Festrede
beim Treffen der Schäßburger in Heilbronn, 30. August 1997
(gekürzter Wortlaut)
Prof. Dr. Erwin Ziebart (München)
Eigentlich wollte ich mich nicht mehr in Anspruch nehmen lassen! Von
einer Aufgabe in der Industrie, mit Vorlesungen an der Universität
oder Verpflichtungen anderer Art.

Wenn man aber in so freundlicher Weise von Herrn Prof. Brandsch angesprochen
und daran erinnert wird, daß man sich mit Schäßburg nach
wie vor verbunden fühlen müßte, so kann man der Bitte,
hier bei Ihrem Treffen einen Vortrag zu halten, nicht widerstehen.
Dann kam noch der Hinweis, ich hätte 1989 beim Chlamydatentreffen
in Herrsching a. A. als ehemaliger Bessarabiendeutscher schon eine Laudatio
auf unser Bischof- Teutsch-Gymnasium und Schäßburg gehalten
und könnte dies ja jetzt wieder tun.
Mir war aber klar geworden, daß es so einfach nicht gehen wird.
Schließ1ich sind seither über sieben Jahre ins Feld gegangen.
Vieles hat sich grundliegend verändert, insbesondere die politischen
Rahmenbedingungen, die in der alten Heimat bestimmend waren . . .
So stehe ich also heute hier, um in etwa 30 Minuten meinen Dank abzustatten
für das, was mir die Zeit in Schäßburg, im Bischof-Teutsch-Gymnasium
und im Internat, dem damaligen "Albert-Haus", mitgegeben hat.
Rückschauend betrachtet, war es eine Zeit, die meinen Lebensweg entscheidend
geprägt hat, mit der Folge, daß ich mich mit Schäßburg
aus vollem Herzen verbunden fühle und verbunden bleibe. . .
Ich möchte die Gelegenheit aber auch wahrnehmen, die damaligen und
heutigen Verhältnisse in unserer Heimat zu bewerten, so, wie sie
früher für mich und andere maßgebend waren, und so, wie
wir sie heute verstehen.
Schäßburg ist in meiner Erinnerung ein Stück heile Welt,
fest verankert in einer stolzen, langen Tradition, solide und freundlich
in der äußeren Erscheinung und mit einer Atmosphäre ausgestattet,
die mir eine Entwicklung als Mensch erlaubt hatte, wie ich sie mir besser
nicht wünschen konnte.
Die Verbundenheit mit einer viele jahrhundertealten Geschichte, der Stolz
der Siebenbürger Sachsen auf das, was sie auf allen Wirkungsfeldern,
im gesellschaftlichen Leben, in Kultur und Wirtschaft, erreicht und bewahrt
hatten, das alles hat mich nicht nur beeindruckt, sondern mir neue Perspektiven,
neue Leitbilder gegeben.
Die Lehrer, der "Corpsgeist" in unserer Schülergemeinschaft,
das freundliche Umfeld auf der Bergschule und im Alberthaus, haben mich
darüber hinaus in Eigenschaften, Verhaltensweisen und in meinen Vorstellungen
von einer Zukunft ganz entscheidend geprägt. Ich hatte Werte, die
einen Menschen bestimmen, angenommen und Grundsätze mir zu eigen
gemacht, für mein Handeln als Einzelner und als Glied einer menschlichen
Gemeinschaft.
Vieles von dem, was ich eben sagte, war mir selbstverständlich während
meiner Gymnasialzeit so nicht bewußt! Viel später habe ich
aber erkannt, daß ich diese oder jene Hürde im Leben -und es
gab später viele davon -wohl nicht genommen hätte, wenn mir
die Fähigkeiten und die für das Angehen von Problemen notwendige,
innere Einstellung, in Schäßburg nicht vermittelt worden wäre.
Ich muß darüber etwas deutlicher werden: Was ich im besonderen
gelernt hatte, war die Selbstsicherheit, das Selbstvertrauen, die Freiheit
im Umgang mit anderen, die Aufgeschlossenheit -Eigenschaften, die mir
vorher weitgehend gefehlt hatten.
Wie kommt man zu diesen Eigenschaften ?
Ich meine, man muß Grundsätze vermittelt bekommen und diese
sich zu eigen machen, Grundsätze, die den Sinn des Lebens, des Handelns,
des Verhaltens bestimmen. Von diesen Grundsätzen aus entwickeln sich
Zukunftsbilder, Leitbilder, Visionen, die wie treibende Kräfte wirken
und zu Handlungen veranlassen.
Nun, die Grundsätze konnten wir jungen Menschen damals nur übernehmen,
Es fehlte uns die Lebenserfahrung, um eigenständig einen Sinn des
Handeins und Verhaltens zu entwickeln.
Und das Umfeld hat es uns wissen lassen, nämlich unsere Eltern, unsere
Lehrer, die Menschen, mit denen wir in Verbindung standen. Und eben dieses
Umfeld würde ich den jungen Menschen heute wünschen, nämlich
ein Umfeld, das weitgehend von der christlichen, lutherischen Ethik bestimmt
war, das Frömmigkeit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit, Bescheidenheit,
Gerechtigkeit umfaßte, aber auch die Würde und die Freiheit
des Individuums einschloß,
Gleichzeitig gab es starke soziale Bindungskräfte innerhalb der ethnisch
homogenen Gemeinschaft aber auch nach außen zur größeren
Gemeinschaft der Deutschen. Für einige unter uns, insbesondere die
Jüngeren, wird das nicht ganz verständlich sein, was ich eben
sagte. Ich möchte versuchen, es zu erklären :
Das Los, das die Siebenbürger Sachsen, die Bessarabiendeutschen und
andere Volksgruppen zu tragen hatten, war gekennzeichnet durch den Status
der ethnischen Minderheit. Ein Leben und Überleben war unter Wahrung
der eigenen Identität, der Sprache, der Lebensgewohnheiten, der Lebensgrundsätze
langfristig nur möglich durch innere Geschlossenheit und Verteidigungsbereitschaft
gegenüber den Versuchen der Assimilation, der Vereinnahmung durch
die Mehrheit. Der Verlust des Standes hinsichtlich Zivilisation und Kultur.
Wenn die Machtverhältnisse aber so sind, daß die Minderheit
keine Chance hat, ihre eigene Identität zu wahren, und wenn der Zustand
der Diskriminierung und Benachteiligung anhält und abzusehen ist,
daß er kein Ende nehmen wird, so stellt sich vor der Selbstaufgabe
die Frage nach dem Verlassen des Umfeldes, in dem man als Minderheit unterzugehen
droht.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf einige Ausführungen zurückkommen,
die ich in München vor einigen Jahren vorgetragen hatte. Es war gerade
die Zeit, in der viele Deutsche und deutschstämmige Menschen aus
den Gebieten des ehemaligen Ostblocks nach Deutschland kamen und sich
eine Unruhe in der hiesigen Bevölkerung bemerkbar machte. Man konnte
hier nicht verstehen, daß die Leute in ihrer Heimat alles liegen
und stehen lassen um einer ungewissen Zukunft entgegenzugehen. Man meinte,
dies geschehe aus rein materiellen Gründen. Daß dem nicht so
ist, habe ich zu erklären versucht in einem Vortrag, den ich mit
"Kein Glück in der Fremde" überschrieben hatte.
Ich zitiere davon nur den Schluß wie folgt:
Es begann der Exodus der Deutschen im Südosten, der bis heute anhält.
Es sind nur noch wenige in ihrer Wahlheimat - zu wenige, um ein Überleben
der früheren Gemeinschaften zu ermöglichen. Obwohl große
Schwierigkeiten bei der Ausreise und der Integration bei uns überwunden
werden müssen, kamen und kommen viele Menschen in das Land ihrer
Vorfahren zurück. Sie entfliehen einem Leben, in dem sie keine Perspektiven
mehr sehen. Nicht die Vorstellungen von einem materiellen Wohlstand sind
dabei leitend, sondern die Vision von einem Leben ohne Angst vor Willkür,
von einem Leben in Freiheit und Geborgenheit, einem Leben in Würde.
