HOG-Schäßburg / Siebenbürgen

Zum Geleit

Heimattreffen in Heilbronn und 475-Jahr-Feier seit Bestehens der Bergschule

Zwei Ereignisse haben die Aktivitäten unserer Gemeinschaft im abgelaufcnen Jahr 1997 vorrangig bestimmt: Das Heimat treffen in Heilbronn, dann aber auch die von unserer Bergschule organisierte 475-Jahr-Feier ihres Bestehens, zu der unsere Unterstützung erbeten war.
Nach Gründung der HOG war das diesjährige Heimattreffen in Heilbronn einem Rückblick auf die erste vierjährige Tätigkeitdes Gründungsvorstandes gewidmet, verbunden mit einer ersten Mitgliederversammlung, Rechenschaftslegung und Neuwahl des Vorstandes. Von den 1960 Schäßburgern in aller Welt, deren Adressen in diesen Jahren zusammengetragen werden konnten, sind über 800 eingetragene HOGMitglieder, von denen sich über 200 Mitglieder an der Wahl beteiligten.

Jährlich erscheinen zwei Hefte unserer "Schäßburger Nachrichten" mit einer Auflage von 2.100 Exemplaren, so daß alle Verpflichtungen und Wünsche berücksichtigt werden können. Bereits im Vorfeld hatten die Mitglieder so auch die Möglichkeit, sich ein Urteil über die geleisteten Arbeiten zu verschaffen.

Über unsere Aktivitäten in Schäßburg, in Abstimmung mit Presbyterium und Forum, ist in dem Rechenschaftsbericht (Heft 7) ausführlich berichtet worden: Humanitäre Hilfe mit Zuschüssen für Bedürftige, Friedhofinstandsetzung, Genalogische Forschung mit Übernahme des Matrikelbestandes, Ehrung H. Oberth, Einweihung der Gedenktafel für die Gefallenen und in der Deportation Verstorbenen.
Höhepunkt des diesjährigen Heimattreffens aber war zweifellos die Festansprache von Prof. Dr. E. Ziebart, gleichsam eine erste Liebeserklärung an die Bergschule eines aus Besarabien stammenden Bergschülers, die wir Ihnen als Weihnachtslektüre nunmehr in diesem Heft nachreichen können. Betrachten Sie diese gleichsam als Auftakt.

Auch anläßlich der ,,475-Jahr-Feier" der Bergschule, zu deren Gelingen wir eine Ausstellung und zwei Vorträge beisteuern konnten, waren wir gefordert.
Es war die Abschiedsstunde von H. Baier als Direktor der Lehranstalt nach 16 Dienstjahren, Anlaß genug, auch im Rahmen dieser Feierstunde darüber nachzudenken, ob in einem neuen Europa unsere Bergschule -selbst bei abnehmender Schülerzahl deutscher Nationalität -noch eine Zukunft als Begegnungsschule haben könnte. In einem Zwiegespräch mit "seiner Bergschule" versuchte H. Baier den Geist der Zeit einzufangen.
Dabei vergaß er auch nicht darauf hinzuweisen, daß 5 Jahre vor unserem "Gründungsjahr" -mithin 1517- M. Luther seine 95 Thesen an die Schloßkirche zu Wittenberg heftete.

Und selbst bei dem sich anschließenden Festgottesdienst in der Klosterkirche sahen wir uns veranlaßt, über den Geist unserer Väter nachzudenken: Neben dem eigens zur Festpredigt angereisten Landesbischof D. Dr. Ch. Klein agierte der .jüngst eingeführte "Amtsverweser" des Schäßburger Pfarramtes Pf H. B. Fröhlich in bewährter Arbeitsteilung. Zu den 475 Jahren der Bergschule fügte unser Landesbischof noch 25 Jahre hinzu und konnte so an den 500sten Geburtstag von Ph. Melanchton erinnern, der 1526 also vier Jahre nach unserem Jubiläumsjahr zur Einweihung einer Schule in Nürnberg die Rolle der Schule in einer Weise charakterisierte, die auch auf unsere Bergschule zutrifft. Was aber bewog unseren Landesbischof, für seine Bergschul-Predigt einen Text aus der Berg-Predigt auszuwählen? Wir bleiben aufgefordert, sein Anliegen mehrfach zu durchdenken.
Unser Dank gebührt aber auch allen unseren Schäßburger Landsleuten, die keine Mühe und Kosten scheuten, gleichsam "urbi et orbi" von unserer Bergschule zu künden. Auch aus solcher Sicht haben wir es für zweckmäßig gehalten, alle der Bergschule gewidmeten Beiträge in diesem Heft -nur teilweise gekürzt abzudrucken. Dadurch erhält dieses Heft seinen eigenen "Bergschul-Charakter". Manchem Leser wird dies vielleicht als überladen erscheinen. Im Dreiklang von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft waren wir aber in diesem Jahr der Vergangenheit verpflichtet. Allein die Gegenwart zu meistern, hat in unseren Händen gelegen. Um auch die Zukunft zu meistern, hatten wir auf eine Verjüngung des Vorstandes gesetzt. Leider können wir im Ergebnis der Neuwahlen nur von einer "zaghaften Verjüngung" sprechen. Indem wir Ihnen zum bevorstehenden Weihnachtsfest und den Jahreswechsel alles Gute, Gesundheit und Freude wünschen, geben wir der Hoffnung Ausdruck, daß Sie bei dcr Lcktürc dcr Ansprachen und deren Auswertung im Freundeskreis über die Möglichkeiten nachdenken, wie wir in drei Jahren zu einer nachhaltigen Verjüngung des Vorstandes und im übertragenen Sinne auch unserer altehrwürdigen Bergschule gelangen.

Die Redaktion


 

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Letztes Update: 2004-07-16 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg