HOG-Schäßburg / Siebenbürgen


Siebenbürgisch-sächsische Ausdrücke aus Schäßburg

gesammelt von Elly Adleff

 

As Mottersproch
Dank all denen, die auf unseren Aufruf geantwortet haben! Dieses Mal haben in besonderer Weise mitgeholfen: EllyAdleff (Augsburg), Ernst Johann Greaf (Drabenderhöhe), Julius Henning (Pforzheim), Gerdi Lingner (Düsseldorf), Gert Lingner (Geilenkirchen), der in seinem ausführlichen Beitrag neben Einzelwörtern auch viele Redewendungen aufgeschrieben hat, die in der Winternummer der Schäßburger Nachrichten besonders zur Sprache kommen werden, Roland Ludwig (Daizesau) und Isolde Schebesch (Düsseldorf). Als Ergebnis heute noch eine Wörterliste. Solch eine Sammlung wird um so besser, umfassender, genauer, richtiger, je mehr Kennerinnen und Kenner daran mitarbeiten. Nun hat jeder Mensch seine Besonderheiten beim Sprechen, jede Familie hat ihre besonderen Ausdrücke, die oft nur ,Insidern’ verständlich sind, weil hinter jedem Wort eine Begebenheit oder ein gemeinsames oder wiedererzähltes Erlebnis steckt und mitschwingt. Jede Straße hat ihre besondere Ausdrucksweise, jede Gemeinde spricht ihre Variante des Sächsischen. Und dennoch gibt es bei allen Verschiedenheiten in Wortschatz und Lautgestalt so viel Gemeinsames, dass man einander verstehen kann. Wie viel Ausdruckskraft und Bildhaftigkeit da drinsteckt, fällt besonders auf, wenn man versucht, solche Worte in die deutsche Umgangssprache zu übersetzen. Da fehlt oft der genau passende Ausdruck, eine ungefähre umständliche Umschreibung bleibt unscharf.

Damit das Gesammelte für spätere Forscher und bearbeitende Fachleute möglichst vielseitig, genau und umfassend wird, sollten sich möglichst viele Schäßburger solche Sammellisten anlegen, die abgedruckten Beispiele ergänzen und korrigieren, auch wenn es sich „nur“ um Bedeutungsnuancen oder Abweichungen in der Aussprache handelt. So lange Schäßburgerinnen und Schäßburger noch ihr Sächsisch sprechen können, ist es dafür nicht zu spät. Je eher sich aber qualifizierte Fachleute finden, die sich davon inspirieren lassen und das Gesammelte sachgerecht ver- und bearbeiten, desto besser.

Besonders interessant dürften außer Einzelwörtern auch Redewendungen und ,geflügelte Worte’ sein. Davon wollen wir in der Winterausgabe der „Schäßburger Nachrichten“ einige Beispiele abdrucken. Helfen Sie mit Zuschriften und Hinweisen fleißig mit! 

Die Redaktion freut sich schon auf „Post“!
Hans Orendi (Mülheim a. d. Ruhr)

A

Åchen

Ei

åfgepeakt

auffällig gekleidet

åffich

närrisch, verrückt

Åfhopperchen

Bürzel

åfplatschen

sich od. etwas mit Absicht hinhauen

Åfstuv

Dachboden

Ägesaksel

Pausenbrot - Brotzeit

Ajersch

Stachelbeere

ängden än enem

immerzu

Åppelgroz

Gribbs - Kerngehäuse des Apfels

Årefånkich

Eierspeise

arschlonjän

nicht geradlinig oder rückwärts gehen

ausbrinzen

auswringen

ausdachtich

etwas vergessen

ausgeklied

städtisch gekleidet

äbuddern  (z.B. ein Kind in warme Kleider…) einpacken
äckest  jemals
åfpåledärt  auffällig gekleidet, „aufgedonnert“

B

Båchen

Speckseite

Båkkes

Backstube

Båckstuv

Backstube

Båflisch

Speck

Baguz

Kinderschreck

Baibes

Bienenkorb

Balen

Därme

Bållegriß

Urgroßmutter

Beangert

Baumgarten

bedrehen

Platz / Raum haben

befläddern

besudeln

begrätzt

angesengt

bekniefeln

betrinken

bekritt

traurig

Beltschen

Hefeteig

beschännen

etwas leicht beschädigen

beschnuppert

klein, winzig

betikelt

einen Schwips haben

beschwutzen

sich bekleckern

bickich

trotzig

Binkelchen

Schemel

Biseboa

schlecht aufgelegter

biserich

grandig

blätzblämich

bunt

blesch

rumänisch

Bloch

Rumäne

brån

wühlen

Breddel

Stock

Brerrel

Knüppel

briejeln

dünsten, braten

bruscheln

etwas oberflächlich reinigen

brutscheln

schlampig waschen

Butch

Bauch

butzen

pfuschen, unordentlich

Båckeplatsch  kräftige Ohrfeige
Bäffelklavier  von Rindern getrampelte Stufen (am Hang)
Bagasch  nixnutziger Haufen
Barek  Frisur (ungepflegt)
bekätzen  sich mit jemandem anlegen, anbändeln
bekleiwen  anwachsen, gedeihen
berreln  weinen
beschidän  bescheiden, nicht besonders klug
bezihren  bekleckern
bradijen  brüten (auch: lästig lange auf der Toilette sitzen)
brällen  heftig weinen, brüllen
Bisackes  (kleiner) Bösewicht
Bitschki  Taschenmesser
e Bitzken ein wenig
 

D

dälpich

schwül

Däckenäss

Walnüsse

dånnerich Kiel

Luftröhre

dånnerschlachtich

derb, grob

Däppen

Topf

Dießem

Sauerteig

dimpich

muffig

Dirpel

Türschwelle

doasen

ziehen

dommen

etwas irgendwohin hineinstopfen, unordentlich versorgen

Dook

Puppe

Dotzen, Detzken

Brotauswuchs

Dräfes

flacher Topf

dräv

trüb.

drießen

hacken (Feldarbeit)

Dak  Zudecke
dischkurieren sich unterhalten, miteinander sprechen
dobrich gut (meist vernein gebraucht: net gor dobrich)
Drämbäsch  gedrungener Kerl
dremmern  heftig an die Türe klopfen, trommeln
Drimzochel  Schlafmütze
droavirtel iwer Stuwenak  ironische Zeitangabe
drockeschen  umarmen, drücken
Dak  Zudecke

E

Eisebeth

Bohnenkraut

Eisschälpen

Eisscholle

Elsterugen

Hühneraugen

entschloppt

entwischt

epesch

verkehrt

erämfiekeln

herumtrödeln

erferen

erschrecken

erklauwen

sich erholen

eageneischt  unbescheiden
e lank Eländ ein langer Mensch, meist mager
emmest  jemand
errlächt  ein unruhiger „Geist“
esefelt  soviel
esiäst  sowas
erdienen durch Strecken oder Hinterherlaufen, erreichen
erwäschen  packen, fassen, erreichen

F

Fälpes

runder Korb

Fåckeltcher

Streichhölzer

Faselän

Häsin

Fädderwäsch

Gänseflügel, wurde

Feierlenk

Marder

Feßlenk

Hosenbein

fitscheln

schlendern

Fläppes

Kleinigkeit

fludderich

oberflächlich

Flirefurz

Luftikus

Faum  geschlagene Sahne
Feldspånn  Feldbett
ferreln einfädeln, treffen
fikeln  fürsorglich hüten, aufbewahren
Flirchen  Trillerpfeife
fliten  pfeifen
Flin(t)schen  Fetzen, Fransen, Fasern
Flutter  Schmetterling
fråft  verrückt, närrisch

G

Gålem

Hauch

Gåkes

Mund (verächtlich)

Gåtchen

Unterhosen

(Pluddergåtchen)

(mit Spitzen besetzt)

gårz

eine Varation von bitter

Gebinn

Zimmerdecke

gebreddelt

eingeschnürt

Gech

Krautsuppe

Gedremmer

Ungetüm

gedruzt

geschmacklos angezogen

Gekel

Hampelmann

Gekredich

Unkraut

Gepedder

Feinarbeit

gepält

unschön hingestellt

Geserres

Aufstand

Geschätz

Zaun

geschemmert

Herpes (Bläschen)

Geschläbber

Schweinefraß (auch

Getter

Rinder (Vieh)

Geziser

zartes Gebilde

glangeln

hängen, baumeln

Glätsch

Eisbahn

gomern

auf etwas Lust haben

gowen

dem Brautpaar

Gorr

Stute

gråmpich

grob

gräscheln

mit den Zähnen knirschen

gratscheln

kritzeln

Gräwenhiebes

ein Hefe/- Grieben-Gebäck

griselich

grobkörnig

griveln

grübeln

Groz

Kerngehäuse von Obst

Grumpes

Holzklotz / dickes Kind

grumschen

knittern, knüllen

Grunn

Schnurrbart

Gued

Patentante

gureln

rollen

Gåfrett  Ärgernis
Gägasch  Hagebutten
gäschen (Regen) gießen, schütten
gebeht Brit  getoastetes Brot
Gebroaßel  (Schweine- oder Hühnerfutter-)Brei
Gedrisch  Unterholz, Astwerk, Gestrüpp
Gedeis  Wäsche (im Allgemeinen)
Gefledder  altes Zeug
Geflätter  Gelächter, schallendes Lachen
gefluechen  hingefallen
Gefriß  abwertend für Gesicht
Gegadder  verwickeltes Garn, Wolle, Bindfaden
Gejadder viel Gerede
gerjeln  mit unscharfem Messer schneiden wollen
Geriechteget  Gerechtigkeit, Richtigkeit, wie es sein muss,
wie es sich gehört
geschniddän Dich  (selbstgemachte!) Nudeln
gewännen  herausnehmen, gewinnen
Gewodjel  lautes Menschengewühl, Gedränge
Gißzap  Geißbock
gränzåndich falsch
grapschen  hastig zugreifen
Grimpes zähn  schnarchen
grumpen  knittern
Gula  Kinderspiel, an beiden Enden angespitztes kurzes Stück Besenstiel und ein etwas längerer 
Schlagstock

H

Hånklich

flacher Hefeteig mit

Rahm - Ei Aufguß

Hemmels

Dachboden

Herrgottisken

Marienkäfer

hiepern

sich auf Zehenspitzen

hiesch

schön

Hifertschäß

eingebildeter Mensch

hieverdich

eingebildet

Honzem

Hanfsamen

Häffel  Hügel
Haiga  langes Mädchen
Hante  selbstgebauter niedriger Ein-Mann Schlitten mit Schlittschuhen als Kufen
Harupp  armselige, baufällige Hütte
heakesen  nach dem Weinen verebbendes Schluchzen
Heangspelz  ein Nichts
hellen  weinen, heulen
hemlich  langsam
hennetweder  ab und zu
heochen  sitzen, hocken
Hinkeldäppen  Henkeltopf
Hoppänziker  Springinsfeld

I

iderjenes

dies und jenes

Iren

Fußboden

ilätzich

nur einmal vorhanden

inich

herzig, lieb

inesch

übereinstimmend,

int

eins

irklich

herb, widerlich im

iwerdrehn

hinfallen

iwerschlon

hinfallen

ichen  etliche
Idesken  Eidechse 
Herrgottisken  Marienkäfer
en geat Ifalt ein guter Mensch, der ausgenützt wird
Imchen  schüchternes Hausmütterchen
inter  soeben, kurz vorher
ist  einmal, einst
Ise  „Dingsbums“, stellvertretend für ausdächtige Hauptwörter
J
jomern  sich beklagen, jammern
Jäpp  (Hosen- od. Jacken-)Tasche

K

Käbesch

Kuhfladen

Kächen

Suppe

Kaa

Laube (Skobationsfest

Kalipp

Hütte

kälken

husten

Käpp

Schornstein

Käppekråtzer

Schornsteinfeger

Kell

Grube

Kerl

Frauenrock

kespenich

widerspenstig

Kierschel

Kehricht

kivern

stöbern

en Kizken

ein wenig

Kläppel

Stock

klantschich

nicht ausgebacken

Kloachen

Garn - Wolle Knäuel

Klotsch

Hefezopf

Knaisthiebes

Schmutzfink

knaistich

schmutzig

knajeln

etwas Zähes kauen

knäcken

zerdrücken

knäckschwårz

schwärzer als schwarz

kneddern

verknoten

kniezen

auf jemandem herumreiten

Kniwel

Finger

Knådden

Knoten

Kóm - kómich

weiße Haut auf der Oberfläche des Wassers, welche während der Gärung bei eingelegten Krautköpfen entsteht

Kotschen

Windeln

kottern

wühlen, stöbern

Kozen

grobe Wolldecke

Kradder

Kröte, Frosch

krajeln

schlachten, z.B. eine Henne

kran

Kraulen

Kratzewetz

Gurke

Krispindel

mageres Kind

kueren

kosten

Kampestbitt 

Krautfass

kaptschullich  verrückt
karlietzen  mit einem Gefährt umeinanderfahren
kecken  pieken, stechen
Kekesch (Mehrz. von „Kokesch“) aufgeplatzter Puffmais, Popcorn
kerzeln  knarzen, ächzen (eines ungeölten Wagenrades)
Kielebroden  Doppelkinn
Klaretetesker  Kinder
klättern  klappern
klinzich  klein
Klowotsch  dicker Klumpen oder Stein
klutzen  verbotenes Abschreiben
Knärrelwerjer  (stumpfes) Taschenmesser
knåtschen  durch Druck zum Platzen bringen (z.B. Kirschen, Pflaumen, aber auch Nüsse)
Knifelsträcker  Sandmann
Kontch  Haarknoten, Dutt
kotrasen  herumstöbern
Kotz  wenn man bei einem Spiel gefuscht hat
Kräm  Sau
krajeln  eine Henne schlachten, aber auch als Dingwort
benützt für kleine Pflaumen („Schwutzker“)
krakelen  laut und lärmend reden

af de Kråtz gohn
dem Nachbarn heimlich bei der Obsternte „helfen“
krippesnasich  nörglerisch, unzufrieden, kritisierend
kreischen  schreien
Krumpirn  Kartoffeln
 kumpårn  Tauschgeschäfte machen

L

Lådewerch

Pflaumenmus

Lakes

Marmelade

Lavend

Kompakte Suppe

Lefken

Liebchen

Lergesch

schlaksiger Kerl

lidwich

fadenscheinige Wäsche

Lirberstreoch

Fliederbusch

Lugesch

Laube

läft dich! steh auf!
de Låpp der Mund
Laten  Schlamm
Läsen  Füße
Lejeln  Faß
Letjef  Wirtshaus
Limhoken  Schlappschwanz, Weichei
Lurki  dünner Wein
 

M

maazen

weinen

Maazkådder

ein Kind, welches viel

måddich

faul (Obst od. Mensch)

Måddesack

Faulpelz

maken

gaffen, dumm gucken

mäkkich

kess

Måld

Trog

Malem

Staub

mandikaten gohn

herumschlendern

Mäsch

Spatz/Sperling

Måsch

Schleife

Mästtuppes

Misthaufen

Måtzken

Schmatz, Kuß

mehr wä

wie immer

mernor

wenigstens

Merenziker

Klatschweib

merlen

ziellos herumtrödeln

Murrentuppes

Dreikäsehoch

Multerhuf

Maulwurf

Maku  „Hans-guck-in-die-Luft“
mar  mürbe
marod  krank
Mäschemell  aufgesprungene Mundwinkel
Maschkura gohn  maskiert, verkleidet gehn
Matchasch  Eichelhäher
Matschen  süße Pflaumen mit schwer lösbarem Kern
Matzkådder  häufig weinendes Kind, „Heulsuse“
Mellofen  Maulaffe
merreln  herumstreunen
mehlich  langsam
mickerich  schwächlich, klein
miekesen  miauen wie kleine Katzen
Mohr  Morast
mondjeln  undeutlich sprechen, murmeln
Mores liren Manieren beibringen
Murri  Unterhaltung bei Essen, Trinken, Tanzen
murschich  unwirsch, unfreundlich
Mutåpitz  Dummerchen
mutschlich  gallertartig, schleimig
muttich  dumm

N

näkest

niemals

necklich

flink

noppen

schlummern

Nåckebretchen  Nackenbraten
nedderdean  hinfallen
neppekrittich! (verschliffenes „net bekritt dich“!) keine Sorge!
niffeln   fummeln
noalächtig  verrückt

O

oremer Dånner

armer Teufel

Owendämmes

Abendessen

äm Otch! (im Attich, großblättri- ges Unkraut) weit weg
ofdean  schlachten
Owendämmes  Abendessen
 

P

Pädem

Melone

Paleokes

Maisbrei

Pale

Schnaps

Palmitzker

Weidenkätzchen

Pändel

Frauenrock

Päschken

Sträußchen

Påt

Taufpate

Påtschen

Hausschuh, Pantoffel

Paz

Lehmbrei

pelen

anschlagen

Pels

Pflaume

Pelsebutch

dicker Bauch

pespern

flüstern

Pätzken

Wimmerl

Pilå

Ball

Pill

Polster

Pip

Pfeife

pisern

prickeln, kribbeln

plåddern

flattern

Platsch

Ohrfeige

pléken

mit Schneebällen werfen

plotzen

Z.B. ein Apfel, welcher Schaden nimmt, wenn er vom Baum fällt

Porl

Pfütze

poßen

propfen

pripeln, protjesen

tratschen

päcken  picken (der Hühner)
Padderich  Tümpel
Palehoken  Adamsapfel
papich  klebrig, nicht ausgebacken
Päppes  Hühnerkrankheit, Pips
Paputschen  (Haus-)Schuhe, Schlappen
Paraputch  Anverwandtschaft
Parisol  Wirrkopf („verschuppt Parisol“)
pästern  pfriemeln, ungenau hantieren
Påtzkukurutz  Popcorn
peddern  fummeln
Pelsegekel  Männchen aus Dörrpflaumen
perjeln  sengen, anbraten, braten
pippen  rauchen
pippeln  in kleinen Schlucken trinken
Pischpirik  kleines dürres Männchen
Pizziknochen  Spielknöchel (vom Sprunggelenk des Zickleins)
pläcken  rupfen, pflücken
plemplem  nicht alle Tassen im Schrank
Plomm  Fussel
plotzen  (z.B. einen Apfel) anstoßen, anschlagen, ohne die Schale zu beschädigen
prostich  derb, grob im Umgang
pustich  verrückt

Q

Quatsch

Wäscheklammer

(än) quatschen

einklemmen

Quiddekees  sehr feste Quittenmarmelade

R

råchelzich

ekelhaft, schmutzig

Ramasuri

Durcheinander, Unordnung

recklich

fesch, stattlich

Reech

Berg

Riwen

Schorf   (bei heilenden Wunden)

Ruckes

Täuberich

renzeln  nieseln (Regen)
rinzen  (z. B. auf Bett oder Sofa) hüpfen
roppich mickrig, armselig
Rotzlefel  Halbwüchsiger (verächtlich)

S

Spirifinkel

dünner Mensch

spränkes Kochen

Kochen bis zum Siedepunkt

schapieren

wegstoßen

Schärrhibesken

Teigrest beim Brotbacken

Scheif

Teller

scheppeln

rollen

scherjen

schieben

schien

dünn, mager

Schiwer

dünner Holzspan

Schiwerhift

Querkopf

schkalieren

über andere Leute reden

Schlämchen

Haut auf der gekochten Milch

schlämm

krumm

Schlocht

Dachboden oder Kellerfalltüre

schnuddern

eine Eigenschaft von

Schoseliter

Pferde-Ochsenwagen

schowen

hacken (Feldarbeit)

schroan

weinen

Schumbäsken

kleiner Rest einer

schuseln

unruhig hin und her

Schwudra

Durchfall

Siewer

Speichel

Stanizel

Papiertüte

Stippes

Dreikäsehoch

Sträzel

Hefezopf

sturkeln

stolpern

sajeln  petzen, lamentieren
schäckes  schräg
Schäcksenq  an Schnürstiefeln fest montierte Schlittschuhe
Schåff  Zuber
schåffen  tragen, bringen, führen, anschaffen, zustandebringen
Schälpen  Scholle, Klumpen
Schämpes  Plumpsklo (auch als Schimpfwort gebraucht)
schäppen  (schwungvoll) wegschieben
scharwenzeln  schlendern
Scheckerchen  Zwirnspule
schemmern  Herpesausschlag am Mund bekommen
scheppeln  rollen
scheppern  helles klappern, klirren
schlämpich  schräg
Schlawiener  durchtriebener, trickreicher, unzuverlässiger Mensch
Schlubbermälch  Sauermilch
schlubbern  schlürfen, verschütten
schlubbrich Oachen  altes, verdorbenes Ei
Schnåpp  Türklinke
schnoazeln  feinkristalliges schneien
Schnådden  Hautanschwellung infolge eines Hiebes
schnåddern  viel Wasser trinken, schnattern
Schoasselt  Scheusal
Scholaster  Schimpfwort
 schwobbeln  Flüssigkeit schwenken, schwappen, bewegen
sekant  verletzend, aggressiv
spaken  Restessen nach einer Murri
Steangd  Uhr, Stunde
stinnen  stoßen
Stiwwel  Schaftstiefel
Strämpel  (Hühner-)Schenke
sträppen  streifen, abstreifen (z.B. Johannisbeeren)
sturdich  störrisch, widerspenstig, stur