"Es kann uns und unseren Kindern in Zukunft nicht schlechter, es
kann nur besser gehen" - das stand am Anfang und das steht am Ende
des Kapitels über die Geschichte der Deutschen im Südosten.
Ihr Schicksal hat sie gelehrt: Kein Glück in der Fremde. So weit
mein Zitat als Schluß des Vortrages.
Zu diesen grundsätzlichen Fragen des Verlangens, bisweilen der Sehnsucht,
Mensch zu sein, eine Identität zu wollen - auch eine Identität
als Deutscher - hat mich ein Vortrag unseres mittlerweile verstorbenen,
ehemaligen Bundespräsidenten Carl Carstens sehr beeindruckt.
Man schrieb damals das Jahr 1989, als ein Zusammenbruch im Osten, auch
die Wende im Verhältnis der beiden Staaten BRD und DDR, noch nicht
absehbar war. Carstens legte ein begeisterndes Bekenntnis zur deutschen
Nation ab, zu moralischen und nationalen Werten in edler Harmonie und
zu einer Sehnsucht nach einem deutschen Vaterland.
Gerade diese harmonische Verknüpfung der ethischen und völkischen
Werte würde ich als das bezeichnen, was die Siebenbürger so
ausgezeichnet hat.
Diese Werte hatten sich über Jahrhunderte als tragende Säulen
des Deutschtums im Ausland erwiesen. Die Erhaltung der Grundwerte geschah
im starken Bezug zum christlichen Glauben. Die Verantwortung vor Gott
war ein Fundament des Lebens. Die Gemeinsamkeit in Grundsätzen galt
es - insbesondere in der Fremde - zu wahren. Nur so war ein Überleben
mit eigener Identität möglich. . . Seit Kriegsende findet ein
Abbruch und ein Aufbruch unter den verschiedensten Vorzeichen nach Deutschland,
Österreich, Nordamerika statt.
Wir hörten, daß seit der Wende Bemühungen im Gange sind,
die Lage in Siebenbürgen zu stabilisieren, das Erbgut der Deutschen
zu erhalten. Dies noch wahrzunehmen, war für uns ein großes
Bedürfnis. Dem folgend, waren meine Frau und ich vom 10. bis 20.
Juni d. J. in Hermannstadt, Mediasch, Kronstadt und in Schäßburg.
Auf den Dörfern haben wir viele Kirchenburgen besucht und waren überwältigt
von den Eindrücken. . . Wir haben ein Museum des Deutschtums gesehen.
Wir sind ergriffen von der Geschichte, der Schönheit und Würde
der Kulturgüter. Und wir sind traurig, erlebt zu haben, was in Siebenbürgen
zu Ende geht.
Als ich am 18. Juni d. J. vom Stundturm in Schäßburg die Burg,
die Bergschule, die Bergkirche, den ehemaligen Marktplatz und die Unterstadt
sehen konnte, war zwischen dem, was in meiner Erinnerung stand und dem,
was ich wahrnahm, plötzlich keine zeitliche Lücke mehr. Es schien
mir so, als ob ich erst gestern die gleichen Bilder gesehen hätte.
Vielleicht war es die Freude des Wiedersehens, vielleicht auch die nicht
zu erschütternde Zuneigung zu Schäßburg in mir. Die heile
Welt in meiner Erinnerung konnte von der Wirklichkeit nicht verdrängt
werden.
Wäre ich ein echter Schäßburger, wäre ich vielleicht
erschüttert gewesen von dem ganz anderen menschlichen Umfeld, von
der Tatsache, daß man Deutsch auf der Straße nicht mehr hört
und erst recht von der Wahrnehmung, daß von den Siebenbürger
Sachsen, ihren zivilisatorischen und kulturellen Leistungen kaum - oder
nicht mehr - die Rede ist.
In einem deutsch gehaltenen Prospekt, den man uns gab, über die Kulturzentren
in Siebenbürgen und wo auch Schäßburg als eines der malerischsten
Städte Rumäniens gewürdigt wurde, ist von alten Siedlungen
der Daker und Römer, von Siebenbürgen als der historischen Provinz
Rumäniens und der Wiege des rumänischen Volkes die Rede - kein
Wort von den Deutschen, die in das Land "jenseits der Wälder",
Transsylvanien, gerufen wurden und über mehr als acht Jahrhunderte
eine einmalige kolonisatorische, wirtschaftliche und kulturelle Leistung
erbracht hatten.
In Gesprächen mit Pfarrern und Mitgliedern des Demokratischen Forums
der Deutschen in Rumänien - der politischen Vertretung der noch in
Rumänien lebenden Deutschen - war deutlich zu hören, daß
große Sorgen bestehen, die verstreut in Dörfern lebenden, meistens
älteren Menschen, noch hinreichend versorgen und betreuen zu können.
Gleichzeitig muß eingetreten werden gegen die Vereinnahmung von
materiellem Besitz, insbesondere bei Gemeinschaftseinrichtungen (Schulen,
Kindergärten), gegen die schleichende und z. T. offene Verdrängung
des deutschen Beitrags zur Zivilisation und Kultur des Landes aus der
Geschichte Rumäniens.
Andererseits hört man beim Forum deutlich die Meinung heraus, daß
im Staate Rumänien noch Chancen und Aufgaben für die deutsche
Minderheit gesehen werden. Man stellt sich diese Chancen und Aufgaben
in einer Haltung kritischer Loyalität vor - so ist es zu hören
und zu lesen - sowie als eine Möglichkeit, im Rahmen des Umbruchs,
in den ganz Europa geraten ist, eine rumäniendeutsche Existenz wieder
zu konzipieren und zu vertreten.
Es wird auch vermerkt, daß jeder Umbruch ein Risiko beinhaltet.
Das Fortsetzen und das Neu-Ansetzen der Geschichte der Siebenbürger
Sachsen in Rumänien würde als Wagnis, ein volles Maß an
Glauben, Liebe und Hoffnung erfordern.
Lassen Sie mich zurückkommen zu dem, was Schäßburg für
mich bedeutet, zu den Leitbildern, die uns jungen Menschen dort mitgegeben
wurden.
Daß diese Zukunftsbilder auf traditionellen, ethischen Grundwerten
beruhen mußten, war selbstverständlich. Darüber hinaus
wurde uns aber vermittelt, daß wir in der Zukunft vielen Pflichten
werden nachkommen müssen. Uns wurde bewußt, daß wir in
erster Linie Pflichten und nicht in erster Linie Rechte haben und haben
werden. . .
Jedem von uns war bewußt geworden, daß er gefordert werden
wird. Wir spürten, daß große Veränderungen auf uns
zukommen. Die Zukunft wird uns fordern und uns in den Dienst der Gemeinschaft
stellen. Die Begeisterung für diese Aufgaben hatte uns ergriffen.
Als diese Bereitschaft in einem fürchterlichen Zusammenbruch einmündete
und die Perspektiven verloren gegangen waren, mußten wir wieder
neue Zukunftsbilder aufbauen. Daß wir auch diese traurige Zeit überstehen
konnten, führe ich nicht zuletzt darauf zurück, daß wir
in Schäßburg Vertrauen in uns selbst gewonnen hatten, selbstsicherer
geworden waren und gelernt hatten, in Selbständigkeit und Verantwortung
zu handeln.
Weder Resignation noch Büßerhaltung war angebracht, sondern
Wahrnehmung von Pflichten: Pflichten einen Beruf zu ergreifen und sich
mit Arbeit einen Sinn des Lebens zu verschaffen und so zu wirken, daß
man in einer Gemeinschaft bestehen kann. An dieser Stelle ist man versucht,
einen Vergleich zu ziehen zu Menschen in einem Alter, das unserem damaligen
entspricht, und die heute ihre Vorbereitungen für das Berufsleben
treffen.
Oft wird in diesem Zusammenhang von einer mangelnden Leistungsbereitschaft
und von Orientierungslosigkeit junger Menschen gesprochen. Auch sei die
traditionelle Werteordnung verloren gegangen, ohne daß neue Werteordnungen
erlebbar wären, die sich in wichtigen Lebensfragen als tragfähig
erwiesen hätten.
Zweifelsfrei hat der Individualismus, die Verfechtung eigener Interessen
im Vergleich zu unserer Zeit, stark zugenommen. Die Bereitschaft zur Rücksichtnahme
auf andere, zur Verständigung, zum Consens, läßt sehr
zu wünschen übrig. Das Bestreben nach Selbstverwirklichung hat
als Sinn, als Grundsatz des eigenen Denkens und Handeins einen hohen Stellenwert
bekommen.
Einiges davon kann man generell gelten lassen, einiges sollte man jedoch
nicht pauschalieren, auch nicht auf die Mehrheit beziehen, für die
es gar nicht zutrifft. Meine Erfahrungen mit Studenten, die vor ihrem
Abschluß stehen und mit jungen Ingenieuren in der Industrie, lassen
mich wissen, daß es fast ausnahmslos um außerordentlich fleißige,
intelligente, junge Leute geht, die der Hochachtung wert sind. Wenn trotz
der Schwierigkeiten, einen angestrebten Arbeitsplatz zu finden, und trotz
der Erkenntnis, daß man ständig lernen und bereit sein muß.
seine Qualifikation neuen Bedingungen anzupassen, wenn diese junge Menschen
den Mut nicht verlieren, Risiken auf sich zu nehmen, so muß man
dies m. E. hoch anerkennen. Auch wenn junge Menschen sich der einen oder
anderen Utopie hingeben. so sollten wir wenigstens gut heißen, daß
sie sich aktiv auf der Suche nach neuen Lebensgrundsätzen und Leitbildern
befinden. Mit zunehmender Lebenserfahrung werden sie auch die Fähigkeit
aufbringen, den Teil der abwegigen Vorstellungen wieder zu korrigieren.
Ich bin nicht der Meinung, daß wir - wenn uns der "Zeitgeist"
nicht paßt - gleich Horrorszenarien. also schreckliche Zukunftsbilder,
aufzeichnen sollten. Allerdings tun wir gut daran anzunehmen, daß
das Tun und Handeln in einer heutigen und zukünftigen Gesellschaft
nicht mehr zu alten Mustern zurückkehren wird. Mit zunehmender Selbstsicherheit
der .jungen Menschen gehen hierarchische Strukturen verloren. Dies geschieht
nicht nur im Großen, in der Gesellschaft. Bis hinein in die Familie
werden Unter- und Überordnungen aufgebaut. Der Einzelne bekommt mehr
Geltung. Er wird allerdings auch mehr gefordert. In dem Maße muß
aber auch die Erwartung und das Vertrauen in das Gute im Menschen und
dessen Fähigkeit zunehmen, die großen Aufgaben der Zukunft
lösen zu können. Ich meine, die junge Generation erfüllt
diese Anforderungen mit viel Kreativität und Leistungsbereitschaft.
Eine andere Zeit, andere Situationen im Großen wie im Kleinen, haben
neue Ziele gebracht. Die Mittel, solche Ziele zu erreichen sind im Vergleich
zu unseren früher - viel zahlreicher und effizienter geworden. Die
jungen Menschen werden sich ihre Wege bahnen durch das - unserer Meinung
nach dicke Gestrüpp von Skepsis und oft verbreitetem Pessimismus.
Ich hoffe sehr, daß sie sich nicht einschüchtern lassen und
darauf vertrauen, mit einer positiven Einstellung und mit ihren Fähigkeiten,
mit Mut, die Zukunft zu meistern - so wie man das uns früher beigebracht
hat. Ich bin sicher, daß man auch wieder lernen wird, Bindungen
zu einer unsere Kultur tragenden Ethik zu finden, ebenso wie Bindungen
zu Gott, Vaterland und zu einer Völkergemeinschaft.
Ich wünsche mir oft, daß unsere Enkel beispielhaft gemeint
- auch ein Schäßburg, auch eine Bergschule, so erleben dürfen,
wie es mir vergönnt war.

Letztes Update:
2004-08-16
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