HOG-Schäßburg / Siebenbürgen


Schäßburger Treffen in Heilbronn


Weniger als zum vorigen Mal, doch immerhin rund 600 Teilnehmer zählte das 9. Schäßburger Treffen
am 30.-31. August in der mit Fahnen und Symbolen geschmückten Festhalle Harmonie" in Heilbronn,
der traditionellen Begegnungsstätte dieser Heimatortsgemeinschaft.

Eine Gruppe von 25 Gästen war aus Schäßburg angereist, und sogar ein Landsmann aus Kanada war gekommen.
Im Foyer hatten Künstler und Anbieter Ausstellungen eingerichtet: Wolfram Theil, Johann Untch,
Meta Hermann-Körnung, Wilhelm und Hermann Fabini. Adolf Kroner, Winfried Lahni, die Schäßburger
Burgspatzen - zudem gab es einen Bücherstand und eine Informationsstelle des Schäßburger
Bergschulvereins.

Vor dem Festprogramm fand die Mitgliederversammlung der HOG Schäßburg mit Rechenschaftsbericht,
vorgelegt vom HOG-Vorsitzenden Prof. Dr. Heinz Brandsch, statt. An den anschließenden Aussprachen
beteiligten sich H. Müller, H. Theil, R. Löw, W. Lingner, R. Zebli, D. Sigmund, O. Kleisch, A. Polder.
Der alte Vorstand wurde entlastet und ebenso wurden Nachträge zu den Satzungen beschlossen, wonach der
Mitgliedsbeitrag auf jährlich 25 DM erhöht wird und die gewählten Nachbarväter automatisch auch
Mitglieder des HOG-Vorstands sind. Bei den schriftlichen, geheimen Neuwahlen (auch Briefwahl war
möglich) wurden nach der persönlichen Vorstellung einiger Kandidaten 11 Mitglieder in den Ältestenrat,
7 in den Vorstand und 7 in den erweiterten Vorstand gewählt.

Das Ergebnis, das Wahlleiter Dieter Konnerth später mitteilte, sieht wie folgt aus: Von 792 Mitgliedern
gaben 203 ihre Stimmen ab, davon 197 gültige. In der Reihenfolge der erhaltenen Stimmen wurden gewählt:
In den Vorstand - W. Lingner, H. Schumann, G. Czernetzky. D. Wagner, R. Zebli, H. Theil, W. Roth.
In den erweiterten Vorstand: H. Müller, M. Zinz. D. Hügel, E. Markus, H. Knall, E. Mann, W. Lang.
In den Ältestenrat: H. Brandsch, R. Löw, H. Balthes, H. Pomarius, E. Leonhardt, J. Henning, R. Kartmann, K. Frank, A. Leonhardt, Fr. Menning. O. Kleisch

.

Der festliche Teil begann am Nachmittag mit Begrüßungsworten des scheidenden Vorsitzenden,
Prof. Dr. Heinz Brandsch - er hatte nur für den Ältestenrat kandidiert, gefolgt von Grußworten
des Heilbronner Bürgermeisters Harald Friese, des Schäßburger Bürgermeisters Constantin Stefanescu,
Kirchenkurator Andreas Christiani (Schäßburg), Richard Löw (Stellvertretender Bundesvorsitzender der
Landsmannschaft). Es waren Worte der Anerkennung und des Dankes, des Ansporns für die künftige Tätigkeit
dieser als besonders aktiv geschätzten


Empfang der Schäßburger Delegation auf den Wertwiesen.
Foto: Helmut Müller

HOG. H. Friese: Es ist Ihnen gelungen, das Spannungsfeld zwischen Identität und Integration
auszugleichen". C. Stefanescu: "Sie haben eine große Lücke hinterlassen. Ihr Platz ist eigentlich
immer noch dort. Als Rumäne spüre ich Ihre Abwesenheit schmerzlich." Zu den Ehrengästen gehörten
auch Ursula Brenner und Susanne Finkbeier seitens der Evangelischen Kirchengemeinde der Kilianskirche.
Dr. Ovidiu Capatina. Vorsitzender des Bergschulvereines, Reinhold Aescht, Vorsitzender des
Demokratischen Forums der Deutschen in Schäßburg, Hermann Baier, Bergschuldirektor a. D.
Die mit Aufmerksamkeit verfolgte Festansprache hielt Prof. Dr. Ziebart, ehemaliger Schüler des
Bischof-Teutsch-Gymnasiums. Obwohl er weder Schäßburger noch Siebenbürger Sachse sei, fühle er sich
vom Geist dieser Schule und der Schäßburger Gemeinschaft geprägt: Es war eine Zeit, die meinen
Lebensweg entscheidend geprägt hat. Schäßburg ist in meiner Erinnerung ein Stück heile Welt."
Die Rede wurde von Brandsch als Stunde der Wahrheit angekündigt und erwies sich als emotionale Laudatio
für Schäßburg.

