HOG-Schäßburg / Siebenbürgen


Des Sommers letzter Tag

von Hans Schuster (SN12)

Vom Hügel hängt die Teppichwand
Des Waldes vor mein Haus,
Der wilde Wein dareingespannt
Glüht feuerrot daraus.

Die Tannenhecke taubenetzt,
Duftet von Harz und sprüht,
Wie diamant- und perlbesetzt,
Ein Märchenschatz erglüht

In lichte-goldenem Sonnenschein.
Mit hellem Flügelschlag
Schwingt heut in seligem Betreun
des Sommers letzter Tag.

Der Himmel blau, die Wälder weit,
Wohin mein Auge sieht:
Noch Sonnensommerseligkeit
Im Herzen und Gemüt.

Es steht ein Haus am Waldesrand
Von Tannenduft umweht,
Erfüllt von Blum- und Blütenbrand
Liegt sternenübersät.

Von unten blinkt der Lichterbaum:
In Frieden schläft die Stadt,
Die kaum zuvor Schloss, Tür und Tor
Uns heim beschieden hat.

Mein Nachen wiegt in stillen Port
Nach Tag und Wellenschlag,
Es lauscht die Seele immerfort
Berauscht vom lieblichen Akkord,
Von Blüht- und Rosenag.

Denn drübenher von Hang und Rain
Klang rein und hell ein Lied,
Das Lied der Nachtigal, ich mein,
Die um ein junges Röselein
Sich inniglich bemüht.

Hans Schuster (1954), Zahnarzt

 

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Letztes Update: 2004-05-23 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg