HOG-Schäßburg / Siebenbürgen


Konzertreisen nach Rumänien

Uwe Horwath dirigiert Schüler und Erwachsene

Über die Dirigententätigkeit von Uwe Horwath, über sein musikalisches Engagement, seinerzeit in Schäßburg, heute in Deutschland, berichten zu wollen, ist gar nicht so einfach. Es haben sich im Verlaufe der Jahre so viele Auftritte und Veranstaltungen mit den verschiedensten Ensembles, denen der Musiklehrer vorstand bzw. noch vorsteht, angehäuft, dass es einem schwer fällt, hier eine Auslese treffen zu wollen. Darum will ich an dieser Stelle mehr den "musikalischen" Geschehnissen in Deutschland bzw. den mit deutschen Kulturformationen unternommenen Konzertreisen ins Ausland, die alle die Unterschrift von Uwe Horwath tragen, Platz einräumen.

Uwe Horwath - Archivbild

 

 

Am Anfang war die Waldorfschule
Als Uwe Horwath 1983 nach Deutschland aussiedelte, fand er zunächst in Flein bei Heilbronn eine Anstellung. Der Musikverein "Frohsinn Flein" verpflichtete ihn als Dirigenten für die Bläserkapelle. In sehr guter Erinnerung geblieben ist dem Wahlschäßburger aus dieser, nur ein Jahr währenden Zeit eine USA-Tournee mit einer Auswahl der Fleiner Blasmusikformation. Das Publikum waren meist deutschstämmige USA-Bürger, die den Gästen aus Germany viel Beifall zollten.

Auf seine Bewerbung hin fand Uwe Horwath ein Jahr später an der Freien Waldorfschule in Ulm eine neue Anstellung als Musiklehrer, womit auch der Wunsch, als Lehrer tätig zu werden, in Erfüllung ging.
1986, also zwei Jahre später, wurde die Freie Waldorfschule in Heilbronn seine Wirkungsstätte. Und wie es bei Waldorfschulen üblich ist, werden die "schönen Künste", zu denen auch Musik gehört, nicht nur gelehrt, sondern der Lehrer ist daran interessiert, die Schüler in Chöre und Orchesterformationen einzubinden.

Und Instrumentalsolisten sind desgleichen gefragt. Denn zweimal im Verlaufe eines Schuljahres und zwar einmal in der Vorweihnachtszeit und das zweite Mal vor Ostern sollen die Schüler zeigen was sie können.

Gemeinsames Konzert mit dem Schäßburger Kammerchor 1996 - Archivbild

 

 

Das sind dann ganz große Ereignisse, wenn im Festsaal der Heilbronner Freien Waldorfschule eine künstlerische Veranstaltung abläuft, bei der die Schüler, auch jene von Musiklehrer Uwe Horwath, das Gelernte bzw. ihr Können unter Beweis stellen. Was da geboten wird, trägt ausschließlich das Prädikat "ausgezeichnet". Auf Klassik liegt der Schwerpunkt. Orchester, Chor, Instrumentalsolisten spielen Werke von J. S. Bach, G. F. Händel, J. Haydn, W. A. Mozart, G. Rossini, L. van Beethoven, Sir E. Elgar u.a.

Und weil das Erlernte gerne auch anderen Personenkreisen vermittelt werden will, - in der Festhalle der Waldorfschule besteht das Publikum größtenteils aus Eltern und Lehrkräften - geht man mit einem Programm beispielsweise auf "große Fahrt".
So geschehen 1992, als das Oberstufenorchester der Heilbronner Freien Waldorfschule über die Osterfeiertage in Schäßburg gastierte. Es war nach den eingetretenen Veränderungen in Rumänien die erste Ausfahrt der Waldorfschüler nach Schäßburg. Uwe Horwath hatte diese Reise in die Wege geleitet, auch mit der Absicht, den Schülern ein weniger bekanntes Land und da seine einstigen Wirkungsstätten, aber auch seine Menschen vorzustellen.
Die deutschen Schüler waren von der mittelalterlichen Stadtburg, der Gastfreundlichkeit seiner Menschen beeindruckt, begeistert und sie waren dankbar.

Erinnern wir uns: Uwe Horwath beginnt 1968 seine Tätigkeit als Musiklehrer im Schäßburger Waisenhaus. Parallel dazu unterrichtet er, desgleichen in Musik, die deutschen Klassen an der Bergschule ("Joseph Haltrich"-Lyzeum). Hier übernimmt er auch die Leitung der Schülerblaskapelle. 1971 erfolgt der Wechsel zur Allgemeinschule Nr. 3, wo Uwe Horwath zehn Jahre lang tätig sein wird. Er unterrichtet auch an der Bergschule weiter und ist in den Jahren 1978/79 Direktor der Allgemeinschule Nr. 3. Als die "Dreier Schule" in einem Burghaus eine "Musiksektion" einrichtet, wächst auch Uwes Einsatzgebiet.