Abends fand im Kleinen Saal eine Video-film-Vorführung statt, die von Martin Zinz (Düsseldorf)
eingeleitet wurde. Der Film "450 Jahre Bergschule", der 1972 von Christine Elges-Popa und Gerhard
Eike-Hügel gedreht und kürzlich von Zinz im rumänischen Filmarchiv entdeckt worden war, ist von
beachtlichem dokumentarischem Wert und wurde von den Zuschauern mit Interesse aufgenommen.
Ein Podiumsgespräch, das Prof. H. Baier moderierte, und an dem sich Astrid Bernek. M. A.,
Dr. O. Capatina, Dozent W. Roth und Bürgermeister Stefanescu beteiligten, ging um Vergangenheit,
vor allem aber um Gegenwart und Zukunft dieses traditionsreichen Gymnasiums. Im Oktober dieses
Jahres soll seine erste urkundliche Erwähnung vor 475 Jahren gefeiert werden.


Bürgermeister H. Friese bei seiner Ansprache
Festveranstaltung in der Harmonie
Foto: Helmut Müller


Festveranstaltung in der Harmonie
Foto: Helmut Müller



Wilhelm Fabini und Wolfram Theil, zwei unserer Vertreter der bildenden Kunst.
Foto: Walter Lingner


Isa Leonhardt mit Herz und Seele an ihrem Bücherstand.
Foto: Walter Lingner

 


Kurt Müller vertritt den Bergschulverein Schäßburg.
Foto: Walter Lingner


Adolf Kroner mit seinen Landschafts- und
Schäßburg-Aquarellen.
Foto: Walter Lingner


Bürgermeister C. Stefanescu -während seiner
Ansprache mit Hermann Baier als Übersetzer.
Foto: Helmut Müller

Zu den Feierlichkeiten in Schäßburg wird herzlich eingeladen. Abschließend zeigte und kommentierte
Prof. Ziebart Aufnahmen von Schäßburg während einer Reise aus jüngster Zeit. Mit einem Festgottesdienst
in der Evangelischen Kilianskirche am Sonntag fand das Heimattreffen einen würdigen Ausklang.
Der unter dem Leitspruch "Lobe den Herren, meine Seele, und vergiß nicht was er dir Gutes getan hat"
(Ps. 103, 3) stehende Gottesdienst wurde von Pfarrer Gerd-Volker Saar eingegrüßt und von den Pfarrern
Peter Madler und Dr. Rolf Binder gestaltet.

Die Kollekte (es wurden 1867,04 DM gespendet) ist für die Altenpflege und die Friedhofspflege in
Schäßburg bestimmt. Die Leitung der "Harmonie" und das Bürgermeisteramt Heilbronn sprachen der
Gemeinschaft der Schäßburger ihr Lob für die gute Organisation und den reibungslosen Ablauf des
Treffens aus.

Ein besonderes Dankeschön gilt denen, die sich für die Organisation eingesetzt haben: H. Brandsch,
W. Lingner, R. Zebli, H. Schumann, E. Leonhardt, H. Müller, D. Wagner, G. Czernetzky, D. Konnerth.
Daß es zu unzähligen persönlichen Begegnungen und Einzelgesprächen kam, so wie das bei solchen
Heimattreffen geschieht, muß als ebenso wichtig eingeschätzt werden wie der offizielle Programmablauf.
"Als ob die ganze Stadt Familientreffen feierte" - so hieß es in einem Bericht, der am 1. September
in der "Heilbronner Stimme" unter dem Titel "Erinnerung an ein Stück heile Welt" erschien.

Walter Roth


balken.gif (7924 Byte)

Letztes Update: 2003-08-23 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg