, die demokratischen Formen (z. B. Wahl der Würdenträger) im Schülerleben wurden durch Diktatur ersetzt. Man mußte diszipliniert und Kamerad sein, der Größere durfte den Kleineren kommandieren, ganz zu schweigen von den Amtswaltern. Im Internat war das Leben ganz streng organisiert, überall mußte Ordnung und Disziplin herrschen. Im Sommer 1943 wurde für die damalige Septima ein "Kriegsbakkalaureat"
organisiert, die "Absolventen" wurden zum deutschen Militärdienst
eingezogen, so dass es im Schuljahr 1943/44 keine Oktava gab. dassdie
meisten jungen Lehrer im Krieg waren, mußte der Unterricht von den
alten Lehrern erteilt werden, einige von ihnen weit über 60 Jahre
alt. Das Schuljahr 1944/45 haben die meisten auswärtigen Schüler nicht besuchen können, dassdas Internat und alle in der Unterstadt liegenden deutschen Schulen von den sowjetischen Truppen beschlagnahmt und teilweise als Lazarette verwendet wurden. Bloß die Bergschule blieb frei. Hier wurde ein Unterricht gehalten, der oft unterbrochen werden mußte, weil Schüler und Lehrer sich versteckten, dassverschiedene Personen, die den Deutschen schlecht gesonnen waren und infolgedessen auch die Siebenbürger Sachsen haßten, sie verfolgten. Gleich nach dem Umsturz vom 23. August 1944 wurden die deutschen Schulen der evangelischen Kirche zurückgegeben. dasssich die Lage langsam etwas normalisierte, konnte in den Jahren 1945 bis 1948 ein ziemlich geregelter Unterricht stattfinden. Allerdings herrschte ein akuter Raummangel: Das Internat gab es nicht mehr, die Lehrerinnenbildungsanstalt besaß ihr Gebäude auch nicht mehr und mußte ihren Unterricht in verschiedenen Gebäuden, meist aus dem Besitz der Kirche, abhalten. Auch die Volksschulen bzw. das Mädchengymnasium hatten keine eigenen Gebäude mehr, so dass in der Bergschule zum Teil Vor- und Nachmittagsunterricht gehalten werden mußte. Trotz der schweren Zeiten (Inflation, Lehrermangel usw.) fand in der Bergschule ein geregelter und schöner Unterricht statt. dasses keine Schülerorganisationen gab, fühlten sich die Schüler, besonders die Oberklassen, nicht ausgelastet und riefen zu Beginn des Schuljahres 1947/48 den Coetus wieder ins Leben. Man arbeitete in verschiedenen wissenschaftlichen und künstlerischen Kreisen, die von Schülern geleitet wurden. Als Krönung dieser Tätigkeit kann die Aufführung von "Wallensteins Lager" (sechs Aufführungen) angesehen werden. Im Februar 1948 mußte der Coetus aufgelöst und durch die U.
A. E. R. (Uniunea Asociatiilor Elevilor din Romania) ersetzt werden. Die
Bergschule war noch immer ein Jungengymnasium (im Schuljahr 1947/48 kamen
zum erstenmal drei Mädchen in die Quinta), das den Namen "Bischof
Teutsch Gymnasium" trug. 1954 kam die deutsche Abteilung, die sich inzwischen an dem rumänischen theoretischen Jungen- und Mädchengymnasium gebildet hatte, in die Bergschule und nahm den Platz der sich ein Jahr später auflösenden Pädagogischen Schule ein. Das Jahr 1948 hatte große strukturelle Veränderungen mit sich gebracht: Die alten Lehrer wurden in Rente geschickt, es kamen jüngere, die zum Teil im Krieg gewesen oder in anderen Städten gewirkt hatten. Es bildete sich ein Lehrerkollegium, das besonders auf erzieherischem und kulturellem Gebiet beachtliche Leistungen und Erfolge erzielen konnte. In der Schule selbst mußte der Festsaal verändert werden:
Zunächst kam das Porträt des Bischofs Georg Daniel Teutsch von
dem Rednerpodium in den Presbyterialsaal des Stadtpfarrhauses, dann wurden
auch die Namen und Sprüche der bedeutenden Männer an der Decke
der Aula zunächst ausgemeißelt,
Das Kollegium 1955/56
und, dassdieses zu mühselig war, schließlich nur überstrichen.
Auch das Rednerpodium mußte den Festsaal verlassen. Das Jahr 1959 brachte wiederum ganz große strukturelle Veränderungen.
Um die Nationalitäten miteinander besser zu "verbrüdern",
bekam jede Minderheitenschule, die bis dahin eine selbständige Einheit
gewesen war, eine rumänische Abteilung dazu, das heißt, auf
den Dörfern, wo es bis dahin drei verschiedene Schulen (eine rumänische,
eine deutsche und eine ungarische, jede mit eigener Direktion) gegeben
hatte, wurden alle zu einer einzigen Schule mit rumänischer, deutscher
und ungarischer Abteilung zusammengeschlossen, meistens unter einem rumänischen
Direktor. Von der Bergschule kamen die Klassen 1 bis 7 in das ehemalige
rumänische Mädchenlyzeum, von dort kamen die rumänischen
Klassen 8 bis 10 (11) in die Bergschule, bildeten aber zusammen eine einzige
Schuleinheit
Letztes Lehrerkollegium der Bergschule vor der Vereinigung
1959
Inzwischen waren in allen Schulen Mädchen und Jungen in gemischten
Klassen. Den Namen "Bischof Teutsch Gymnasium" hatte die Bergschule
1948 verloren. Ab 1959 wurde sie zum Lyzeum Nr. 3 umbenannt. 1954 bekam die Schule das "Alberthaus" zurück. Das bis zu diesem Jahr hier funktionierende Waisenhaus übersiedelte in das Gebäude der ehemaligen Lehrerinnenbildungsanstalt und das Internat der Schule in das "Alberthaus". Auf diese Weise war beiden geholfen: Das Waisenhaus bekam mehr Hof und Garten, und die Mädchen konnten in die gleich daneben gebaute Schule Nr. 5 gehen, unsere Schüler mußten nicht mehr den weiten Weg zurücklegen, um in die Schule zu kommen. Wir behielten draußen bloß die Nebenwirtschaft (Schweine und Pferd). 1972 fand die 450-Jahrfeier seit der ersten dokumentarischen Erwähnung
einer Schule in Schäßburg statt. Bei dieser Gelegenheit erhielt
die Schule den Namen "Joseph Haltrich"-Lyzeum. Obwohl die Behörden
gegen eine Feier waren und aus Angst, sie könne in eine nationalistische
Veranstaltung ausarten, darum viel einschränkten, wurde es doch eine
eindrucksvolle Feier. Im gleichen Jahr stattete der weltberühmte
"Vater der Weltraumfahrt", ehemaliger Schüler und Lehrer
an der Bergschule, Prof. Dr. Hermann Oberth, dieser einen Besuch ab. 1977 ist das theoretische Lyzeum in ein Industrie-Lyzeum umgewandelt worden und unterstand dem Ministerium für Schwerindustrie. Der Patenbetrieb war die "Nicovala", was den Vorteil hatte, dass man genügend Geld bekam, um die materielle Basis der Schule zu verbessern. Zunächst mußten Werkstätten hergerichtet werden, was zuerst in der Allgemeinschule Nr. 6, dann aber in den alten Gebäuden der "Nicovala" geschah. Die Schule besaß drei Fachrichtungen: Mathematik, Physik sowie Metallverarbeitung (Schlosserei und Eisendreherei). Bis 1989 wurde die Ausstattung ständig verbessert, so dass sie als gut bezeichnet werden kann. Die Anzahl der Schülerklassen konnte die der zur Verfügung stehenden Klassenräume übersteigen, dassin jeder Woche drei bis vier Klassen im Werkunterricht waren. Allerdings mußten die Stundenpläne in drei bis vier Varianten (meist mit Farben bezeichnet) ausgearbeitet werden. Im Januar 1987 wurde der deutsche Direktor der Schule im Zuge der Lösung
der "Nationalitätenfrage", wie auch alle ungarischen Direktoren
des Kreises, durch einen rumänischen Direktor ersetzt, der dieses
Amt bis Dezember 1989 ausübte. Klassen 1 bis 8 mit deutscher Unterrichtssprache gab es vor der Wende
in den Allgemeinschulen Nr. 1 und 3. Fast alle hatten doppelte Klassenzüge
und wurden mehrheitlich von deutschen Kindern besucht, dassPartei- und
Staatsführung es den rumänischen Kindern nicht gestattete, den
Unterricht in deutscher Sprache zu besuchen.
Lehrer aus den Jahren 1975-78
- Archivfoto
Zu Beginn des Schuljahres 1993/94 besuchten 433 Schüler die deutsche
Abteilung der Bergschule. Davon hatten etwa zwölf Prozent deutsche
Eltern, 28 Prozent stammten aus Ehen mit einem deutschen Elternteil, 60
Prozent waren Kinder rumänischer Eltern. Hermann Baier
Die Direktoren der Bergschule 1940 bis 1994
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