T

tamesch

verwirrt - benommen

Toaser

Beutel, Stofftasche

tåtrich

tapfer

tavern

umziehen

tedijen

deb attieren

Tok

Tüte

Tokkéfläcker

Nichtsnutz

Toppert

Popo

Tornaz

Gartenhäuschen

tråkesen

stottern

Trelesch

Tölpel

Trietha

Spaten

Trud

Hexe

Tschinakel

Kahn

Tschippchen

Kücken

tschirpsich

Gärungsbeginn, z.B. beim Wein

Tschurliihren

abstehende Ohren

Tschutschken

Tülle

Tuppes

Haufen

tålkich  ungeschickt
Tärnen  Kornelkirschen
Tauerlent  gemahlener gesalzener Käse
Teppertchen  Döschen
Terwen  Dickschädel
treppesen  tropfen
trietschen  heftig regnen, gießen, schütten
Trittmerdråf  Taugenichts, ungeschickter Tölpel
Trulla  zu dicke Frau
Tschårkes  abwertend für Mund
tschårkesen  lautstark und heftig debattieren
Tschigamiga  Tand, Unnötiges
tschurreln  spärlich fließen
tuckeln  hocken, sich ducken
tuewen  laut schreien, toben
sich tummeln sich beeilen

U

Uchdakel

Augenlid

ugedon

angezogen

ugeperschelt

angebrannt

Ugespäjel

Brille

undean, unzähn  (Kleider) anziehen
unschäjjen  Schuhe anziehen

V

verbeltscht

verbeult

vergaddert

verwickelt

verkåddert

schlecht gewaschene

verkellen

schlagen

verknuzelt

verschrumpelt

verkun

sich vertragen

vertschufeln

verspotten

verwapelt

Haltbarkeitsdatum

verzoppert

welk

sich verfressen  sich Sorgen (Gedanken) machen
verputtert  verfault, zersetzt
verschuppt  verrückt
verzirken  Grimassen schneiden
vertschuffeln  verspotten, hänseln

W

Wåk

großer Stein

Wäcken

Weißbrotstange

Waleschweimer

Sultanine

Wärr

Maulwurfsgrille oder Gerstenkorn am Auge

Werbes

Bundschuh

Werschikelchen

kleines Gedicht

Werwel

Türklinge

Wiweln

kleine Käfer in Hülsenfrüchten

wåjähren 

herumstreunen

wiemern  weinen, leise jammern
winzeln  wälzen

Z

Zådder

Fetzen

Zåddergräck

heruntergekommener

zåddern

zerren

Zäppen

Zipfel

zåppen

ziehen

Zåppgekel

Hampelmann

zeakotschen

zudecken

zecklich

oft

zerflinscht

ver-zerschlissen

zerpeln

in kleinen Schlucken

zertertscht

zermalmt, zerdrückt

zesummen-

gegrumscht

zusammen-geknüllt

Zieker

Korb

Ziemes

Sieb

ziemesen

sieben

Zirken

Lenken

ziserich

fein-zart (Spitze)

zoppern

zurückhalten

zizelweiß

stückweise, in Raten

zuntcheln

greinen

Zurlen

Fransen

zurpen

schlürfen

Zwåk

Astgabel

zähn  ziehen, weggehen, wegfahren, umsiedeln
Zaiku  Eichelhäher
Zakel  Ungar
zeddich  frühzeitig
Zeisken Zeisig (oder auch Zaunkönig?)
zerdeppern  zerbrechen
zicken  mit dem Finger schnippen (z.B. Murmeln)
ziepen  an den Haaren ziehen
et ziepert sich  (Zähflüssiges) dehnt sich, zieht sich
Zihnekes  Schmutz zwischen den Zehen
Zingel  Glocke
Zochel  Schwanz
Zoken  Wolle oder Hanf am Spinnrocken

af dem Rech

auf dem Berg

af der Raita

immer unterwegs

de Wesch floan / de Wesch lächen

die Wäsche spülen

dräv ent Koches sähn

nach einem Mißgeschick sieht alles trübe aus

em jeden Porl deUgn austrieden

an allem teilnehmen wollen

en Flur met er Hink

gleichzusetzen mit: "erzähle keinen Unsinn"

net bekritt dich

mach dir nichts draus

no Gemirk

nach gut dünken

won de Bäffel iwer den Turm fläjen

wenn die Büffel über den Turm fliegen, also "nie"

 

 

 

An der Erweiterung des Wortschatzes haben noch mirgewirkt:

Doris Brandl, Düsseldorf,

Edith Hayn, Mönchengladbach,

Erna Elsen, Hürth,

Hedwig Matei, Diepenau,

Edda Knall, Heilbronn,

Hildemarie Markus, Hof,

Ingrid Schäßburger, Ehlingen,

Rudolf Schulleri, Nürnberg.

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