Und er leitete die "Combo-Band", eine Formation, die den Schäßburgern von unzähligen Veranstaltungen bekannt sein dürfte. Diese "Combo-Band" hatte in Deutschland ihren Fortbestand. Geprobt wurde im Hobbyraum der Fleiner Wohnung von Uwe Horwath. Gespielt wurde unter anderem auf Veranstaltungen der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen, eigentlich immer dort, wo Schäßburger bzw. Siebenbürger Sachsen unterhalten werden wollten.

Waldorfschüler vor der Schülertreppe in Schäßburg (März 2002)
Archivbild

 

 

Oder die spontan zusammengestellten Chöre bei den Heimattreffen der Schäßburger in Heilbronn oder Fürth. Dann hieß es: Einstige Kammerchormitglieder treten unter der Leitung von Uwe Horwath auf und singen "Et wor emol e reklich Med".
Aber zurück zu 1992, als Schüler der Freien Waldorfschule aus Heilbronn ihre erste Ausfahrt nach Schäßburg hatten.
Im Stadthaussaal von Schäßburg kamen unter der Stabführung von Uwe Horwath zur Aufführung Werke von G. Rossini (die Ouvertüre zur Oper "Der Barbier von Sevilla"), von George Enescu (das Intermezzo für Streicher), von A. Chatschaturian (das Große Adagio von Spartacus und Phrygia aus dem Ballett "Spartacus"), von G. F. Händel (die Trio-Sonate), von W. Schröder ("Eine kleine Lachmusik") und von J. Brahms (die Ungarischen Tänze Nr. 5 und Nr. 6). Nun war das Schäßburger Publikum beeindruckt, begeistert und dankbar.
Weitere Auftritte der Heilbronner Schüler fanden in den Waldorfschulen von Neumarkt (Tg. Mures) und Budapest statt.
1999 wurden die Osterferien für eine weitere Reise in ein "unbekanntes Land" (so eine Schülerin) genutzt. Es ging auch dieses Mal über Budapest nach Schäßburg, nach Hermannstadt in die Geburtsstadt von Uwe Horwath und nach Kronstadt. Die Rückfahrt führte über Wien. Das dargebotene Programm des Oberstufenorchesters war wieder Klassik.

Die vorerst letzte Tournee der Heilbronner Waldorfschüler fand heuer wieder in den Osterferien statt. Die Stationen waren Wien, Klausenburg, Schäßburg, ferner Hermannstadt und auf der Rückfahrt abermals Budapest.
Weil die Auslandreisen der Waldorfschüler nach Schäßburg immer in den Osterferien stattgefunden haben, hatte es sich Uwe Horwath zur Aufgabe gemacht, den Ostergottesdienst in der Klosterkirche mit seinen Schülern mitzugestalten. Der chorische und instrumentale Einsatz der Waldorfschüler wurde von den Ostergästen in der Klosterkirche mit Dank angenommen. Zu der letzten Ausfahrt einige Worte der Schülerin Laura Gebhardt: "In Schäßburg blieben wir fast eine Woche. In der Zeit hatten wir ein größeres Konzert und einen stimmlichen Beitrag im dortigen Ostergottesdienst. Aber nicht nur die Konzerte standen im Vordergrund, sondern auch das Zusammentreffen mit anderen Menschen und Kulturen. Was viele von uns besonders beeindruckt hat, war die Zufriedenheit mit dem Wenigen was sie haben…" und schließlich: "Es war einfach toll! DANKE!" Danke auch an Uwe Horwath und die Erwachsenenchöre!

Zunächst übernahm Uwe Horwath die musikalische Leitung des Trachtenchors der Kreisgruppe Heilbronn der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen.
Nach zwei Jahren, im Herbst 1991, wechselte der Musiklehrer und Dirigent zum Obereisesheimer Sängerbund "Germania-Hoffnung" über. Es ist dieses eine Singgemeinschaft, die auf eine über hundertfünfzigjährige Tradition zurückblicken kann. Laut seiner Satzung "pflegt und belebt (diese) das deutsche Lied und den Chorgesang". Genauer genommen sind es zwei Formationen, die unser Landsmann dirigiert. Der gemischte Chor ist derjenige, der hauptsächlich das deutsche Liedgut pflegt. Die Singgruppe ist diejenige, die auch "andere Töne" anschlägt, will sagen, dass letztere rhythmusbetontere und temporeichere Gesänge, wie Gospel, Country-Music, Spirituals, Musical-Melodien u.ä. bringt und damit beim Publikum sehr gut ankommt. Es werden englische Texte und es wird auch in anderen Sprachen gesungen. Einmal auch das rumänische, sehr schnell gesungene Volkslied "Iac - asa!" . Wieso?

