Der Kammerchor
war in Österreich und Deutschland
Aus dem Reisebericht unseres Kammerchores, erschienen in der ADZ für
Rumänien, dann aber auch Nachgelesenes in deutschen Lokalzeitungen,
möchten wir gerne in den Schäßburger Nachrichten etwas
für die Nachwelt festhalten.

Zu Gast in Obereisesheim Foto: Ortwein
Ausgangspunkt war eine Einladung zum Gegenbesuch der Chorgemeinschaft
"Germania-Hoffnung Obereisesheim", die 1995 in Siebenbürgen
weilte. Ihr schlossen sich weitere Einladungen an, so daß man von
einer Konzertreise sprechen kann mit Höhepunkt in Obereisesheim/Neckarsulm.
Nach nächtlicher Busfahrt gab es in Wien ein "herrliches Frühstück"
(von Frau Holzingen organisiert) und eine Stadtbesichtigung (Schloßpark,
Stefansdom). Die Schilderung, wie man sich als verlorengelaufener, fotografierender
Schäßburger zu helfen weiß und einem dann auch geholfen
wird, wäre eines gesonderten Beitrages würdig, erinnert die
Geschichte doch an das Gleichnis vom guten Hirten, in diesem Falle verkörpert
durch die Leiterin eines Kath. Kindergartens, einem Pater und der uns
allen bekannten Frau Gertrude Schuller.
Die erste sangesfreudige Station auf dem Wege nach Europa war Rheinsberg/Niederösterreich,
eine 1000-Seelen-Gemeinde mit eigener Musikschule für 60 Kinder.
Dort traf sich unser Kammerchor im Rahmen eines zweitägigen Kulturfestes
mit Gruppen aus Österreich, Deutschland und Tschechien.
Die nächste Station war Hilpoldstein, wo der Kammerchor allen Bürgern
und Bürgerinnen für die humanitäre Hilfe in den vergangenen
Jahren danken wollte. Unter aufopferungsvoller Leitung der Schäßburgerin
Emmy Martini wird gegenwärtig der 22. Hilfstransport nach Siebenbürgen
vorbereitet. Dabei wurde auch Nürnberg besucht und auch in Sülzburg
ein Konzert geboten, sehr zur Freude des aus Siebenbürgen stammenden
Pfarrers Hermann.
So vielfältig eingestimmt erreichte unser Kammerchor sein Ziel Obereisesheim/Neckarsulm,
von den Gastgebern sehnlichst erwartet. Sie kannten sich alle. Der Wettstreit
der Chöre im Rahmen eines dreistündigen Programmes konnte beginnen
und sollte selbst dem "Sängerkrieg auf der Wartburg" zur
Ehre gereichen. Vorab aber war ein Empfang beim OB Volker Blust im Foyer
des Rathauses in Neckarsulm eingeplant. Und weil er so schön war,
dankte der Chor mit einer sächsischen und einem rumänischen
Lied. Da die Gäste zudem aus einem Weinbaugebiet kamen, wurde das
Lokalkolorit anschließend durch eine Weinverkostung in der Besenwirtschaft
vorgestellt.
Das größte Erlebnis im Begleitprogramm aber war wohl doch
die Dampferfahrt Richtung Gundelsheim, wo sich unsere ältesten Landsleute
(darunter zwölf Schäßburger) auf den Besuch freuten. Das
Urteil "einmalige Besonderheit" läßt wohl auch die
Trauer erkennen, daß unsere heimatliche Große Kokel nicht
auch schiffbar ist.
In einer der Lokalzeitungen werden auch Kontinuität und Probleme
des Kammerchores erwähnt. Es wird der Gründung 1945 gedacht
und die Leiter aufgeführt, Paul Schuller, Hans Jakobi und seit 1982
Hermann Baier. Durch die Auswanderungen hat sich auch die Zusammensetzung
des Chores verändert.
Heute gehören ihm 29 Sängerinnen und 13 Sänger an, darunter
etwa 40 Prozent Rumänen und Ungarn, die alle jeweils in ihrer angestammten
Tracht aufgetreten sind. Daran knüpft sich die Bewunderung an, daß
diese ohne besondere Sprachkenntnisse das deutsche Liedgut fast akzentfrei
singen.
Das umfangreiche Repertoire und die unterschiedlichen Anforderungen sind
durch nachstehende Namen umschrieben:
Gastoldi, Friderici, Brahms, Mozart, Beethoven, Haydn, Händel u.a.
Mit wertendem Lob wurden bedacht:
- In Mozarts "Zauberflöte" ließ der Gesang der drei
Knaben das "breitgespannte Repertoire" erkennen.
- Aus Haydns Oratorium war der Schlußchor "Die Himmel erzählen..."
empfindungsstark und einfühlsam.
- G. E Händels "Laßt uns die Klage" vermittelte
menschliche Leiderfahrung.
- Sächsische Volkslieder ließen Heimatverbundenheit erkennen.
- Solopartien setzten Akzente.
- In Schuberts "Launische Forelle" wurden schwierige Tonfolgen
gemeistert usw.
Eine ganz andere Literatur präsentierten die Gastgeber unter Leitung
von Uwe Horwath. Mit neuzeitlichen Liedern sowie rhythmusbetonten und
temporeichen Gesängen ernteten sie ebenso reichlichen Beifall vom
immer wieder heftig applaudierendem Publikum, wie der Gastchor. Als Reverenz
an die Gäste ist es wohl zu werten, daß sie auch ein rumänisches
und ein sächsisches Lied ("Jaca-asa" und "Reklich
Med" einstudiert hatten. Die Überraschung war gelungen.
Letzte Station der Reise war Biberach, wo der Chor auch dem dortigen
Lion-Club für die zahlreichen Hilfesendungen danken wollte. Das gut
besuchte Konzert endete mit dem "Biberacher Schützenlied",
das zu aller Freude vom Chor und Publikum gemeinsam gesungen wurde.
Zum Gelingen des Abends trug auch die Volkstanzgruppe der Landsmannschaft
bei. Es blieb auch noch Zeit, der Barockkirche in Bieberich und in Ochsenhausen
der Musikhochschule einen Besuch abzustatten.
Dann aber war der Zeitpunkt der Heimreise endgültig gekommen.
Wiltrud Baier (Schäßburg)

Letztes Update:
2004-07-16
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/ http://www.schaessburg-net.de
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