HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Zum GeleitDas Dutzend - sprich sechs Jahrgänge - der zweimal jährlich
erscheinenden "Schäßburger Nachrichten" ist mit Heft
12 erfüllt und liegt Ihnen nunmehr, verbunden mit den allerbesten
alljährlichen Weihnachts- aber einmaligen Jahrtausendwünschen,
vor. Wie es der Zeitenlauf aber so wollte, war im letzten Halbjahr unseres Jahrhunderts/Jahrtausends zunächst kein heimatlich spezifisches Ereignis zu erwarten, das als Leitmotiv dieses Heftes hätte dienen können. In dieser Situation schien es angezeigt, uns erneut und damit zum wiederholten Male der Frage nach dem "Woher" und "Wohin" zuzuwenden, und dies in Erinnerung und Nachfolge unserer heimatlichen Lokalpresse. Einschlägige Gründungsjahrgänge wären gewesen: "Das Sächsische Volksblatt" (1869), "Schäßburger Anzeiger" (1872, ab 1900 "Schäßburger Zeitung"), "Groß-Kokler Bote" (1879). Der Himmel aber wollte es anders!
Noch nicht zu Ende gedacht, erreichte uns eine eher irdische Nachricht. Auf Beschluss der EU wurde am 24.10.1999 in einem Festakt unserer Heimatstadt Schäßburg der EU-Ehrenwimpel überreicht, einer von 27 des Jahres 1999 und als einziger für Rumänien! Leider erreichte uns die Einladung zum Festakt etwas spät, so dass wir unsere offiziellen Glückwünsche dem Bürgermeister der Stadt nur schriftlich übermitteln konnten. Und wieder waren wir veranlasst, über Inhalt und Geleitwort nachzudenken ... fast schon Alltag Ihres Redaktionskollegiums. Es fällt selbst uns, die wir uns ohne Unterbrechung in Schäßburg (wenn auch mit wechselndem Erfolg) engagieren, schwer, die "EU-Reife" unseres Heimatlandes zweifelsfrei zu unterschreiben, auch wenn es sich um unsere Heimatstadt handelt. Wo unsere Probleme liegen, finden Sie in diesem Heft. Dies bitte aber nie als Vorwurf! Denn: In emotionslosen nächtlichen Stunden muss man unseren rumänischen Nachbarn - selbst in historischen Dimensionen - bescheinigen, dass sie in kritischen Situationen oft überlebenstüchtiger waren als wir. Aber: Wer die Enteignungsgesetze und die Enttäuschung über die Nichteinhaltung der Versprechungen in den Karlsburger Beschlüssen nach dem Ersten Weltkrieg sowie die sozialistische Perversion eines N. C. nach dem Zweiten Weltkrieg als rechtmäßig "Fortgeschrieben" wissen will, muss sich Zweifel an der gegenwärtigen Passfähigkeit zu Mitteleuropa gefallen lassen. Wie immer man aber die Zukunft sieht, die Aufgaben bejaht oder verneint
und sich persönlich engagiert, eines bleibt unverzichtbar: Ohne Konsens
im Rahmen unserer Vereinigung und mit der gegenwärtigen Bevölkerung
und ihrem Stadtparlament werden wir wenig bewirken. Voraussetzung für eine dauerhafte Verständigung ist der innere
Friede aller Beteiligten. Schonung der Gefühle bringt uns aber nicht
weiter, ebenso wenig wie eine Mystifizierung der Geschichte, die des ungeachtet
Grundlage unserer Allgemeinbildung bleibt. Wie in anderen Wissensgebieten
sollte auch in der Gegenwarts- und Geschichtsforschung die Frage nach
dem "Warum?" an Bedeutung gewinnen, dann gäbe es für
ein klares "Woher" sicher auch eine deutliche Antwort auf die
Frage "Wohin". Ihre Redaktion
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