Konzert im Sander-Saal in Schäßburg 31.3.2002 - Archivbild

 

 

Nun, Uwe Horwath hat im Jahre 1995 einen partnerschaftlichen Austausch zwischen den Obereisesheimer Sängern und dem damals von Hermann Baier geleiteten Schäßburger Kammerchor in die Wege geleitet. Das Ergebnis waren in derFolgezeit gegenseitige Besuche mit Chorauftritten und Unterhaltungsprogrammen. Damals gastierten die Obereisesheimer Sänger außer in Schäßburg auch in Hermannstadt und Zeiden. Das Programm war abwechslungsreich und international. So zum Beispiel gab es zum Schluß der Vorführungen eine musikalische "Europa-Reise" mit bekannten deutschen, englischen, italienischen, rumänischen und russischen Liedern. "Als Fremde kamen wir, als Freunde gehen wir", eine spontane Variante des Liedes "Als Freunde kamen wir" war das Motto dieser Chorreise ins "unbekannte Siebenbürgen".
Und dann waren es die Schäßburger, die im September 1996 mit einem Gegenbesuch in Obereisesheim weilten. Unter der Leitung von Hermann Baier brachte der Kammerchor ein buntes, abwechslungsreiches Programm. Beeindruckt haben mit Sicherheit auch die wunderschönen siebenbürgisch-sächsischen Trachten, die von den Sängerinnen und Sängern getragen wurden. Die Schäßburger hatten natürlich über die ganze Verweildauer in Deutschland ein üppiges Programm zu absolvieren. Besucht und besichtigt wurden unter anderem Neckarsulm, Gundelsheim und Bad Wimpfen.

Bereits zwei Jahre später, im September 1998, machte sich der Sängerbund "Germania Hoffnung" wieder auf den Weg nach Schäßburg. Außer dem "Bunten Abend" in Schäßburg - hier wurde gewissermaßen in Kooproduktion auch das sehr temperamentvolle zungenbrecherische rumänische Lied "Iac-asa" gesungen - standen auf dem Programm Fahrten und Besichtigungen ins Donaudelta und an die Schwarzmeerküste. Besucht wurden ferner die Klöster in der Nordmoldau sowie Birthälm.
Was 1995 mit einer ersten Fahrt der Obereisesheimer nach Schäßburg begonnen hat, ist inzwischen zu einer herzlichen Sängerfreundschaft geworden. Bereits im folgenden Jahr, August 1999, konnte der Schäßburger Kammerchor ein weiteres Mal in Obereisesheim gastieren, wobei hervorragenddargebotene Volkslieder und der Schlusschor aus Haydns "Schöpfung" bei dem deutschen Publikum einen bleibenden Eindruck hinterließen.

Und jetzt schon steht es fest: Zu Pfingsten 2003 wird der Sängerbund "Germania Hoffnungen" aus Obereisesheim bei Heilbronn mit seinem Dirigenten Uwe Horwath wieder in dem schönen Schäßburg zu Gast sein.
Noch nicht in Schäßburg waren die rund 70 "gestandene Männer", was hier gleich zu setzen ist mit Chorsängern des Männergesangvereins "Concordia Neckarsulm". Sie lesen richtig. Musiklehrer Uwe Horwath leitet und dirigiert seit dem Februar 2000 einen weiteren Chor und zwar den "größten Männergesangverein im Sängergau Heilbronn". Die Feuerprobe hat Uwe Horwath bereits bestanden, als der Männerchor am 3. November 2001 in der Ballei in Neckarsulm den ersten Auftritt unter seiner Leitung hatte.

Es war ein ganz buntes Programm, dargeboten von einheimischen und internationalen Gästen unter der Gesamtleitung: UWE HORWATH! Ein Erfolg war auch die erste Auslandreise mit dem Concordia- Ensemble in die italienische Partnerstadt Bordighera im Mai des Jahres. Wann ist Schäßburg das Reiseziel?

Ob Waldorfschüler oder Erwachsener, ob Sänger oder Instrumentalist - der Musiklehrer Uwe Horwath kann mit allen arbeiten, kann begeistern und motivieren, mit dem Ziel, Freude zu bereiten, aber auch Freude zu empfangen.

Helwig Schumann (Untergrappenbach)

 

 

balken.gif (7924 Byte)

Letztes Update: 05. August 2002 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg