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HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Victoria Schäßburg
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Die Blütezeit des Schäßburger Handballs war unumstritten in den Jahren 1946-1950, in denen die Herren-Mannschaft 1946 und 1948 Rumänischer Landesmeister und 1949 Vize-Meister wurde. Das Bild der Schäßburger Handballhochburg vervollständigte die Damenmannschaft, als sie zusammen mit den Herren 1948 den Meistertitel nach Schäßburg holte. Das war eine sportliche Leistung, die in die Geschichte der Stadt Schäßburg eingegangen ist. Inzwischen sind 52 Jahre vergangen und es ist noch keiner Generation gelungen diesen einmaligen Rekord zu unterbieten und einen neuen Landesmeistertitel nach Schäßburg zu holen (Ausnahme war die Schülermannschaft der ,,Bergschule'', die 1961 Vize-Meister und 1963 Rumänischer Schülermeister wurde.)
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Voraussichtlich werden wir es nicht mehr erleben, dass Schäßburg in den nächsten Jahren noch einmal Rumänischer Handballmeister wird. Schäßburg, die einstige Handballhochburg besitzt zur Zeit - zum Bedauern der Handballbegeisterten Schäßburger - keine A-Liga taugliche Mannschaft, weder bei den Herren, noch bei den Frauen.
Die angesprochenen Titelgewinne - dies muss auch gesagt werden -, sind
den Schässburgern nicht zufällig in den Schoss gefallen, sondern
sind das Ergebnis knochenharter Trainingsarbeit, den die Spielerinnen
und Spieler unter ihren damaligen Trainern Hans Kraus, Eder Rudi, Walter
(Butzi) Schmidt und dem Spieler Hans Maurer bereit waren zu
leisten .
Unvorstellbar für heutige Sportlergenerationen mussten Trainingseinheiten
in der Früh um 6.00 - 7.30 Uhr angesetzt werden, damit alle Spieler
anwesend sein konnten. Danach ging es zur Arbeit oder zur Schule. Konditionsläufe
im Gelände - bergauf und bergab - im "Tannenwald" mussten
absolviert werden. Waschen in der Kokel, nach dem Training - weil es noch
keine Duschen gab -, und Fahrten mit dem Lastwagen zu Handballspielen
waren an der Tagesordnung. All diese Strapazen haben die Spieler damals
auf sich genommen und trotzdem sehr guten Handball gespielt.
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Nicht geschätzt und auch nicht gewürdigt haben die damaligen kommunistischen Behörden die außergewöhnliche Leistung dieser Handballergeneration. Nach den Titelgewinnen gab es zu der Zeit seitens der Behörden kein Lob und keine Empfänge beim Bürgermeister oder Stadtrat. Das alles hat uns aber nicht entmutigt weiter zu machen, sondern noch mehr zusammengeschweißt, und um so besser war die Kameradschaft innerhalb der Mannschaft, die uns auch heute noch zusammenhält und uns zu unseren Handballertreffen zusammenführt.
Einen großen Verdienst um die Mannschaft und Anerkennung für
Ihren Mut muss den damaligen Vereinspräsidenten Dr. Olimpiu Munteanu
und anschließend Cornel Popa gezollt werden.
Dr. Olimpiu Munteanu, angesehener Rechtsanwalt, war der Gründungsvater
des Vereins "Victoria" und uneingeschränkter Verfechter
sportlichen Geistes; und Cornel Popa, der in der Eigenschaft als Polizeikommissar
- der Zeit ungewöhnlich deutschfreundlich, menschlich und sportbesessen
- seine schützende Hand über die Mannschaft hielt und allen
Anfeindungen der Behörden Paroli bot. Trotz seiner relativ mächtigen
Position, die er damals inne hatte, konnte er es nicht verhindern, daß
drei wichtige Leistungsträger, Rudi Eder, Hermann Kamilli und Karl
Adleff, von der Staatssicherheit 1950 verhaftet, unschuldig und rechtlos
zu Zwangsarbeit an den Donau-Schwarzmeerkanal deportiert wurden. Beide
Vereinspräsidenten hat später dasselbe Schicksal ereilt, sie
mussten von der kommunistischen Willkür eingekerkert, an verschiedenen
Orten ebenso Zwangsarbeit leisten.
Mit der Verhaftung dreier wichtiger Leistungsträger sowie dem Verlust vier weiterer, durch Einberufung zum Militärdienst (Moise Balazs (Dinamo), Walter Lingner, Heinz Kartmann und Hans Zultner (CCA) begann der Abwärtstrend der Leistungsfähigkeit des Schäßburger Handballs. Ein großer Aderlass für die Mannschaft war auch der Weggang der Spieler Hans Maurer, Heinz Kartmann und Wilhelm (Butzo) Zay, nach dem Gewinn der Meisterschaft 1946 nach Oderhelen.
An dieser Stelle sei erwähnt:Hans Maurer war eine der markantesten Spielerpersönlichkeit der Zeit, als wurfgewaltiger Stürmer und Torschützenkönig konnte er logischerweise auch nicht von heute auf morgen ersetzt werden.
Allen Schwierigkeiten zum Trotz hat Schäßburg im Laufe der Jahrzehnte hochkarätige Spieler hervorgebracht die weit über die Grenzen der Stadt Schäßburg bekannt wurden. Viele haben in Spitzenmannschaften der Rumänischen Liga, ja sogar in der Nationalmannschaft gespielt und einige Schäßburger sind mit der Rumänischen Nationalmannschaft im Kleinfeldhandball Weltmeister geworden, was nicht so selbstverständlich sein muss, (Rumänien wurde 3 Mal Weltmeister einmal Olympia- Zweiter in Montreal 1976 und einmal 1972 Olympiade-Dritter in München). Darum kann Schäßburg, mit Recht als eine Hochburg des Rumänischen Handballs bezeichnet werden.
Um diese Behauptung zu untermauern möchte ich auch einige Namen nennen. In den Nachkriegsjahren waren es Hans Lehni, Walter Lingner, Balazs Moise, die in die Nationalmannschaft berufen wurden. In den späteren Jahren waren es Bulgaru Aurel, Bogalea Nelu, Gunesch Roland, Radu Voinea. Die letzten vier gehörten zu der WELTMEISTER-Mannschaft.
Roland Gunesch wird mit zwei Weltmeister-Titeln 1970 und 1974 sowie mit
seinen bei den Olympischen Spielen in München 1972 und Montreal1976
gewonnenen Bronze- und Silbermedaillen, erfolgreichster Rumäniendeutscher
Handballer.
Nicht vergessen sollte man auch den Beitrag der SchäßburgerNationalspielerinnen
Martha Siegmund (Löw), Liane Roth (Schmidt), Luci Dobre und Adele
Theil (Novak) (ein Bericht über den Schäßburger Frauenhandball
wäre für den Schäßburger und Rumänischen Handball
wünschenswert).
Unzählige Schäßburger Handballer spielten in den 50er und 60er Jahren in verschiedenen Spitzenvereinen der Rumänischen A-Liga: Bogolea Nelu, Martini Johann, Schneider Michael, Pakscha Horst, Kamilli Kurt, P. Grabowski bei Dinamo Bukarest, Balazs Moise, Theis Willi, Breihofer Fritz, Hitsch Walter, Florea Lucian, Martini Dieter bei Dinamo Kronstadt, Walter Lingner, Heinz Kartmann (Die ersten Schäßburger, die den Titel "Meister des Sports" erhielten), Hans Zultner, Aurel Bulgaru, Radu Voinea, Pereteatcu Gheorghe bei CCA Bukarest, Hans Flechtenmacher, Pantiru Constantin bei Universitatea-Klausenburg, die Brüder Hurubeanu Puiu und Milu, Ivanescu Sebastian, Schaas Hans, Bürger Martin, Navrotescu V., bei Universitatea - Jasi, Kamilli Hermann, Schuster Otto, Hans Zultner, bei Santierul Kronstadt, Reich Rainer bei Universitatea Bukarest, Albert Lingner, Gronnerth Michael (Butz), Hans (Aka) Flechtenmacher bei Textila Heltau, Hans Maurer, Heinz Kartmann, Wilhelm (Butzo) Zay bei Autosport Oderhelen, Keul Peter bei Stiinta Petrosan. (Sollte der eine oder andere hier nicht genannt worden sein so bitte ich um Nachsicht und Korrektur). Viele junge talentierte Spieler rückten in die erste Liga-Mannschaft der Schässburger nach, wie z.B. Bulgaru Aurel, Albert Lingner, Kurt Bartmus, Roth Heinz, Kamilli Kurt, Pakscha Werner, Kristoff Rudi, Hetrea Virgil, Roth Willi, Czika Adolf, Geiswinkler Hans, Wagner Dietrich (Tschipp), Streitfeld Erwin u.v.a.m.
Mit der Umstellung von Groß- auf Kleinfeldhandball, vollzieht sich ein Wandel. Schäßburg hat den Nachteil, keine handballgerechte Sporthalle zu besitzen, keine Universität oder Politechnikum zu haben, die Anziehungspunkte für Spitzensportler sind. So war die Abwanderung der jungen talentierten Spieler in die Hochschulzentren und in andere Ligamannschaften vorprogrammiert.
Titelkämpfe haben sich inzwischen in andere Städte des Landes
verlagert.
Traditionelle ehemalige Handballhochburgen wie Hermannstadt, Mediasch,
Schäßburg, Kronstadt, Heltau, Agnetheln, drohen von der Bildfläche
zu verschwinden oder haben im Rumänischen Handball kaum noch etwas
zu melden. Durch den Exodus der deutschen Bevölkerung aus Siebenbürgen
und dem Banat ist auch das Spielerreservoir und die Talentförderung
an der Basis stark geschrumpft. Es ist unumstritten, dass gerade Spieler
und Trainer deutscher Herkunft viel zum Ruhme des rumänischen Handballs
beigetragen haben. Einen wichtigen Beitrag zum internationalen Niveau
des rumänischen Handballs haben die Sachsen und Schwaben vor allem
an der Basis durch ihre Spieler, Sportlehrer, Trainer und Schiedsrichter
geleistet. Als Beweis siehe das gegenwärtige internationale Niveau
des Rumänischen Handballs, keine Weltmeister-, Olympische- oder Vereinstitel
sind in letzter Zeit nach Rumänien vergeben worden. Vielleicht trauert
mit Wehmut der eine oder andere Schäßburger heute, der sich
noch an die Blütezeit des Schäßburger Handballs
erinnert und über den Tellerrand hinaus blicken kann, dem nach, was
ehemals deutsche Spieler und Trainer für den Rumänischen Handball
geleistet haben. Denn wo sind die Zeiten, wo tausende Zuschauer Ihre Schäßburger
Mannschaft bejubelten ,die zu der Zeit als die Besten im Lande galten.
Hans Zultner (Schäßburg/Heilbronn)
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