HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
DefensioHermann Oberth Wer da glaubt, sein Leben ohne Irrtümer beschließen zu können,
möge zunächst seinem Schicksal dafür danken und nicht auf
andere den legendären ersten Stein werfen ... und schon gar nicht
im Schoße christlicher Vereinigungen.
Oberth-Büste von Raimund Haas (München)
Und ein weiteres Phänomen sollte beachtet werden: Kommen ausgewiesene
Wissenschaftler nach erfolgreicher Arbeit (emeritiert) in die Jahre, wechseln
sie häufig den Gegenstand ihrer Betrachtung und wenden sich bevorzugt
philosophischen Themen zu. Weniger erfolgreich! Leider, denn immer noch
gilt - und sie sollten es humanistisch vorgebildet gewußt haben
- "Sitacuisses, philosophus manisses!" Bekannte Beispiele sind
u.a. auch Ernst Haeckel, Max Planck und Konrad Lorenz. Wenn man schon
seine Ganglienzellen zwecks Neubelebung stimulieren möchte, sollte
man den Forschungsgegenstand bereits mit 50 Jahren wechseln... so die
medizinischen Empfehlugen, denn auch Ideen und Denkweisen schleifen sich
ein. Ihnen aber den Vorwurf des Alterns zu machen, altern zu dürfen
und dann altersgemäß sogar zu handeln, übersteigt daß Warum fällt es "gnadenhaft Spätgeborenen" offenbar
so schwer, sich ihrer späten Geburt einfach zu erfreuen und friedfertig
eigene Leistungen für die menschliche Gemeinschaft zu Seit Heraklit (544-483 v.u.Z.) wurde der Satz "Der Krieg ist der Vater aller Dinge" (leider) vielfach bestätigt. "Stiftungen" und "uneigennützige Sponsoren" gab es damals noch nicht. Da wir aber eine Welt ohne Kriege - wenn auch erst zaghaft - ansteurn, muß selbst die Frage notwendigerweise offen bleiben, woher der technische und nunmehr auch ökologische Fortschritt dann künftig herkommen soll. Aus der Weltraumforschung? Das wäre tröstlich und würde die Leistung eines H.O. noch erhöhen. Von den maßlosen Kritikern ist da wohl vergleichbares nicht zu erwarten. Wollen wir - um ein anderes Beispiel zu nennen - auch einen Otto Hahn wegen der gelungenen Kernspaltung verurteilen, nur weil damit Kraftwerke aber eben auch Atombomben gefertigt werden können? Ein überzeugter Wissenschaftler ist bereit, sein ganzes Leben für die Klärung einer Fragestellung, für den Nachweis einer Überzeugung einzusetzen. Man prüfe nur einmal nach, wieviel Jahrzehnte Wissenschaftler einer Thematik "rund um die Uhr" treu blieben, bevor ihnen ein Nobelpreis winkte, um den es ihnen ursprünglich gar nicht ging. "Wissen schaffen" ist ihre Sendung. Die Verantwortung für die Nutzung seiner Ergebnisse aber liegt bei den Regierenden, oder einfacher bei der Gesellschaft, bei uns Wählern. Die Vorwürfe sind daher an die falsche Adresse gerichtet. Um seiner wissenschaftlichen Überzeugung willen ist der Wissenschaftler, wie wir gegenwärtig auch bei der Gentechnik erleben, sogar bereit auszuwandern. Erschreckend in diesem Zusammenhang daran zu denken, daß wir uns ohne genetische Veränderungen im Verlaufe der Evolution von den Affen nicht unterscheiden würden. H. B.
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