HOG-Schäßburg / Siebenbürgen


Das Germanische Nationalmuseum von Nürnberg und Schäßburg

Das Germanische Nationalmuseum (GNM) von Nürnberg feiert in diesem Jahr den 150. Jahrestag seiner Gründung im Jahre 1852. Mit seinen 1,2 Millionen Objekten ist es ein Archiv der Geschichte und zugleich das größte kulturhistorische Museum Deutschlands. Die Ausstellungsfläche umfasst 25.000 Quadratmeter und dokumentiert die kulturgeschichtliche Entwicklung des deutschen Volkes von der Altsteinzeit bis zur Kunst und Kultur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Bibliothek wiederum ist bestrebt, die gesamte Literatur zur deutschen Geschichte und Kultur zu sammeln. Die Bezeichnung "germanisch" hat den Sinn von "gesamtdeutsch", womit die Gründer das deutsche Volk in seiner Gesamtheit, also auch jene deutschen Stämme meinten, die außerhalb der damaligen deutschen Staaten, vor allem in der österreichischen Monarchie, dann aber auch in Rußland und in Übersee lebten. Das Museum sollte demzufolge ein Werk aller deutschen Stämme, eine gesamtdeutsche Nationalanstalt und Stiftung sein. Der Museumsvorstand warb daher auch unter allen Deutschen um Mitglieder und Unterstützung. Diese Aufrufe fanden unter allen Auslandsdeutschen bei den Siebenbürger Sachsen den stärksten Widerhall. Rechts vom Eingang der alten Pforte des Germanischen Nationalmuseums (GNM) in Nürnberg war an der Wand eine Tafel "ehrengedächtnis halber" angebracht mit den Namen von Vereinen und Personen, welche durch Geldspenden zum Aufbau des Museums bis 1856 beigetragen haben. Darunter werden genannt die Professoren des Hermannstädter Gymnasiums, der Verein für siebenbürgische Landeskunde, Freiherr Jos. Bedeus von Scharberg, Friedrich Schuler von Libloy, Freiherr Eugen von Salmen, Franz Obert und das Gymnasium von Schäßburg. Die Tafel befindet sich zur Zeit vor dem "Aufseß"-Saal.

 

Alte Pforte des Germanischen Nationalmuseums

 


Die heute in der Bundesrepublik lebenden Sachsen, vor allem die Kreisgruppe Nürnberg, haben daher allen Grund, innerhalb der diesjährigen Jubiläumsfeierlichkeiten des Museums in einer Feierstunde auf ihre 150jährigen Verbindungen zu der Nürnberger Anstalt und ihre Präsenz in deren Sammlungen hinzuweisen. Die Feier fand am 16. November im GNM statt. Die Zahl der Teilnehmer übertraf alle Erwartungen - etwa 700 Personen (davon viele von weitem angereist) hatten sich in dem geräumigen Vortragssaal eingefunden, als Horst Göbbel, Vorsitzender der Kreisgruppe, die Veranstaltung eröffnete. Der Generaldirektor des Museums, Prof. Dr. G. Ulrich Großmann, hatte es sich nicht nehmen lassen, ein Grußwort zu sprechen, während Ralf Schürer als Sachreferent des Museums auf den Stellenwert der siebenbürgisch-sächsischen Abendmahlskelche in der Sammlung des Museums hinwies. Den Festvortrag über die Beziehungen der Siebenbürger Sachsen zum GNM hielt Dr. Michael Kroner, während Horst Göbbel die siebenbürgisch-sächsischen Exponate des Museums anhand von Lichtbildprojektionen präsentierte. Die musikalische Umrahmung des Programms versah die Siebenbürgische Blaskapelle Nürnberg (Leitung Hans Welther) und der Siebenbürgische Chor Fürth (Leitung von Reinhold Schneider). Anschließend wurde das Museum besucht. Einen solchen Ansturm hat die Institution selten erlebt. Viele Teilnehmer waren erstmals im Museum und beeindruckt von der Größe der Anstalt und dem Reichtum der Exponate. Auf die ausgestellten siebenbürgischen Objekte wurden sie speziell aufmerksam gemacht. Die Teilnehmer äußerten sich durchweg begeistert über die Veranstaltung, die sicherlich einen Höhepunkt in der Kulturtätigkeit der auch sonst sehr aktiven Landsmannschaft im Nürnberger Raum darstellte.
Der folgende Beitrag möchte neben allgemeinen einleitenden Betrachtungen auf die Verbindungen Schäßburgs zum GNM hinweisen.

Bereits 1853 nahm der "Verein für siebenbürgische Landeskunde" die Verbindung zum Nürnberger GNM; auf, wurde dessen Mitglied, das er bis 1943 blieb und gleichzeitig einen Schriftenaustausch vornahm. Erfreut erklärte der Gründer des Museums Hans Freiherr von und zu Aufseß im selben Jahr in einem Brief an Friedrich VII. von Dänemark, das GNM sei "schon in der Schweiz, ja bis zu den alten Sachsen in Siebenbürgen hinein sowie in Frankreich und in den Niederlanden" auf Interesse gestoßen.

 

Brief (1) von Josef Haltrich an Karl Georg Fromann, Bibliotheksleiter des GNM 1865

 

 

Brief (2) von Josef Haltrich an Karl Georg Fromann, Bibliotheksleiter des GNM 1865

 

 

Brief (3) von Josef Haltrich an Karl Georg Fromann, Bibliotheksleiter des GNM 1865

 

Nachdem 1856 Friedrich Schuler von Libloy in Hermannstadt eine Agentur des GNM gegründet hatte, initiierte er auch die Eröffnung solcher Agenturen in Kronstadt, Schäßburg, Mediasch und Bistritz und übernahm die Vertretung für ganz Siebenbürgen. Die Aufgabe der Agenturen (später nannten sie sich Pflegschaften) bestand darin, Mitglieder zu werben, deren Beiträge einzusammeln und dem Museum zu überweisen, Objekte für die Museumssammlung anzukaufen oder von Spendern entgegen zu nehmen sowie die Sache des Museums zu vertreten und bekanntzumachen. Das Archiv des GNM verwahrt den reichen Schriftwechsel mit den siebenbürgischen Pflegern.

ährend meiner zweijährigen Tätigkeit als wissenschaftlicher Angestellter des genannten Hauses hatte ich Gelegenheit, diesen Schriftwechsel einzusehen. In vorliegendem Beitrag soll auf die Tätigkeit der Schäßburger Agentur bzw. Pflegschaft hingewiesen werden. Während die Pflegschaft von Hermannstadt 1861 mit 59 Mitgliedern den achten Platz unter allen deutschen Städten einnahm, lief das Geschäft in Schäßburg schwer an. Die Lehrer des Gymnasiums hatten sich allerdings schon 1856 bereit erklärt, die Nürnberger Anstalt zu unterstützen und durch Direktor Georg Daniel Teutsch ihre Spenden überwiesen. Schuler von Libloy schlug als Agenten für Schäßburg Josef Haltrich vor. Dieser nahm das Amt mit großer Skepsis an. Er werde seinerseits zwar alles tun, versicherte er am 28. März 1857, um "die Zwecke des großen Nationalmuseums zu fördern", befürchte aber, daß bei der Armut seines Kreises, der überdies schon vielfach in Anspruch genommen, weniger leisten werde, "als es sein Wunsch und Begehren" sei. Schon drei Monate später folgte die Mitteilung, daß seine geringe Hoffnung ganz vernichtet worden sei. Die schon vorhandene Armut sei durch zwei Überschwemmungen innerhalb von 5 Jahren noch verstärkt worden und die Pfarrer durch die Auflösung des Kirchenzehnten in Bedrängnis geraten. Als Folge dieser trostlosen Lage hätten mehrere auch die Unterstützung einheimischer Einrichtungen und Vereine abgesagt. Haltrich schlug vor, die Agentur aufzulösen. Die Beiträge der Gymnasiallehrer hingegen könnten wie bisher direkt an das Museum geschickt werden, ebenso etwaige außerordentliche Spenden. Von Nürnberg entgegnete man ihm, daß das Museum der Sache wegen an der Aufrechterhaltung der Agentur interessiert sei, auch wenn dabei vorerst keine Beiträge erzielt werden könnten. Daraufhin unternahm Haltrich einen neuen Versuch und teilte Subskriptionslisten in Schäßburg, unter den Pfarrern der benachbarten Kirchenkapitel (Bezirke) sowie in seiner Vaterstadt Sächsisch-Reen aus. So konnte er doch noch bis zu Weihnachten desselben Jahres 31 Gulden und 24 Kreuzer von den geworbenen Mitgliedern und Spendern dem Museum zukommen lassen. Hinzu kamen 6 Gulden als Beiträge des Gymnasiums und der Realschule, die deren Direktor G. D. Teutsch überwiesen hatte. Als Mitglieder konnte Haltrich namentlich melden: Michael Schuller (Dechant und Stadtpfarrer von Schäßburg), Michael Schuster (Pfarrer in Deutschkreuz), Johann Traugott Krauß (Pfarrer in Schäßburg), Franz Karl Modjer (Pfarrer in Seiburg), Michael Gehann (Pfarrer in Großlasseln) und Michael Schmidt (Pfarrer in Dunnesdorf), von Schäßburger Bürgern Karl Herberth, Friedrich Wultschner (Hauptmann), Julius Reichenstädter (Kaufmann), Daniel Kootz, Karl Julius Habersang (Buchhändler), Georg Binder, Michael Wädt, Joseph Benjamin Teutsch. Das waren außer den Professoren des Gymnasiums und der Realschule 14 Mitglieder. Etwa ebenso viele Personen hatten einmalige Spenden geleistet. In vielen Fällen handelte es sich bloß um einige Kreuzer. Es war aber damit der Anfang gemacht. Haltrich bemerkte allerdings dazu: "Wenn sich unsere Verhältnisse nicht merklich bessern, fürchte ich im nächsten Jahr nicht einmal die Hälfte der heurigen Zeichnung zu erreichen, doch wozu im Voraus die Hoffnung sinken lassen." Er hat sich jedenfalls Mühe gegeben, einen gewissen Stamm von Mitgliedern zu halten. Die Zahl der Beitragzahlenden hielt sich noch einige Jahre zwischen 11 und 14, um dann ab 1862 auf 6, 1871 auf 3 und 1873 auf 2 zu sinken. Hinzu muß man jeweils noch zählen die Lehrer des Schäßburger Gymnasiums und der Reener deutschen Schule, die Stadtkommunität von Schäßburg und Sächsisch-Reen, sowie das Kisder, Kosder und Reener evangelisch-sächsischen Kapitel. Neue Mitglieder, die nach 1857 in den Beitragslisten erscheinen, waren Joseph Brazda und Samuel Wachner (beide Sächsisch-Reen), Maria Mätz (Schäßburg), Alois Wolf (Landesadvokat in Reps) und Johann Baptitst Teutsch. Gelegentlich hat Haltrich auch einige Kreuzer von Schülern eingesammelt. Dazu vermerkte er in einem Schreiben an den Museumsvorstand: "Wie wäre es nun erst, wenn der opferwillige Sinn für eine so hohe Sache deutscher Wissenschaft und Bildung geradezu geweckt und genähert würde, wenn namentlich die Schüler aller deutschen Gymnasien nicht nur angehalten, sondern begeistert würden? Wie klein auch solche freiwilligen Beiträge an sich sind, ihre hohe Bedeutung besteht darin, daß der Sinn und das Interesse für das große Nationalinstitut schon in der Jugend lebendig eingepflanzt wird, so daß in der Zukunft dann doch eine reichlichere Betätigung derselben zu erwarten ist." In Nürnberg war man natürlich mit diesem Vorschlag, "die Schüler für die Sache des Museums zu inflamieren" einverstanden. Es sei zu wünshen, daß dieser Vorschlag von "recht vielen Kollegen des lieben Vaterlandes geteilt werde." Man habe, so die Antwort, in dieser Richtung bereits das Mögliche unternommen.

Es gelang Haltrich, gewöhnlich einen Jahresbeitrag von etwa 20 Gulden einzusammeln. Es war sicherlich ein bescheidener Beitrag. Das war auch nicht das Ausschlaggebende, sondern wichtig war vielmehr die Tatsache, daß man sich in Siebenbürgen für eine Sache engagierte, von der man keinen praktischen Nutzen erwarten konnte. Haltrich wünschte, daß seine "kleine Gabe wie das Scherflein der Witwe gute Aufnahme finden möge", wobei er die Versicherung hinzufügte, daß die Sachsen "im fernen Osten so lange sie athmen, trotz aller politischen Wandlungen, nie aufhören würden, für das hohe Gut deutscher Bildung dankbar zu sein und nach ihren bescheidenen Kräften für die Nährquellen derselben und so auch für das germanische Nationalmuseum beizutragen." Bei anderer Gelegenheit wünschte er, daß auf die von ihm gesandte kleine Jahresspende der Segen Gottes ruhen möge.

Für die siebenbürgisch-sächsischen Pfleger und Mitglieder bedeutete die Zugehörigkeit zum GNM ein Bekenntnis zur deutschen Kulturgemeinschaft, von der man nicht abgeschnitten werden wollte, weil sie für die Aufrechterhaltung des eigenen Deutschtums von existenzieller Bedeutung war. Die Zugehörigkeit zum GNM sah die Elite des Sachsentums als eine Ehrenpflicht an. Haltich schrieb im Jahre 1860 an Karl Georg Frommann, Leiter der Bibliothek des GNM: "Das Deutschthum in Siebenbürgen ist in großer Gefahr, vom Magyaren- und Walachenthum erdrückt zu werden, wenn uns nicht das deutsche Mutterland, sei es auch nur moralisch und durch Wort und Fürsprache, unterstützt. Was an uns liegt, wir wollen uns ehrlich wehren; an Muth gebricht es uns nicht. Nachdem wir bis zum Jahre 1848 uns freie Institutionen gewahrt, mittels deren wir unser Deutschthum in merkwürdiger Reinheit uns erhalten, wollen wir jetzt nicht Sklaven werden. Lieber sterben, als schmählich leben." Fünf Jahre später (1865) hieß es in einem weiteren Weihnachtsbrief an Frommann, mit dem sich Haltrich in einem regen Briefverkehr befand: "Die dermaligen politischen Vorgänge in Österreich sind für unser Deutschthum in Siebenbürgen so besorgniserregend wie noch nie; doch lassen wir im Bewußtsein der Gerechtigkeit unserer Sache den Muth nicht sinken. Treu unserer siebenhundertjährigen Vergangenheit wollen wir an unserm Recht, an deutscher Sprache und deutscher Sitte festhalten, so lange wir athmen. Das ist der Wahlspruch der besten unsers Volkes. Wir getrösten uns, daß die, wenn auch sonst von vielen Seiten in Anspruch genommene große Mutter (Deutschland) dem in Gefahr befindlichen, mit so unaussprechlich treuer Liebe an der Mutter hängenden Kinde ihre wohlwollende, liebende Teilnahme auch weiterhin nicht versagen werden. Gott segne Deutschland, Gott segne Sie auch im neuen Jahr!"

Im Jahre 1886 teilte Konrad Haltrich dem Museumsdirektor mit, daß das Herz seines Vaters zu schlagen aufgehört habe. Er habe "der Liebe zum deutschen Mutterland" seine volle Kraft gewidmet, sei sein ganzes Leben "begeistert für jedes nationale Werk" gewesen und durch 28 Jahre als Pfleger des GNM bemüht gewesen, "die Liebe zur deutschen Kunst und jeder deutschen That auch in dem jüngeren Geschlecht zu festigen." Sein hingebungsvoller Einsatz für das GNM wird auch in dem Gedenkband des Museums, der zum 125. Jahrestag erschien, gebührend gewürdigt.
Die Nachfolge von Haltrich als Pfleger trat der Kaufmann Johann Baptist Teutsch an. Über ihn hatte Haltrich 1879 geschrieben, daß das Museum in ihm "einen sehr warmen Freund und Fürsprecher gewonnen habe". Konrad Haltrich, der ihn als Pfleger empfahl, bestätigte, daß Teutsch "eine über das gewöhnliche Maß gehende Bildung siebenbürgischer Kaufleute" verfüge, "das deutsche Mutterland viel bereist und ein überaus reges Interesse für das germanische Nationalmuseum gezeigt habe."

Es gelang dem begeisterten Museumsfreund tatsächlich, schon 1886 14 neue Mitglieder anzuwerben. Das Unternehmen fand leider schon 1887 ein jähes Ende, da Teutsch Schäßburg verließ. Da sich kein neuer Betreuer fand, ist die Pflegschaft eingegangen. 1887 sind die letzten Beiträge verzeichnet. Wir möchten die Namen jener Mitglieder nicht vorenthalten, die Teutsch gewonnen hatte: Gertrud Teutsch, Fritz Krauß (Komitatsarzt), Carl Hermann (Buchhändler), Joseph Bacon (Stadtphysikus), Carl Roth (Stadtfiskal), Heinrich Melas (Advokat), Heinrich Theil (Lehrer in Agnetheln), J. Thullner (Rektor ebenda), Vict. Ad. Eitel (Pfarrer, ebenda), Michael Fernengel (Gastwirt ebenda), Julius Schwarz (Regimentsarzt), Josephine Schwarz (dessen Gattin), Julius Jakobi (Student), Josephine Teutsch.

Aus den Reihen der Lehrerschaft des Schäßburger Gymnasiums wurden Georg Daniel Teutsch und Haltrich in den Gelehrtenausschuß des GNM berufen, der als ein Konsultativorgan die wissenschaftliche Arbeit des Museums begleitete. Die siebenbürgischen Mitglieder dieses Ausschusses haben allerdings infolge der weiten Entfernung und der damit verbundenen Ausgaben und Beschwernisse nie an dessen Jahreskonferenzen teilnehmen können. Sie und die anderen Pfleger und Mitglieder haben aber dem GNM ihre Veröffentlichungen geschenkt, so daß dessen Bibliothek alle wichtigen, seit Mitte des19. Jahrhunderts erschienenen Transilvanica besitzt, einschließlich "Programme" und Jahresberichte oder Festschriften von Vereinen, Gymnasien und Museen. Der Ehrenpflicht - ein Exemplar ihrer Bücher dem GNM zu überreichen - sind siebenbürgisch-sächsische landeskundliche Forscher und Schriftsteller auch dann nachgekommen, wenn sie nicht dessen Mitglieder waren. Das sollte auch heute so ein.

Das Museum besitzt außerdem einen reichen Fundus an siebenbürgisch-sächsischen Objekten der Sachkultur, vor allem Trachtenstücke, bäuerliche Stickerei, Möbel, Goldschmiedearbeiten (insonderheit Abendmahls-Kelche aus Nordsiebenbürgen), Zinn- und Keramikgefäße, Pulverhörner u. a. Einige davon sind im Museum ausgestellt. Wir gehören also durch unseren Beitrag zu den Mitbegründern, Trägern und Eigentümern des GNM, das sich als "Eigentum der deutschen Nation" betrachtete. Die Pflegschaften von Kronstadt und Hermannstadt haben übrigens bis 1944 bestanden. Es war der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen vorbehalten, nach dem Zweiten Weltkrieg die Verbindung zum GNM aufzunehmen. Die Kreisgruppe Nürnberg ist deren Mitglied.
Das GNM steht uns nicht nur als idielle Kulturstätte zur Verfügung, sondern wir können dessen Sammlungen besichtigen und uns dadurch zu eigen machen.

Als in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts Rolf Zimmermann dem Museum eine reiche Sammlung von Museumsstücken schenkte, sprach er folgende Hoffnung aus: "Da die Aussichten der Sachsen für die Zukunft trostlos sind, muss man befürchten, dass die Zeit einst kommen wird, da die Denkmäler von der fast achthundert Jahre alten siebenbürgisch-sächsischen Kultur nur noch in Museen, Archiven und Bibliotheken zu finden sein werden. Aber auch wenn eine gütige Vorsehung diese Gefahr doch abwenden sollte, würde es mich außerordentlich freuen, wenn meiner bescheidenen Gabe die Ehre zuteil werden würde, in dem Nationalmuseum eine Heimstätte zu finden, um noch in fernen Zeiten Zeugnis abzulegen für meine Vorfahren und Landsleute, die Vorposten der Deutschtums im Südosten." In wieweit Zimmermann unsere Zukunft richtig beurteilt hat, möge jeder für sich deuten.

Dr. Michael Kroner (Oberasbach)

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