HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
Contra Dracula Park Eine kurze Zusammenfassung der Problematik, die heute die Gemüter in Schäßburg und um Schäßburg bewegt, die Botschaft des Tourismus- Ministers Rumäniens, Dan Matei-Agathon, an unser Treffen in Schäßburg, unsere Antwort, ein Brief an Bürgermeister Danesan, Stimmen - Meinungen und Meldungen zum Thema Dracula-Land. Botschaft des Herrn Dan Matei - Agathon, Tourismus-Minister, an die Teilnehmer am Treffen des deutschen Bevölkerungsteils in Schäßburg Meine Damen und Herren, ich habe die angenehme Aufgabe, Sie im Namen der Regierung Rumäniens und in meinem eigenen zu begrüßen. Wir freuen uns, dass Sie die Burg Schäßburg als Treffpunkt gewählt haben. Schäßburg erfreut sich, wie Sie wahrscheinlich wissen, einer Vorrangstellung in der Strategie der Regierung Nastase zur touristischen Entwicklung; in diesem Sinne ist auch ein Spezialprogramm mit sechs Punkten ausgearbeitet worden. Der erste Punkt des Programms sieht gerade die Rehabilitation und Neubelebung dieser uralten Burg, Wiege sowohl der deutschen als auch der rumänischen Kultur, vor. In diesem Zusammenhang muss allerdings unterstrichen werden, dass die Anwesenheit des ethnisch und kulturell deutschen Elements in diesem Raum für unseren Beschluss eine entscheidende Rolle hatte. Die Fragen im Zusammenhang mit dem kulturellen Erbe und die ökologischen Probleme sind wichtige Zielsetzungen im integrierten touristischen Programm für das Gebiet Schäßburg. Zu diesem Zweck ist aufgrund des Regierungsbeschlusses Nr. 3/2001 die interministerielle Arbeitsgruppe für die Durchführung des Spezialprogramms zur touristischen Entwicklung Schäßburgs angeregt worden; dieser Gruppe gehören als vollberechtigte Mitglieder an: Vertreter des Ministeriums für öffentliche Verwaltung, des Ministeriums für Transport, öffentliche Gestaltung und Wohnungen, des Kultur- und Kultusministeriums sowie des Ministeriums für Entwicklung und Prognose. Es wurden Projekte zur Rehabilitation der Schäßburger Burg erstellt, und es wird versucht, das touristische Potenzial des Gebietes zu nutzen. In ökologischer Hinsicht wird im Rahmen des Spezialprogramms die Qualität des Trinkwassers für die Stadt Schäßburg verbessert. Wie Sie wissen, wird in 6 km Entfernung von der Stadt ein Vergnügungspark mit dem Thema Dracula errichtet. Trotz allgemeiner Zustimmung in der Presse haben wir in der letzten Zeit einige Tendenzen festgestellt, die darauf abzielen, Zweifel am Projekt zu wecken; dazu sind Massenmedien mit großem Ansehen sowohl im Westen Europas als auch im Osten aufgeboten worden. Parallel dazu üben Organisationen wie „Mihai Eminescu Trust“ in Großbritannien Druck auf internationale Institutionen (z. B. UNESCO) aus, wobei sie sich auf falsche Informationen zu diesem Projekt berufen. Eine Analyse des Inhalts der erschienenen Presseberichte lassen drei Angriffspunkte erkennen, und zwar bezüglich: 1. des Eigentumsrechts Rumäniens über die Marke und den Begriff
"Dracula"; 2. ökologischer Probleme; 3. Problemen im Zusammenhang mit dem UNESCO-Erbe. Alle diese Themen haben ein großes Potenzial zur negativen Beeinflussung der internationalen öffentlichen Meinung, was zur Annahme gebündelter Aktionen veranlasst. So verbreitet die Presse die Falschmeldung, wonach die Gesellschaft "Universal Studios" aus den USA die Verwendung der Marke "Dracula" und der Gestalt Dracula Rumänien untersagt haben soll. In Wirklichkeit ist zwischen dem Tourismus-Ministerium und den "Universal Studios" in den USA ein Dialog in Gang gekommen. Ein Briefwechsel hat stattgefunden und es gibt die reale Möglichkeit eines Vertragsabschlusses. In den Angriffen im Zusammenhang mit dem ökologischen „Problem“ wird die falsche Information betont, die Breite, der Standort des künftigen Parks, sei ein Naturschutzgebiet. Tatsächlich haben wir es bloß mit einer Gruppe geschützter Bäume zu tun; laut Vorstellung der Projektanten soll die Baumgruppe organisch integriert und als besondere natürliche Kulisse genutzt werden. Der Vertreter Rumäniens bei der UNESCO, Herr Eugen Mihaiescu, hat uns davon benachrichtigt, dass sich die Führung dieser internationalen Organisation Gedanken um das Schicksal der Burg von Schäßburg macht, die ihrer Ansicht nach durch die Errichtung des Dracula-Parks in der Burg gefährdet werde. Tatsächlich wird der Park 6 km weit von der Burg Schäßburgs, auf einem isolierten Gelände angelegt. Andererseits beabsichtigen die Schöpfer des Parks, das Festival mittelalterlicher Kunst auf den neu angelegten Platz zu verlegen; das Festival, das jährlich 30 000 bis 50 000 Besucher anlockt Ð sehr viel mehr, als für die Burg von Schäßburg gut ist - gefährdet, realistisch gesehen, die "Gesundheit" der Burg. Ich informiere Sie über all dieses, weil unseres Wissens diese falschen Informationen von dunklen Möchten verbreitet werden, die die Aktionen des Projekts kompromittieren wollen, indem sie unseren Gang zu den Kapitalmärkten vereiteln. Ich bitte Sie, nicht in diese Falle zu tappen, sondern das Projekt mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen; es wird Rumänien zurückführen in den Kreislauf des internationalen Tourismus. Wir appellieren an Ihre Hilfsbereitschaft und sind davon überzeugt, dass das ethnisch deutsche Element, wie so oft in der Geschichte, zum Aufbau eines modernen Rumänien beitragen wird. Ich danke Ihnen. Oktober 2001 Dan Matei-Agathon
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