HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Einheimische Illustratoren der Haltrichschen siebenbürgisch-sächsischen Volksmärchen (II)Nach der Darstellung von Illustrationen deutscher und österreichischer Künstler zu den Haltrichschen siebenbürgischsächsischen Volksmärchen sollen im vorliegenden Beitrag Märchen-Illustrationen, die zum selben Thema von einheimischen Graphikern geschaffen wurden, folgen. Die 5. Auflage der Märchensammlung, die 1924 bei W. Krafft in Hermannstadt erschien, brachte nochmals im Reprint die bewährten Abbildungen des Österreichers Ernst Peßler, die bereits die 3. Auflage von 1882 bei C. Graeser, Wien, geschmückt hatten. Blos der Einbandschmuck war neu und stammt von Hermann Lani-Wayda (1895 - 1981), der sich in Hermannstadt als Buchkünstler und später auch als künstlerischer Leiter bei Krafft und Drotleff einen Namen gemacht hatte (Abb. la und lb). Im "Lexikon der Siebenbürger Sachsen" heißt es: "Lani hat zwei Jahrzehnte die Ausstattung des deutschen Buches in Siebenbürgen beispielhaft geprägt ...". Die gekürzte Ausgabe "Sächsische Volksmärchen aus Siebenbürgen", die im Jugendverlag in Bukarest 1953 und aus unverständlichen Gründen zuerst ohne Haltrichs Namen erschien, war von den damals sehr jungen Künstlern Helmut v. Arz (geb. 1930) und Kathrin Hienz (geb. 1931) reich illustriert. Beide stammen aus Hermannstadt und hatten die Kunstakademie in Klausenburg, Hienz auch die von Bukarest, besucht. Helmut v. Arz wurde vor allem durch seine Buchillustrationen bekannt. Hans Bergel bescheinigt ihm "Eleganz und Witz der zeichnerischen Handschrift". In einer damals im "Neuen Weg" erschienenen Buchbesprechung
von Hans Liebhardt wird hervorgehoben, daß die Illustrationen beider
Künstler lebendig sind, die wesentlichen Merkmale der Märchen
veranschaulichen und den jugendlichen Leser nicht durch komplizierte Schatten
verwirren. Hervorgehoben wird das Bestreben der Zeichner, das spezifisch
Sächsische herauszuarbeiten. H. v. Arz zeigt bereits seine Vorliebe
zur Tierzeichnung (Abb. 2 und 3). Kathi Hienz hat später (1970) noch
einmal ein Büchlein mit siebenbürgisch-sächsischen Volksmärchen
nach Haltrich, "Der Wunderbaum" (Ion Crean
Siebenbürgisch-sächsische Märchen, bearbeitet nach J. Haltrich, gaben als Auswahlband im Jugendverlag Bukarest 1962 auch Hans Liebhardt und Dieter Roth mit dem Titel "DerEisenhans" heraus.
Die künstlerische Buchausstattung, ebenfalls reich an volkskundlichen
siebenbürgischen gegenständlichen und farblichen (blau-rot)
Aspekten in der Gestaltung der ganzseitigen Bilder, schuf der Graphiker
und Illustrator Viktor
Nach Stürmers Aussiedlung in die Bundesrepublik wurde die Buchausstattung
der Neuauflage (1972) des "Eisenhans" Johann Untch (geb. 1926),
der als freischaffender Künstler, Druck-Graphi- ker und Illustrator
in Bukarest tätig war, übertragen. Zu den einheimischen Illustratoren gehört auch Renate Mildner-Müller (geb. 1940), Kronstadt, eine Schülerin von Harald Meschendörfer, mit Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Klausenburg. Ihre Gouachen zum Haltrich-Märchen-Auswahlband "Der Wunderbaum", den Eva Lubinger im Wort und Welt Verlag, Innsbruck, 1984 publizierte, wurde bereits in der eingangs erwähnten Studie besprochen, da das Buch in Österreich erschien. Die siebte kritische und vermehrte Auflage der Haltrichschen Märchen im Kriterion Verlag Bukarest, 1971 (Hrsg. Hanni Markel), ist nicht illustriert. Diese Ausgabe, die zu einem wahren Besteller wurde, zeichnet sich jedoch durch eine sorgsame, künstlerische Aufmachung aus. Der Einband und der Schutzumschlag stammen aus der Hand von Al. Szathmäry (Abb. 7a und 7b). Es sind auch einzelne Haltrich-Märchen als Bilderbücher erschienen. Dafür sei stellvertretend das Bilderbuch "Der Bär, der Wolf, der Fuchs und der Hase auf dem medwischer Margrethi", Kriterion, 1983, genannt. Die Illustrationen dazu malte die rumänische Künstlerin Liana Petrutiu (Abb. 8). Walter Roth (Dortmund)
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