HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Prof. Dorina Hirtoaga Im Jahr 1522 wurde zum ersten Mal eine Schule in Schäßburg erwähnt. Diese Schule hieß "Schola Majoris". Als Unterrichtssprache wurde Latein verwendet. Die Schule befand sich unter der Obhut des dominikanischen Klosters neben der heutigen Schülertreppe. Nach dem Vorbild des Kronstädter Gymnasiums (1541 von Honterus gegründet) wurden solche Anstalten auch in Hermannstadt (1578), Mediasch (1585), Bistritz (1596) und in Schäßburg (1607) gegründet. In den Jahren 1607/1608 wird die "Schola majoris" auf den Berg verlegt, etwa an die Stelle, wo die Bergschule heute steht. Das ist die Geburtsstunde des Schäßburger Gymnasiums. Das neue Schulhaus bot den "Studenten" auch Wohnung. Seither heißt der Berg Schulberg. Doch bald genügte das Gebäude den Ansprüchen nicht mehr und 1619 ließ Bürgermeister Martin Eisenburger die "Naye Schull" bauen und die Aufschrift "Schola Seminarium Republicae" anbringen. Diese neue Schule beherbergte einen Hörsaal und im Stockwerk darüber vier Stübchen für Lehrerwohnungen. Eine Erleichterung in ihrem alltäglichen Leben erfuhren Lehrer und Schüler, als 1642 die Schülertreppe erbaut wurde. Sie hatte damals an die 300 Stufen. Rektor Johann Gottlieb Mild verfasste ein Memorandum an die zuständigen Behörden, da die Räumlichkeiten der Anstalt dem weiteren Gedeihen der Schule nicht genügten. Am 13. März 1792 konnte der Grundstein für ein neues Gebäude gelegt werden. Da die Spendefreudigkeit in den folgenden Jahren erlahmte, wurde zur Fertigstellung die letzte Hand erst 1817 angelegt. Im Jahre 1793 wurde die Aufschrift auf der Stirnseite des neuen Gebäudes angebracht: PATRIAE FILIIS VIRTUTI PALLADIQUE SESE VOVENTIBUS SACRUM. Eine Reihe von Buchstaben sind hier als römische Zahlzeichen hervorgehoben und ergeben zusammengezählt 1793. Die Übersetzung der Inschrift lautet: "Den Söhnen des Vaterlandes, die sich der Tugend und Weisheit gewidmet haben, ein Heiligtum". Für den äußeren Schmuck der Schule und der Pflege der bis dahin ziemlich verwahrlosten Umgebung sorgte Rektor Johann Seiwerth. Er hat auch das Kollegengärtchen angelegt. Nach der Revolution von 1848/1849 drang bei den Siebenbürger Sachsen die Erkenntnis immer mehr durch, dass das Schulwesen einer einheitlichen Form bedurfte. Die Träger der fortschrittlichen Schulentwicklung waren in Schäßburg die Gymnasiallehrer Georg Daniel Teutsch und sein Nachfolger Friedrich Müller. Damit Georg Daniel Teutschs unschätzbare Dienste an der Schule niemals in Vergessenheit geraten, haben die dankbaren Mitbürger 1901 der Bergschule seinen Namen gegeben: "Bischof Teutsch Gymnasium".
Im Jahre 1901 wurde die Bergschule von Grund auf umgebaut und erhielt damals ihre heutige Gestalt. 1898 wurde neben dem Stundturm das "Alterthaus" errichtet. Internatsleiter war zuerst Johann Wolff und später Hans Theil. Die im Jahre 1991 im Turm der Bergschule gefundenen Metallrohre enthielten neben den 1793 eingelegten Schriften eine Reihe von Dokumenten aus dem Jahre 1901, die im "Gymnasialprogramm 1901/1902" im Beitrag "Mitteilungen über das neue Schulhaus" aufgezählt werden. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat der Coetus eine beispielhafte Tätigkeit entfaltet. Eine erzieherisch wertvolle Einrichtung waren die Schulolympiaden, die, angeregt durch Adolf Meschendörfer, alle zwei Jahre abgehalten wurden. Der Erste Weltkrieg hatte die Entwicklung des Gymnasialwesens unterbrochen. Es folgten unfreundliche Zeiten für das Schulwesen. Aber schon zu seiner Zeit war Joseph Haltrich der Meinung, dass die schöne Aussicht vom Schulberg eine Entschädigung für die materielle Not sei. Durch die Schulreform 1948 wurde das sächsische Gymnasium aufgelöst und viele sächsische Schüler besuchten in den folgenden Jahren das rumänische Gymnasium. Im Gebäude der Bergschule fungierte ab 1. September 1948 durch die Vereinigung des Hermannstädter Lehrerseminars und der Schäßburger Lehrerinnenbildungsanstalt die "Deutsche Pädagogische Schule". 1956 wird die pädagogische Schule aufgelöst. Im Schuljahr 1959/1960 wurde die Bergschule mit dem früheren rumänischen Mädchenlyzeum vereinigt und erhielt den Namen Lyzeum Nr. 2. Die deutschen Klassen bildeten nun die deutsche Abteilung der neuen Schulanstalt. 1972 feierte die Bergschule 450 Jahre seit ihrer ersten urkundlichen Erwähnung und erhielt den Namen "Joseph Haltrich Lyzeum". In den siebziger Jahren bekam die Bergschule den Namen "Liceul Industrial Joseph Haltrich". Heute gibt es in der Schule eine rumänische Abteilung mit den Klassen 9 bis 12 und eine Abteilung mit deutscher Unterrichtssprache mit den Klassen 1 bis 12.
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