HOG-Schäßburg / Siebenbürgen

Zum Gedenken an: Erna Salmen †

Wenn man immer wieder erfährt, daß manche Landsleute ihre Herkunft übertünchen möchten und sich als Europäer oder gar Weltbürger bezeichnen - für Erna Salmen traf das sicherlich nicht zu.


Erna Salmen

Die letzten 15 Jahre bis zu ihrem Tod am 10. April 2000 hat sie gerne und sehr bewußt in Heilbronn gelebt, von Herzen dankbar für alle gebotenen Möglichkeiten, ihren Lebensabend Tag für Tag sinnvoll zu gestalten, doch mit der Behauptung "Alte Heimat" -"Neue Heimat" hat sie sich nie identifizieren können. Heimat war für Erna Salmen bis zu ihrem letzten Atemzug Schäßburg. So fand auch das, was an ihr vergänglich und sterblich war, ihrem Wunsch gemäß, im Elterngrab auf dem Bergfriedhof letzte Ruhestatt.
Carl Zuckmayer bekennt in seinem Buch "Als wär's ein Stück von mir": Geburtsheimat ist keine Gefühlsfiktion, kein Gedankenschema. Sie ist ein Gesetz. Sie bedeutet Bestimmung und Vorbestimmung, sie prägt Wachstum und Sprache, Blick und Gehör, sie beseelt die Sinne.
Die Geburts- und Lebensheimat Schäßburg hat Erna Salmen zutiefst geprägt und sie stand dazu, wo immer ihre Wege sie auch hinführten.
Schäßburg bedeutet für sie nicht nur Stadtbild mit Baiergässer Elternhaus, Marktplatz mit väterlicher Apotheke, Klosterkirehe und Bergkirche, Friedhof und Stundturm; Schäßburg war für sie Lebensart, erfahrene Geborgenheit, aber auch Sehnsucht, Heimweh und letztendlich Grund zu Dankbarkeit.

Am 27. März 1909 in die Familie des Apothekers August Salmen und der Auguste geb. Zimmermann hineingeboren, erfuhr sie von Anfang an den Segen des Elternhauses, des nachbarschaftlichen und kirchlichen Zusammenhaltes. Dazu kam die gediegene schulische Ausbildung von der Volksschule, bis hin zum Mädchenseminar. Zunächst arbeitete sie in der Anwaltskanzlei Dr. Otto Zimmermann, dann als Sekretärin von Dr. Hans Otto Roth in Bukarest und bis 1944 im Deutschen Konsulat in Kronstadt. Unvergessen ihre Schuhsohlenproduktion aus Hanfseilen, bis sie dann wieder "arbeiten" durfte. Bis zu ihrer Pensionierung bei "Vin-alcool" (Mat) in der Oberen Baiergasse hat sich Erna Salmen auch durch diese sehr ungewöhnlichen Tätigkeiten nicht unterkriegen lassen. Ihre Ausstrahlung erfuhr wohl gerade dadurch noch mehr Tiefe und Innigkeit. Über viele Jahre war sie Presbyterin und hatte als solche ein sehr waches Auge für die kostbaren Teppiche in der Klosterkirche.

Der letzte Höhepunkt ihres Lebens sollte der 90. Geburtstag sein, den sie im Familien- sowie großen Freundes- und Bekanntenkreis in Heilbronn feierte, und dann die letzte Abschiedsreise nach Schäßburg zur Einweihung der restaurierten Bergkirche.
Nun ruht sie, nur wenige Meter von ihr entfernt. Der Kreis hat sich geschlossen. Wir danken der unverwechselbaren Schäßburgerin für ihre Güte, ihren Weitblick, ihren feinen Humor und behalten sie in lieber Erinnerung.
Danke Erna Sahnen, danke liebe Pisi.

E. K., H. R.

 

 

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Letztes Update: 2004-03-05 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg