HOG-Schäßburg / Siebenbürgen


Schäßburg auf der Welterbeliste der UNESCO

Schäßburg gehört zum Weltkulturerbe.           Foto: Hermann Fabini

Wie bekanntlich zu Beginn dieses Jahres in der Siebenbürgischen Zeitung berichtet, hat das Welterbekomitee der UNESCO in seiner Dezembersitzung 1999 in Rabat/Marokko der Aufnahme der Altstadt von Schäßburg in die Welterbeliste zugestimmt. Damit folgte es dem Antrag der rumänischen Regierung, der auch weitere Vorschläge umfasste: die Holzkirchen der Maramuresch, die Dakerfestungen um Sarmisegetuza - jeweils als eine Position mit mehreren Denkmälern der gleichen Gattung - und konsequenterweise die Erweiterung der Position Birthälm (seit 1993 auf der Liste) durch eine Reihe weiterer Ortschaften (Kirchenbefestigung und Dorf) ebenfalls zu einer repräsentativen "Familie" der siebenbürgischen Wehrkirchen und Kirchenburgen. Bei der Auswahl dieser Orte - Kelling, Wurmloch, Keisd, Deutschweißkirch, Tartlau und als Szekler Wehrkirche jene von Darjiu/Ders - waren die verschiedenen historischen Siedlungsgebiete der Siebenbürger Sachsen einerseits, die unterschiedlichen Arten der Kirchenbefestigungen und der Erhaltungszustand dieser Dörfer andererseits maßgebend, während Darjiu/Ders die kleine Familie der Szekler Wehrkirchen repräsentiert.

Durch die Aufnahme in die Weltkulturerbeliste der UNESCO hat das Welterbekomitee die Altstadt von Schäßburg als eines der weltweit bedeutendsten Kulturdenkmäler anerkannt - zweifellos eine besondere Auszeichnung für unsere Heimatstadt und für das Erbe unserer Vorfahren. Gleichwohl ist sie Verpflichtung und Verantwortung zugleich, mit diesem Erbe pfleglich und behutsam umzugehen und alles für seine Erhaltung zu tun. Damit sind alle Schäßburger angesprochen und nicht allein die derzeitige Stadtverwaltung, die dort lebende Bevölkerung oder der rumänische Staat. Zur Verdeutlichung sei kurz an Sinn und Zweck der Welterbeliste erinnert: Die "Konvention zum Schutz des Natur- und Kulturerbes der Welt" wurde von der UNESCO im Jahre 1972 erstmals formuliert und sollte im Laufe der Jahre zu der erfolgreichsten Konvention werden, die von der Tochterorganisation für Kultur und Erziehung der Vereinten Nationen jemals verabschiedet worden ist. Völlig neuartig war seinerzeit die Idee des gemeinsamen Schutzes von Natur und Kultur, aus der Erkenntnis heraus, dass neben den Wechselbeziehungen zwischen den von Menschenhand geschaffenen Kulturdenkmälern und der umgebenden, prägenden Natur beide unter der Umweltzerstörung gigantischen Ausmaßes zu leiden haben, die in den letzten Jahrzehnten den Erdball bedroht. Um die Konvention umsetzen zu können, sollten die weltweit bedeutendsten Zeugnisse von Natur und Kultur (anhand gewisser Kriterien) ausgewählt und in die Welterbeliste aufgenommen werden, deren Schutz in die Verantwortung der gesamten Menschheit gelegt wurde. Nachdem die ersten Länder die Konvention unterzeichnet hatten - inzwischen sind es über 140 - konnte 1975 das Welterbekomitee seine Arbeit aufnehmen und die ersten Denkmäler von weltweiter Bedeutung in die Welterbeliste aufnehmen. Diese Liste umfasst derzeit weit über 600 Positionen, davon etwa ein Drittel Natur- und zwei Drittel Kulturdenkmäler. Finanzielle Vorteile sind mit der Aufnahme in diese Liste nicht verbunden, denn mit der Unterzeichnung der Konvention verpflichtet sich jedes Land, für Schutz und Pflege seiner Welterbedenkmäler selbst aufzukommen. Gleichwohl wurde seitens der UNESCO ein Fond für Dringlichkeitsmaßnahmen an gefährdeten Denkmälern eingerichtet, während die akut gefährdeten Objekte in die sog. "Rote Liste" aufgenommen werden.

Bekanntlich hat die rumänische Regierung die Welterbekonvention erst nach den Ereignissen von 1989/90 unterzeichnet und anschließend ihre Nationalkommission für Denkmäler, Ensembles und historische Stätten beauftragt, eine Vorschlagsliste für die Kulturdenkmäler Rumäniens von internationaler Bedeutung aufzustellen. Diese noch im Laufe des Jahres 1991 ausgearbeitete Liste sollte die Grundlage für die Aufnahme der ersten Denkmäler Rumäniens in die Welterbeliste 1993 bilden: die Kirchenburg von Birthälm, Kloster Hurezu und die Klöster der Nordmoldau (als Kulturdenkmäler sowie das Donaudelta als Naturreservat).

Unter den 15 Vorschlägen der Nationalkommission figuriert neben der Kirchenburg von Birthälm (mit einem kleinen Ausschnitt des Dorfkerns) auch die Altstadt von Schäßburg. Aufgrund der bereits in der Siebenbürgischen Zeitung Ende Januar 2000 geschilderten Interventionen zur Erweiterung der Position Birthälm auf der Welterbeliste konnten die entsprechenden, eingangs vorgestellten Vorschläge in Kooperation mit dem Siebenbürgisch-sächsischen Kulturrat kurzfristig festgelegt und abgestimmt werden, vor allem vor dem Hintergrund der damals zügig voranschreitenden, vom Kulturrat getragenen und von der Bundesregierung finanzierten Dokumentation des siebenbürgisch-sächsischen Kulturgutes. Verbunden war diese Kooperation mit dem Angebot des Kulturrats, zwecks Erstellung der erforderlichen Dokumentation für die Nominierung auf die Welterbeliste dem rumänischen Kulturministerium die Ergebnisse des Dokumentationsprojektes zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig stieß die Initiative, die Vorschläge wissenschaftlich zu bearbeiten und zu veröffentlichen, auf reges Interesse. So konnte eine erweiterte bzw. aktualisierte Fassung dieser Vorschlagsliste in Form wissenschaftlicher Beiträge zu den einzelnen Kulturdenkmälern Ende 1995 in der Reihe der "Hefte des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS", Bd. XIV, unter dem Titel "Denkmäler Rumäniens" in München veröffentlich werden (zweisprachige Ausgabe deutsch/französisch). Der Band ist ein Ergebnis der Ende 1991 unterzeichneten Partnerschaft zwischen dem Deutschen Nationalkomitee von ICOMOS (Internationaler Rat für Denkmalpflege der UNESCO) und der Rumänischen Nationalkommission für Denkmäler, Ensembles und historische Stätten. Als Herausgeber zeichnet der Verfasser dieser Zeilen, der auch die zu jenem Zeitpunkt bereits feststehende Erweiterung der Position Birthälm zur Familie der siebenbürgisch-sächsischen Wehrkirchen und Kirchenburgen begründet und ausführlich erläutert hat. Der Beitrag zur baugeschichtlichen Entwicklung und städtebaulichen Bedeutung der Altstadt von Schäßburg ist Paul Niedermaier zu verdanken.

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Wie für die weiter oben erwähnten Dörfer mit ihren Kirchenbefestigungen (Erweiterung der Position Birthälm) ist auch die Dokumentation zur Nominierung der Altstadt von Schäßburg auf der Grundlage der systematischen Inventarisation im Rahmen des Dokumentationsprojektes erstellt worden. Letztere wurde in der Erfassungskampagne 1996 durchgeführt und mit der fotografischen Luftbild-Dokumentation von 1994 (Dr. Georg Gerster, Zürich) dem rumänischen Kulturministerium zur Verfügung gestellt. Bei der Abgrenzung des zu schützenden Denkmalbereiches konnte zudem auf die seitens des Ministeriums für öffentliche Arbeiten und Gebietsplanung (M.L.P.A.T.) ausgearbeitete Denkmalschutzzone für Schäßburg zurückgegriffen werden, die als Musterbeispiel gelegentlich eines Kolloquiums des Kulturministeriums im Herbst 1994 in Sinaia vorgestellt worden war. Diese Schutzzone hatte bereits Gesetzeskraft erlangt und ihre Übernahme in die Dokumentation hat die Umsetzung des Schutzgedankens der UNESCO gegenüber wesentlich erleichtert. Sie umfasst keineswegs allein die obere Altstadt, d. h. die Burg innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern mit ihren Wehrtürmen, sondern auch sämtliche, durch die neuere historische Forschung anhand des ursprünglichen Parzellengefüges datierten und lokalisierten Bereiche der Unterstadt - von der Hüll- und Schaasergasse bis zur Mühl- und Baiergasse einschließlich des großen "Lochs", der großen Bresche im Bereich Mühlgasse, die bekanntlich der Systematisierungspolitik der Ceausescu-Ära zum Opfer gefallen ist.

Die Aufnahme auf die Welterbeliste stimmt optimistisch, diese nicht nur städtebaulich eindeutige Fehlentwicklung nunmehr steuern zu können, indem zum einen verhindert wird, dass hier nach wie vor maßstabssprengende und dem charakteristischen Stadtbild fremde Bauten errichtet werden, zum anderen jedoch mit fachlicher Kompetenz eine Planung und Umsetzung zur Schließung dieser als schmerzlich empfundenen Lücke im städtischen Gefüge möglichst bald in Angriff genommen werden wird. Zur Erläuterung sei darauf hingewiesen, dass Schäßburg als das am besten erhaltene Beispiel Siebenbürgens für eine ehemalige Acker-Bürger-Stadt bewertet und als solche auf die Welterbeliste aufgenommen worden ist. Acker-Bürger-Stadt bedeutet ganz einfach, dass die Gründer und auch späteren Einwohner Schäßburgs nicht allein Städter, d. h. in erster Linie Handwerker waren, sondern auch Ackerbau, also Landwirtschaft betrieben haben, eine Tatsache, die an der architektonischen Form der meisten (älteren) Häuser mit ihren Toreinfahrten und Innenhöfen mit Wirtschaftsgebäuden, vor allem Scheunen, noch deutlich ablesbar ist. (Hier sei nur nebenbei bemerkt, wie sehr das ursprüngliche Gefüge beispielsweise der Unterstadt, insbesondere der westlichen Baiergasse unter der Regulierung des Kokelbettes zu leiden hatte, als die langgestreckten rückseitigen Parzellen der Häuser - die ehemaligen Gemüsegärten - der Flussbettverbreiterung und der neuen Straßenführung weichen mussten.) Diese Tatsache steht keineswegs im Widerspruch zu der späteren Entwicklung des Handwerks und damit der Zünfte (und des Handels), die sich bekanntlich bis heute in der großen Anzahl von Befestigungstürmen und Stadttoren niederschlägt. Bedauerlicherweise ist von den ehedem vorhandenen und historisch belegten Stadtbefestigungen der Unterstadt wegen der neuzeitlichen Entwicklung vor allem seit dem mittleren 19. Jh. nichts erhalten geblieben.

Insgesamt kann behauptet werden, dass aus denkmalpflegerischer Sicht der Erhaltungszustand der Schäßburger Altstadt nicht besorgniserregend ist, obwohl ja seit Ende des Zweiten Weltkriegs kaum noch Bauunterhalt oder Instandsetzungsmaßnahmen an den Häusern oder auch an den öffentlichen Gebäuden durchgeführt werden konnten. Diese Behauptung sollte auf keinen Fall mit der "Auffrischung" der bunten Fassadenanstriche in den achtziger Jahren des 20. Jh. verwechselt werden, die lediglich als "Kosmetik" und gleichermaßen als ein "Feigenblatt" unterlassener denkmalpflegerischer Bemühungen gewertet werden muss. Und wenn in den siebziger Jahren seitens des staatlichen rumänischen Denkmalamtes die Stadtmauern gesichert und die Schülertreppe restauriert worden sind, so hat dieser Eingriff leider keine nachhaltige Wirkung gezeitigt, denn bekanntlich ist vor zwei Jahren ein relativ großes Stück der Mauer über der Toreinfahrt aus dem Umweg zum Friedhof eingestürzt. Das Welterbekomitee der UNESCO hat entsprechend reagiert und der Aufnahme Schäßburgs nur unter der Bedingung zugestimmt, diese Mauerpartie statisch zu sichern und wieder zu schließen. Das erforderliche Sicherungsprojekt ist bereits seit einem Jahr fertiggestellt, doch kann es mangels Haushaltsmitteln nicht umgesetzt werden.

Vergleichbares wäre sicherlich auch von anderen bedeutenden Baudenkmälern der Stadt zu berichten, wie z. B. der Bergkirche, die ohne die grundlegende, von der Messerschmitt Stiftung München finanzierte Instandsetzung der Jahre 1993-1997 einem stärkeren Erdbeben nicht standgehalten hätte und gleich einem Kartenhaus in sich zusammengefallen wäre (wie die Erdbebenberechnungen des Rechenzentrums der Universität Karlsruhe ergeben hatten). Auch hier sind die Arbeiten trotz feierlicher Wiedereinweihung am 24. April letzten Jahres wegen mangelnder Haushaltsmittel des Kulturministeriums noch nicht abgeschlossen, nachdem die Münchener Stiftung 1997 nach Überschreitung der Fünf-Millionen-Grenze eine Weiterfinanzierung aufgekündigt hatte. Vor allem die zwingend erforderlichen Außenarbeiten, insbesondere Drainage und Kanalisation, können nicht durchgeführt werden, da sie an die seit Jahren geplante Kanalisation der Bergschule gebunden sind und letztere wegen fehlender Mittel immer wieder hinausgeschoben werden musste. Dass schließlich die Erneuerung bzw. Modernisierung der Kanalisation auf der gesamten Burg längst überfällig ist und in ihrem derzeitigen Zustand einen Hemmschuh für die Sanierung aller Häuser darstellt, ist ein längst bekanntes Ärgernis.

So musste beispielsweise für die Trockenlegung des "Hauses mit dem Hirschgeweih" auf dem Burgplatz eine aufwendige Insellösung gewählt werden. Bekanntlich ist das Haus der Sitz des Vereins "Restauro-Messerschmitt", der Filiale der Stiftung in Schäßburg; es wird derzeit zu einem deutsch-rumänischen Kultur- und Dokumentationszentrum ausgebaut und voraussichtlich im Frühsommer nächsten Jahres der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Eine weitere, bereits in der Planungsphase befindliche denkmalpflegerische Maßnahme der Messerschmitt Stiftung ist die statische Sicherung des Zinngießerturms, die ebenfalls im nächsten Jahr durchgeführt werden soll. Für eine gründliche Instandsetzung des ebenfalls gefährdeten Stundturms, dem Wahrzeichen unserer Stadt, hat die weltweit operierende Getty-Stiftung Los Angeles finanzielle Unterstützung zugesagt.

Die Aufzählung all der angelaufenen Aktivitäten an Sanierungsmaßnahmen innerhalb der Burg wäre nicht vollständig ohne die Erwähnung einer Initiative, die dem ehemaligen Stadtrat zu verdanken ist, nämlich die verschiedenen leerstehenden Wehrtürme einer Nutzung zuzuführen: wenn im Schmiedeturm seit einigen Jahren Theateraufführungen stattfinden, so wird derzeit der Schusterturm einer Nutzung zugeführt, und auch für den Schneiderturm ist die Planung für die Einrichtung eines Spezialitätenrestaurants bereits weit fortgeschritten.

So sehr aus fachlicher Sicht streng darauf zu achten sein wird, dass die originale historische Bausubstanz durch solche Eingriffe nicht gestört wird, so sind diese - privaten - Initiativen als Beitrag zur Revitalisierung der Burg durchaus zu begrüßen. Das gilt gleichermaßen für den bereits angelaufenen Umbau des ehemaligen Rathauses und nachmaligen Internats der Landwirtschaftsschule in der Schulgasse zu einem Hotel, um den zahlreichen Touristen aus aller Welt die Möglichkeit zu bieten, innerhalb der Stadtmauern zu verweilen und nicht außerhalb Quartier und Gastronomie suchen zu müssen. (Das "Haus mit dem Hirschgeweih" wird für kulturelle Veranstaltungen, Seminare und Kolloquien, doch auch für gezielten Kulturtourismus ebenfalls Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomie anbieten.)

Um all diese Aktivitäten, Initiativen und Eingriffe fachlich begleiten und überwachen zu können, bedarf es einer allseits zugänglichen wissenschaftlichen Dokumentation des Denkmalbestandes, die ja im Rahmen des Dokumentationsprojektes bereits erarbeitet worden ist. Der Kulturrat hat daher in seiner Herbstsitzung diesen Jahres beschlossen, die Dokumentation der Altstadt von Schäßburg - u. a. als Anerkennung für den Status der einzigen siebenbürgisch-sächsischen Stadt auf der Welterbeliste - als nächsten Band der Reihe "Denkmaltopographie Siebenbürgen" zu veröffentlichen. Die Vorarbeiten sind bereits angelaufen und das Buch könnte im nächsten Jahr erscheinen, unter der Voraussetzung, dass die Finanzierung gesichert ist.

Im Zeichen immer knapper werdender Mittel der öffentlichen Hand bietet sich hier die Form der Subskription an, zu der alle Schäßburger - und nicht allein die Mitglieder der HOG - hiermit aufgerufen sind (die genauen Subskriptionsbedingungen werden demnächst bekannt gegeben). Es wird ein vergleichsweise bescheidener - und natürlich indirekter, doch methodisch zwingend erforderlicher - Beitrag zur Erhaltung unserer Altstadt sein, die neben den sehr wichtigen und wirksamen Aktivitäten der HOG oder des Bergschulvereins langfristig weit größere Anstrengungen erfordern wird, vor allem, seitdem zunehmend private Investoren aus aller Welt versuchen, in Schäßburg ansässig zu werden. Die Erhaltung, Pflege und auch Präsentation der Zeugnisse unserer sächsischen Vergangenheit als Gemeinschaft - die Ausstellung in dem ehem. Kreuzgang der Klosterkirche etwa, das Hallenlanghaus der Bergkirche als Museum kirchlicher Kunst (vor allem des Schäßburger Gebietes) oder die Pflege und Herrichtung des Bergfriedhofs und der Heldenfriedhöfe - sind überaus wichtige und notwendige Maßnahmen, die unser aller Anstrengung und Engagement erfordern, wie auch die gemeinsame Sorge und Unterstützung für das Fortbestehen der Bergschule als deutsche Schule.

So wichtig diese Anliegen vor allem für das Selbstverständnis und das Fortbestehen der kleinen, in Schäßburg verbliebenen sächsischen Gemeinschaft sind, so ist damit der Beitrag zur Erhaltung der Altstadt als Welterbestadt - als gemeinsames Anliegen aller Schäßburger - noch lange nicht ausgeschöpft. Auch wenn die staatlichen Mittel derzeit nicht ausreichen, erforderliche Sanierungsmaßnahmen zu finanzieren, so ist das Interesse gleichwohl dezidiert formuliert und auch demonstriert, nicht zuletzt durch ein seitens des rumänischen Kulturministeriums in Zusammenarbeit mit dem Stadtrat Ende September organisiertes internaitonales Kolloquium zum Thema Weltkulturerbe in Schäßburg. Die Erwartungen sind groß, auch und vor allem den in Deutschland lebenden Schäßburgern gegenüber, gepaart jedoch auch mit dem Vertrauen auf die Erkenntnis der Verantwortung und entsprechende Initiativen von unserer Seite. Diese Chance sollten wir nutzen und alle Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung ausloten.

Vielleicht wäre - oder ist es bereits - an der Zeit, über die Gründung eines Vereins oder - besser noch - einer Stiftung zur "Erhaltung des Welterbedenkmals Altstadt von Schäßburg" nicht nur nachzudenken, sondern so bald wie möglich konkrete Schritte zu ihrer Gründung zu unternehmen, um dadurch tatkräftig an der langfristigen Sicherung unserer Stadt teilhaben zu können.   

Christoph Machat (Köln)

 

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