HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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100 Jahre Museum "Alt-Schäßburg"Dr. Josef Bacon - Heimatforscher und Museumsgründer
Josef Bacon (1857?1941), Sohn des Landesadvokaten und Reichstagsabgeordneten Joseph Martin Bacon und der Therese Bacon, geb. Wenrich, Frauenrechtlerin und Gründerin des Vereins für Frauenbildung in Schäßburg, war in den Jahren 1883?1925 Stadtphysikus von Schäßburg. Als solcher erwarb er sich Verdienste um die sanitäre Modernisierung seiner Heimatstadt (Wasserleitung, Epidemiespital, Lebensmittelkontrolle, Dienstbotenkrankenkasse, Ambulatorium für TBC-Kranke, Badekolonie Szt. Keresztbanya ? Karlshütte). Zugleich nahm er aktiv am politischen, völkischen und kirchlichen Leben der Stadt teil. Als Heimatforscher, Sammler, Ordner und Bewahrer siebenbürgischer Kulturgüter wird er heute vor allem als Museumsgründer geschätzt und geehrt. Bekanntlich gab es bereits 1896 einen Beschluss der Stadtvertretung, im Stundturm ? Wahrzeichen der Stadt und ehemals Rathaus ? ein Ortsmuseum zu errichten. 1898 wurden zuerst zwei Räume des Turmes renoviert, und so konnten die ersten Exponate, die aus einer Sammlung des Gymnasiums stammten oder aus Kirchenbesitz übernommen wurden, oft auch aus Spenderhand kamen, zugänglich gemacht werden. Eingerichtet wurde diese "historische Bürgerstube" von Friedrich v. Sachsenheim. Sie bildete den Grundstock des Museums, das am 24. Juni 1899 im Rahmen des "Sebastian-Hann-Vereins für heimische Kunstbestrebungen" eröffnet wurde.
Dr. Josef Bacon hat es als ehrenamtlicher Kustos jahrzehntelang hingebungsvoll betreut und weiter entwickelt. Zahlreiche Objekte, die die Schäßburger Bürger auf Speichern, Dachböden und in Kellern entdeckten, wurden dem beliebten Doktor dargebracht und kamen im Museum zu Ehren.
Viele Spender verstanden das Interesse des kuriosen Sammlers für diesen "Krempel" nicht, doch überließen sie ihm diesen gern. Einmal soll er eine prächtige Renaissance-Türe mit wertvollen Intarsien gerettet haben, die er in einem Schweinestall entdeckt hatte, wo sie als Baumaterial verwendet worden war. Bacon hat auch noch in hohem Alter persönlich unzählige Führungen treppauf treppab gemacht und seine geliebten Exponate vorgestellt und erklärt. Er hat zudem insbesondere im "Groß-Kokler Boten" in Beiträgen Gedanken über Heimatmuseen, über Schäßburger Museen und Darstellungen "seines" Museums "Alt-Schäßburg" publiziert.
Zu Bacons Mitarbeitern gehörten Prof. Carl Seraphin, Dr. Friedrich
Kraus, Betty Schuller, Dr. Friedrich Kelzer, Prof. Georg Donath und Julius
Misselbacher, der später, nach Bacons Tod, die Leitung übernahm
und bis zur Verstaatlichung des Museums fortführte. In der letzten
Zeit des Bestehens als sächsische Einrichtung hat sich insbesondere
Prof. Dr. Julius Hollitzer in der Museumsarbeit ausgezeichnet. Viele Exponate wurden ausgelagert, und der Krieg und die Nachkriegszeit
brachten einige schmerzliche Verluste. Trotzdem ist der Grundbestand des
Museums erhalten geblieben. Die HOG Schäßburg bereicherte das
Museum in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung u. a. durch eine Dokumentation
zur Geschichte des Museums, in der die Büste seines Gründers
Dr. Josef Bacon (von Arch. Wolfram Theil) wieder zu Ehren gekommen ist.
JOSEF BACON HeimatLegende zu einem auf der Plattform des Stundturmes im Museum Alt-Schäßburg
Von meiner Seele innerem Leben, Fühlen Nicht eine Welt für sich ist meine Heimat, Hier seh ich um mich alle die Gestalten, Begeisterung für der Jugend Ideale, Woran ich schuf in arbeitsfrohen Jahren, Doch nicht Erinn'rung bloß, auch frohes Hoffen
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