HOG-Schäßburg / Siebenbürgen


Grußworte

des Schäßburger Bürgermeisters Constantin Stefanescu
(Übersetzt aus dem rumänischen von Stanciu Victor und Isolde Schebesch)

Herr Konsul, Herren Abgeordnete, Herr Präsidentialbeirat, verehrte Gäste, verehrte Mitbürger!

Willkommen zur Feierlichkeit der Bergschule, willkommen in Schäßburg.
Vor mehr als 800 Jahren wurde dieses Gebiet von deutscher Bevölkerung - Sachsen genannt - besiedelt. Sie gründeten diese schöne Stadt, die jahrhundertelang die Perle Siebenbürgens genannt wurde. Diese ehrbaren Einwohner, gute Handwerker, gute Kaufleute mit einer besonders hohen Kultur, beschlossen, eine Schule zu gründen.

Vor 475 Jahren wurde die Grundlage dieser Schule - Bergschule genannt - gelegt. Obwohl oberhalb der Schule eine alte Kirche, älter als die Schule ist, stand, heißt der Berg "Schulberg". Daraus ist ersichtlich, daß die damalige Bevölkerung größtes Gewicht auf die Schulbildung gelegt hat. Die Gasse, die zur Schule führt, ist die "Schulgasse", und in der Nähe der Schule wurden verschiedene Einrichtungen für Schulzwecke geschaffen.



Bürgermeister Constantin Stefanescu
Foto: Martin Zinz

Die deutsche Bevölkerung, die Sachsen, waren ein besonderer Menschenschlag. Ihr guter Ruf verbreitete sich im ganzen Land und über die Grenzen hinaus in die Welt. Heute sind nur sehr wenige in Schäßburg geblieben. Schade, daß die Zeiten dergestalt waren, daß die Bevölkerung ausgewandert ist. Heute haben wir die Gelegenheit, in unserer Mitte gewesene Schüler der Bergschule, die auch in anderen Ländern, wie in Deutschland, Österreich, auf Grund ihres hier erworbenen Wissens das Ansehen Schäßburgs weiter getragen haben.

Wir ersuchen Sie, verehrte Gäste, Schäßburg auch in Zukunft über die Grenzen und Länder hinaus bekannt zu machen, die Botschaft der Schäßburger weiter zu tragen, damit es wieder das wird, was es einst war - die Perle Siebenbürgens. Und wir, die heute die Geschicke der Stadt lenken, haben die besondere Aufgabe, dieses ebenfalls zu tun.
Für die Kinder und Schüler, die zur Zeit diese Schule besuchen, stellt sich auch die Aufgabe, den Ruf der Schule zu erhalten und zu fördern. Durch ihre Lehrer, meine Vorredner, haben sie erfahren, daß aus dieser Schule Akademiker hervorgegangen sind, die in der Welt Anerkennung fanden. Wir müssen stolz sein auf solche Vorbilder und es muß in unserem Interesse liegen, in dieser Schule unsere Bemühungen dergestalt zu verstärken, um den Bildungsstand der Schüler aus früheren Zeiten zu erreichen.

Wie Eingangs erwähnt, war Schäßburg nicht nur Stadt der Handwerker, sondern auch Standort gepflegter Kultur. Auf diesem Gebiet haben auch wir begonnen, das Kulturleben in Schäßburg zu fördern. Wir versuchen aus anderen Städten Rumäniens, aus anderen Städten Europas Kunst- und Kulturschaffende nach Schäßburg zu bringen, damit wir durch Musik, Literatur und Tanz das Ansehen der Stadt der Welt vermitteln können.
Schäßburg wünscht sich, wieder Komitatsvorort zu werden, so wie es früher war. Wir hoffen, Unterstützung zu finden, um diesen Wunsch verwirklichen zu können, das Großkokler Komitat zu gründen, welches während der kommunistischen Zeit aufgelöst wurde.

Die Stadt hat in diesen 40 Jahren enorme Verluste hinnehmen müssen, dabei hätte viel für Schäßburg verwirklicht werden können. Wir erwarten, daß das Parlament, die Regierung und das Präsidialamt diesen unseren Wünschen in nächstfolgender Zeit nachkommen wird. Und ich glaube, daß dieses zutrifft.
Ebenfalls in diesem Jahr feiern auch die Rumänen in Schäßburg ein besonderes Ereignis. Gefeiert wird das 200jährige Bestehen der rumänischen Kirche in der Cornesti und 60 Jahre seit der Erbauung der orthodoxen Kathedrale, beides schöne, architektonische Bauten. Also wurden die Rumänen nach den Sachsen hier ansässig, lebten und arbeiteten mit ihnen zusammen.

Wir wünschen uns, weiterhin gemeinsam das Leben zu gestalten, wir wünschen, daß die deutsche Kultur - von der deutschen Bevölkerung vermittelt - von unseren Kindern übernommen und weitergeführt wird. Wir benötigen allerdings Ihre Hilfe und ich habe Vertrauen in alle Schäßburger die außerhalb Schäßburgs leben, in ihre Heimatortsgemeinschaft, die zu uns kommen, mit der Absicht, uns bei der Verwirklichung der Objekte, die wir uns vorgenommen haben, zu unterstützen.

Ich habe Vertrauen in alle Schäßburger die nicht Schüler der Bergschule waren und dennoch heute da sind, um den Feierlichkeiten beizuwohnen und ich habe Vertrauen in all diejenigen, die von außerhalb gekommen sind um mit uns heute zu feiern.

Ich danke Ihnen.



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Letztes Update: 2003-08-23 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg