HOG-Schäßburg / Siebenbürgen


Schäßburg im Blickfeld der Weltöffentlichkeit

Schäßburgs Zukunft liegt im Kulturerbe

Konferenz:
SOS SIGHISOARA

Am 21.03.2002 fand im evangelischen Pfarramt in Schäßburg im Rahmen der Woche der Toleranz und des interkulturellen Dialogs die Konferenz der regierungsunabhängigen Organisationen (Organizatii Nonguvernamentale, kurz ONG genannt) statt. Eingeladen hatten die Bürgerinitiative "Sighisoara Durabila", eine Organisation von in Schäßburg lebenden Intellektuellen und die Stiftung "Liga Pro Europa" mit Sitz in Tg. Mures (Neumarkt). Neben den wichtigsten ONG´s des Landes war auch die "HOG Schäßburg e.V." der Einladung gefolgt. An der Besprechung wurde sie von Dipl. Betriebswirt Arpad Bako, Lohmar, Mitglied der Gesprächsrunde "Schäßburg ja - Dracula Park nein", vertreten. Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse von Herrn Bako ist auch ganzseitig in der "Romania Libera", sowie auch in der SZ gekürzt veröffentlicht worden.

Der Schutz von Kulturgütern im nationalen sowie internationalen rechtlichen Kontext , der Erhalt der nationalen, speziell der siebenbürgischen Kulturdenkmäler im Besonderen, war aus gegebenem Anlass das Thema der vorgetragenen Referate. Es ging um die Auswirkungen auf die Schäßburger Altstadt durch die geplante Errichtung eines Dracula-Themenparks auf der Breite bei Schäßburg, in unmittelbarer Nähe der Burg.

Präsidium der SOS-Sighisoara Konferenz im Presbyterialsaal
v.l.n.r.: Smarada Enache, Dorina Dasoveanu, Dr. Alex. Gota,
H.B. Fröhlich, Berzea Maria, Arpad Bako, und Hermann Fabini
Foto: V. Muntean

 

 

Teilnehmer der Konferenz im Presbyterialsaal Foto: V. Muntean

 

 

Der Austragungsort musste in letzter Minute auf Betreiben des Schäßburger Bürgermeisters von der Aula der Bergschule in den Presbyterialsaal des evangelischen Pfarramtes verlegt werden. Das, obwohl das Einverständnis von Schuldirektor Mircea Maier vorlag und die Miete samt Nebenkosten für den Austragungstag von der "Sighisoara Durabila" bereits im Vorfeld beglichen worden waren.

Die Initiatoren des Projektes, der rumänische Minister für Tourismus sowie der Schäßburger Bürgermeister, obwohl eingeladen, waren an der Konferenz nicht anwesend. Herr Bürgermeister Danesan wurde durch seine Sekretärin vertreten.
Nach dem kirchliches Segen, erteilt durch Pfarrer Johannes Halmen, folgte die Begrüßung durch Stadtpfarrer Hans Bruno Fröhlich. Herr Fröhlich hielt einen kurzen Vortrag über die Geschichte der Siebenbürger Sachsen vom 12. Jh. bis heute und erwähnte deren Bedeutung für die Stadt Schäßburg. Er erwähnte auch den Exodus unserer Bevölkerungsgruppe seit den 70-er Jahren und des damit verbundenen existenziellen Problems für die evangelische Kirche der Stadt. Es folgten Beiträge von Dr. Alexandru Gota, Vorsitzender der Sighisoara Durabila, Frau Smaranda Enache von der Liga Pro Europa, Frau Dorina Dasoveanu vom Grupul pentru Dialog Social, Frau Maria Berza von der Fundatia Pro Patrimoniu, vom liberalen Senator Dr. Hermann Fabini sowie von Arpad Bako, dem Vertreter der HOG Schäßburg e.V.

Nach dem Mittagessen, im wunderschön restaurierten "Haus mit dem Hirschgeweih", sprachen über Rumänien und dessen Kulturerbe Herr Vasile Boroneant vom Museum des Munizipiums Bukarest und Frau Eugenia Zaharia vom Institut für Archäologie "Vasile Parvan", Bukarest. Alle Redner kritisierten das irrsinnige Vorhaben Dracula Park sowie den verheerenden Einfluss einer solchen Mammutkonstruktion und des damit verbundenen Massentourismus, sowohl auf das ökologische System der Breite, als auch auf die in unmittelbarer Nähe liegende Altstadt von Schäßburg, deren Existenz man durch dieses Projekt gefährdet sieht. Sie unterstrichen die Bedeutung einer adäquaten Kulturpolitik für die nationale Wirtschaft und zeigten sich besorgt über die kommunistischen Methoden der aktuellen Regierung, das Projekt Dracula Park trotz erheblicher Bedenken namhafter Institutionen sowie Organisationen aus dem In- und Ausland und unter Verletzung nationaler und internationaler Gesetze und Vereinbarungen mit aller Gewalt durchzusetzen. Eine ausführliche Dokumentation der Vorgänge zur Umsetzung des umstrittenen Projekts wurde von der Liga Pro Europa ausgearbeitet und verteilt.

Rumänien besitzt ein einmaliges kulturtouristisches Potential, ca. 30 Kulturgüter gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Das Land hat sich gegenüber der Weltkulturorganisation verpflichtet, diese zu pflegen und sie keinesfalls dem Verfall, geschweige denn der kulturellen Degradierung wie im Fall Dracula Park preiszugeben.

Herr Arpad Bako verlas eine Erklärung im Namen der "HOG Schäßburg e.V." Die in Deutschland lebenden Schäßburger stehen zu ihrer Heimatstadt trotz Krieg, Aussiedlung und sonstiger Entbehrungen und fühlen sich als Bindeglied zwischen der alten und der neuen Heimat. Sie befürworten die Integration Rumäniens in die EU, die für das Land eine vitale Bedeutung hat. Es wurde auch zu dem irrsinnigen Vorhaben Dracula Park Stellung bezogen und Alternativen aufgezeigt, wie sie ein sanfter kulturhistorischer Tourismus, der den Charakter der Stadt respektiert und die geplante Gründung einer Stiftung "Rettet Schäßburg" darstellen. Mit ihrer Teilnahme wollte unsere HOG ihre Position zu dem Thema Dracula Park klar zum Ausdruck bringen und die im Vorfeld bestehenden Kontakte zu regierungsunabhängigen Organisationen wie "Sighisoara Durabila", "Liga Pro Europa" und "Fundatia Pro Patrimoniu" vertiefen.

Arpad Bako (Leverkusen)


 

balken.gif (7924 Byte)

Letztes Update: 26. Juli 2002 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg