HOG-Schäßburg / Siebenbürgen


Zum Geleit

Rückblick auf 10 Jahre Gemeinschaft der Schäßburger

"DEINER SPRACHE, DEINER SITTE,
DEINEN TOTEN BLEIBE TREU ..."

Wie kann es anders sein, als nach einem Dezennium seit der Gründung unserer Heimatortsgemeinschaft, einen Rückblick zu halten, eine bescheidene Bilanz zu ziehen und über die Zukunftsaussichten dieser Gemeinschaft nachzudenken! Es erscheint angezeigt, Anliegen und Ergebnisse unseres Wirkens in der neuen und alten Heimat festzuhalten. Vorausgeschickt sei, dass die Gründung der Heimatortsgemeinschaft nie als Alternative zu der seit über 50 Jahren bestehenden Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen gedacht war, sondern im Rahmen dieser als Ergänzung mit ausschließlich ortsbezogenen Aufgaben zur Förderung der Zusammengehörigkeit, Wahrung der Traditionen und des geerbten Kulturgutes.


Aussicht auf Stadt und Burg von der Villa Franka (Foto: Helmut Müller)

Um den Konsens mit den Folgegenerationen zu sichern, haben wir für diesen Rückblick bewusst eine Zielsetzung unseres Heimatdichters Michael Albert als Motto gewählt, ganz im Sinne derer, die den Schäßburgern eine betonte Bescheidenheit nachsagen.

Es war 1993, etwas spät im Vergleich zu den vielen schon über Jahre hinweg mit Leben gefüllten sächsischen Dorf- und Stadtgemeinschaften, als eine Gruppe von Schäßburgern am 25. Februar 1992 in München beschloss, die Heimatortsgemeinschaft der Schäßburger zu gründen. Es waren Heinz Brandsch (Leipzig), Günter Czernetzky (Wien), Ernst Graef (Drabenderhöhe), Heinz Heltmann (Bonn), Karl Frank (München), Kurt Leonhardt (Geretsried), Ekart Letz (Germering), Walter Lingner (Düsseldorf), Egon Machat (Geretsried), Günther und Rita Martini (Walpertskirchen), Wolfram Theil (München) und Gust Wonnerth (Phäl).

Erst nach einem Jahr sollte es zur Gründungsversammlung kommen. Für den 15. Mai 1993 lud Wilfried Lang 63 Schäßburger nach Bad Mergentheim ein. Erfreulicher Weise waren es 32 Landsleute, die sich dem Vorhaben stellten, sich einen ganzen Tag in der Problematik auseinander setzten, die Gründung beschlossen, die Aufgaben bestimmten, den Vorstand mit Ältestenrat wählten und die konstituierende Sitzung für den 4. September 1993 festlegten.

Am 15. Mai waren es: Kurt Bartmus (Heilbronn), Heinz Brandsch (Leipzig), Fritz und Liesel Breihofer (Heilbronn), Günter Czernetzky (Wien), Karl Frank (München), Josef Fritsch (Pforzheim), Elisabeth Folberth (Kehlheim), Ernst Graef (Drabenderhöhe), Diethart Hügel (Traunreut), Metta Kovacs (Schäßburg), Wilfried Lang (Bad Mergentheim), Alfred und Brigitte Leonhardt (Emlichheim), Erika Leonhardt (Heilbronn), Walter Lingner (Düsseldorf), Richard Löw (Bietigheim), Peter Madler (Öhringen), Ruth und Hans Markus - Czernetzky (Heilbronn), Günther und Rita Martini (Walpertskirchen), Hedwig und Helmut Müller (Heilbronn), Gertrud Paskievitsch (Stuttgart), Erna Salmen (Heilbronn), Helwig Schumann (Heilbronn), Erwin Teutsch (Hamburg), Wolfram Theil (München), Gust und Jutta Wonnerth (Phäl) sowie Roland Zebli (Wierensheim).

Die konstituierende Sitzung am 4. September 1993 in Heilbronn mit gewähltem Vorstand und Ältestenrat beschloss und verabschiedete dann die Satzung der "Heimatortsgemeinschaft Schäßburg e.V." mit Sitz in Heilbronn, Eintragung beim Amtsgericht als gemeinnütziger Verein mit Geschäftsordnung und Kassenordnung, Gestaltung und Organisation der Heimattreffen und Herausgabe halbjährlich eines Heimatblattes, der "Schäßburger Nachrichten".

In den folgenden Jahren - 1997 in Heilbronn und 2000 in Fürth - wurden Vorstand, Erweiterter Vorstand und Ältestenrat neu gewählt, unwesentliche Satzungsänderungen eingebracht sowie Rechenschaftsberichte und personelle Veränderungen vorgelegt. All dieses ist in den bisher 18 Folgen der Schäßburger Nachrichten nachlesbar, eine Aufzählung und Darlegung würde diesen Rahmen sprengen.

Eine der Aufgaben unserer Heimatortsgemeinschaft ist die Gestaltung und Organisation der Heimattreffen. Von den 11 bisher stattgefundenen Treffen der Schäßburger in Deutschland und Schäßburg gehen fünf auf unser Konto. Die vorausgegangenen hatten in Drabenderhöhe (1978, 1979, 1981 und 1984) und in Heilbronn (1988 und 1991) stattgefunden. Steigende Besucherzahlen (80 - 183 - 300 - 400 - 1200 - 1100) bescheinigten ein wachsendes Bedürfnis.

Die Treffen in Drabenderhöhe, jedes Mal gebunden an die Geschichte und Traditionen der Heimatstadt, geprägt und getragen von erfahrenen und schicksalsgeprüften Schäßburgern wie Eduard Dürr, Ernst Graef, Julius Jobi, Sissi Mätz, Dr. Hans Balthes und Vorträgen von Hans Markus, Karl Gustav Reich, Walter Lingner und Dr. Roland Melzer, um nur einige zu nennen, begeisterten und endeten immer wieder mit der Frage "wonni trefen mir es wedder?".

Im Jahre 1985deutete sich ein Generationswechsel an, in Heilbronn wurde auf Initiative von Helmut Müller eine Schäßburger Nachbarschaft gegründet. Nachbarvater wurde Fritz Breihofer. Die Zahl der ausgewanderten Schäßburger war sprunghaft angestiegen, Gestaltung und Organisation der Treffen nahmen neue Formen an. So war es die Nachbarschaft Heilbronn, die 1988 und 1991 die Aufgabe übernahm, die Schäßburger in der Festhalle Heilbronn zusammen zu führen. Fritz Breihofer mit seinen Mitstreitern/innen - Kurt Bartmus, Jinni Schuster, Gerhild Feder u.a.m. - gelang es, zwei inhaltsvolle Treffen, mit der bis dahin größten Teilnehmerzahl, zu gestalten. Von den Festrednern Walter Roth und Hans Pomarius wurden Schäßburger Eigenart und deutliche Worte über den Verlust der alten Heimat in den Raum gestellt. Ausstellungen von Kurt Leonhardt, Adolf Kroner, Isa Leonhardt und Fritz Breihofer schmückten das Foyer, Uwe Horwath und die ehemaligen Mitglieder des Schäßburger Kammerchores trugen Lieder vor, Dr. Christoph Machat, Walter Lingner, Dr. Michael Kroner bereicherten das Treffen mit Vorträgen über Denkmäler, Brauchtum und Aktualität in Schäßburg und Siebenbürgen. Die heimatlichen Gottesdienste gestalteten in der Kilians - Kirche die Pfarrer Günther Lutsch und Peter Madler.

"In dieser Weise der Tradition und der - heiligen Sieben - verpflichtet, übernahm das 7. Treffen die Heimatortsgemeinschaft", schrieb in der 2. Folge (27.08.94) der "Schäßburger Nachrichten" der damalige Vorsitzende Prof. Dr. Heinz Brandsch. Das 7. Treffen fand also am 27./28. August mit 850 Teilnehmern in der Festhalle zu Heilbronn statt. Das erste Mal war auch eine Delegation von Landsleuten aus Schäßburg - Vertreter der Kirche, des Forums und des Bergschulvereins -geladen und dabei. Die Festrede hielt Prof. Dr. Heinz Brandsch, Grüße aus Schäßburg überbrachten Kurator Andreas Christiani, Vizebürgermeister Dr. Ovidiu Capatina und Christian Elges, der mit der Einladung zu einem Treffen in Schäßburg die Anwesenden begeisterte. Roland Zebli schlug die Brücke zur alten Heimat und dankte für die Einladung. Ausstellungen (Isa Leonhardt, Peter Pfau, Adolf Kroner u.a.), Vorträge (Gertrud Schuller, Walter Roth), Dia- und Videovorführungen (Walter Lingner, Michael Zinz), musikalische Darbietungen des "Kammerchors" (30 Mitglieder unter der Leitung von Uwe Horwath), Vorstellung des Heimatbuches "Schäßburg, Bild einer siebenbürgischen Stadt" (Walter Lingner) sorgten für den Inhalt des Treffens. Bis zur späten Stunde wurde gesellig beisammen gesessen. Den Gottesdienst in der Kilians - Kirche bestellten die Pfarrer Peter Madler und Günther Lutsch.

Höhepunkt unserer Treffen war zweifellos das der Schäßburger in Schäßburg am 25./26. August 1995. 110 ehemalige Schäßburger aus Deutschland und Österreich waren der Einladung gefolgt. Als Gastgeber begrüßte der Forumsvorsitzende Reinhold Aescht die Angereisten. Ein Programmpunkt reihte sich an den anderen: Empfang bei Bürgermeister Constantin Stefanescu, Podiumsgespräch in der Aula der Bergschule, gemeinsames Singen "äm Schinzken" unter der Leitung von Hermann Baier, feierlicher Gottesdienst in der Klosterkirche mit Einweihung der Gedenktafel der Gefallenen und der in der Deportation Verstorbenen, Predigt von Pfarrer Konrad Georg, gemeinsames Essen im Goldenen Stern mit 220 daheim gebliebenen Schäßburgern, Ausflug auf die Breite und Villa Franka. Die vier in Schäßburg verbrachten Tage bekräftigten unsere Funktion als Brückenbauer und wurden zu einem inhaltsvollen und einmaligen Erlebnis.

Es folgte ein weiteres Treffen am 30./31. August 1997 in Heilbronn. Die festlich geschmückte "Harmonie" begrüßte rund 600 Teilnehmer. Eine Gruppe von 25 Gästen aus Schäßburg war dabei. Eine erste große Mitgliederversammlung mit Neuwahlen wurde abgehalten. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Erwin Ziebart, Grußworte sprachen der Heilbronner Bürgermeister Harald Friese, der Schäßburger Bürgermeister Constantin Stefanescu, Kirchenkurator Andreas Christiani und für die Landsmannschaft Richard Löw. Ein Podiumsgespräch zum Thema "475 Jahre Bergschule" fand großes Interesse. Aussteller waren Wolfram Theil (Büsten), Wilhelm Fabini (Plastik), Isa Leonhardt (Bücher), Kurt Müller (Bergschule) und Adolf Kroner (Aquarelle). Der Videovortrag "450 Jahre Bergschule" von. Ch. Elges - Popa und Eike Hügel, vorgeführt von Martin Zinz, begeisterte das Publikum. Am Schluss seines Berichtes zitierte Walter Roth die "Heilbronner Stimme", die am folgenden Tag diesem Treffen den Titel gab: "Erinnerung an ein Stück heile Welt".

Das letzte Treffen gestalteten wir gemeinsam mit der Nürnberger Nachbarschaft in der Stadthalle Fürth am 28./29. September 2000. Es wurde zum vollen Erfolg. 1250 Gäste füllten Samstag und Sonntag die Festhalle mit Leben. Den Organisatoren war ein Stein vom Herzen gefallen, das Zittern und Bangen: "Ku säi oder ku säi net?" hatte sich in ein Gefühl der Freude und Genugtuung verwandelt. 40 Gäste aus Schäßburg waren dabei. Die Festrede hielt Dr. Christoph Machat, Grußworte sprachen der Bürgermeister von Fürth Wilhelm Wenning, der Bürgermeister Schäßburgs Ioan Danesan, der Direktor der Bergschule Mircea Maier, für die Landsmannschaft Horst Göbbel.


Bergkirche nach der Renovierung 1999
(Foto: Walter Lingner)

Es wurde der Grundstein zu einer Städtepartnerschaft Schäßburg/Dinkelsbühl gelegt; beide Bürgermeister - Ioan D. Danesan/Schäßburg und Otto Sparrer/Dinkelsbühl - trafen sich zu einem ersten Gespräch. Die Ausstellung im Foyer war diesmal so reich bestückt, dass es hier nicht möglich ist, alle zu erwähnen; von Aquarellen über Malkunst bis zur graphischen Zeichnung, von Karl Brandsch über Rudi Eder bis zu Johann Untch war alles nur Erdenkliche aus Schäßburg vertreten. Einen Meilenstein in unserer kurzen Geschichte setzte der Videovortrag "Wir Schäßburger heute" von Michael Zinz und Walter Lingner. Den heimatlichen Gottesdienst in der St.-Martins-Kirche gestalteten Gastgeberpfarrer Werner Maurer und Stadtpfarrer Hans Bruno Fröhlich aus Schäßburg.
Die Mitgliederversammlung mit Neuwahlen war ein voller Erfolg, alle Gremien des Vereins wurden neu besetzt, die Arbeit für die Zukunft war gesichert.

Zwei unserer Hauptaufgaben, festgeschrieben in der Satzung, sind die humanitäre Hilfe für die in Schäßburg Verbliebenen und unser Beitrag zur Bewahrung des Kulturerbes in Schäßburg.
Die humanitäre Hilfe, ein Thema, das immer wieder zu Kritik Anlass gibt: Wir würden auf diesem Gebiet viel zu wenig leisten, heißt es. Diese Thematik ist nicht so einfach, wie es im ersten Augenblick aussieht, nur Erfahrung und Einblick erlauben hier ein Urteil, sie bleibt immer relativ und ist nie ausgeschöpft. Unsere diesbezügliche Unterstützung richtet sich nach den jeweiligen Anforderungen. Die nachbarschaftliche Organisation unserer Landsleute bietet uns die Möglichkeit, eine gezielte und damit gerechtere humanitäre Hilfe vor Ort zu leisten, da nur dort übersehen werden kann, wer ausschließlich auf unsere Hilfe angewiesen ist.

Wir helfen seit Jahr und Tag gezielt mit Beerdigungsbeihilfe, Beihilfe für Heizung und Strom in den Wintermonaten, wir steuern zu den Treffen der Russlanddeportierten bei, den Frauenkreis des Forums unterstützten wir, für die Pflegestation auf der Burg übermitteln wir ein Monatsgehalt für das Pflegepersonal. Mit Lebensmittelpaketen half immer wieder die Heilbronner Nachbarschaft, hinzu kamen noch Spenden zur freien Verfügung der HOG von den Nachbarschaften Nürnberg und München, Geld, dass ebenfalls zu humanitären Zwecken wie z. B. Essen auf Rädern, Christbescherung und Notfälle Verwendung findet. Zu erwähnen wäre die gute Zusammenarbeit zwischen Dieter Wagner seitens der H0G und Metta Kovacs vor Ort in Schäßburg, die zu einer Intensivierung unserer Verbindlichkeiten geführt haben.

Im Oktober 1998 wurde die von uns eingeweihte Gedenktafel der Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges sowie der in der Deportation Verstorbenen mit einer sehr sinnvollen und künstlerisch einwandfrei gestalteten Plastik von Wilhelm Fabini ergänzt.
Im Raum steht eine weitere wichtige Aufgabe, die uns als ausgewanderte Schäßburger dem Kulturerbe der Siebenbürger Sachsen weiter verpflichtet: Es ist der Führungsdienst in der Klosterkirche, eine überaus erfreuliche und eindrucksvolle Einrichtung, die vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde und die wir mit Dokumentationsmaterial substanziell unterstützen.
1999 haben wir gemeinsam mit dem Presbyterium die Umgestaltung der Nebenräumlichkeiten in der Klosterkirche in Angriff genommen; der Kreuzgang soll freigestellt und in ihm ein "Museum der evangelisch-sächsischen Kirchengemeinde Schäßburg" eingerichtet werden. Damit möchten wir den Führungsdienst unterstützen und die Darstellung der Geschichte dieser Burg und Stadt vervollständigen, zum Teil ergänzen, aber auch zum Teil, zu dem heute anderorts dargestelltem, richtig stellen. Die Arbeiten im Kreuzgang mit Mobiliar sind abgeschlossen, zurzeit wird zusammen mit Wilhelm Fabini an der inhaltlichen Einrichtung gearbeitet.

Unseren Beitrag zur Pflege und Instandhaltung der drei ev. Friedhöfe (Bergfriedhof, Siechhof, Galtberg) in Schäßburg erfüllen wir schon seit Jahren, indem wir Geld, Geräte, Materialien und technischen Beistand gewähren. Durch die Vermittlung der Grabgebühren in den "Schäßburger Nachrichten" haben wir für unsere Friedhöfe beste Arbeit geleistet. Es gilt hier der Dank allen, die sich bewusst daran beteiligen.
Mit finanzieller Unterstützung des Bundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge haben wir den Soldatenfriedhof des 2. Weltkrieges restaurieren und im Herbst 2002 einweihen können.
Ganz zufrieden sind wir mit dem Geleisteten auf den Friedhöfen nicht, hier ist Nachholbedarf auf allen Ebenen nötig.

In Schäßburg gab es in dem letzten Jahrzehnt noch vier wichtige Ereignisse: 475 Jahre Bergschule (1997), 700 Jahre Klosterkirche (1998), Wiedereinweihung der Bergkirche (1999), 100 Jahre neue Bergschule (2001). An diesen historischen Ereignissen war unsere Heimatortsgemeinschaft inhaltlich und materiell aktiv beteiligt.

Die Spurensicherung, die Dokumentation des Kulturerbes, eine der Hauptaufgaben unseres Dachverbandes, des Siebenbürgisch Sächsischen Kulturrates, ist und bleibt auch bei uns oberstes Gebot. Wir haben uns seit Jahren als Ziel die Friedhofsdokumentation und die Matrikelsicherung zur Ahnenforschung gesetzt. Der Umfang ist riesig, die Aufgabe nicht einfach, der Weg zur Vollendung viel länger als geplant.

Die Friedhofsdokumentation, getrennt erstellt für Bergfriedhof (ca. 2000 Grabstellen), Galtberg (ca. 260 Grabstellen) und Siechhof (ca. 163 Grabstellen), soll in ihrer endgültigen Fassung die Geschichte des jeweiligen Friedhofs, Grabstellenblätter, ein alphabetisches Verzeichnis (Beerdigte und Grabeigentümer) sowie die Lagepläne beinhalten. Die Vorarbeit, die dokumentarisch/bildliche Erfassung, ist abgeschlossen, die Computererfassung steht noch aus, Aufgabe für die nächsten Jahre.


Der Stundturm, das Wahrzeichen der Stadt Schäßburg, 1999 (Foto: Walter Lingner)

Zur Matrikelsicherung: Seit Jahren sind wir Mitglied im AKSL, Sektion Genealogie, bis kürzlich vertreten durch Ernst Graef, der mit unserer Hilfe den Matrikelbestand aus Schäßburg hier aufgebaut hat und bis zu seinem Tod mit 92 Jahren im Januar 2003 unseren Landsleuten fleißig in genealogischen Fragen (Stammbaum-Angelegenheiten) Auskunft gab und Ahnentafeln erstellte. Seine Aufgabe übernahmen Ingeborg und Alexander Peter in Weinsberg, sodass die Kontinuität in unserer Ahnenforschung gesichert wurde.

Und nun zu einer der wichtigsten und hilfreichsten Aufgaben, um die Zusammengehörigkeit, die Gemeinschaft, das Selbstwertgefühl zu stärken und die Mitgliederzahl zu erhöhen, die Schäßburger Nachrichten. 19. Folge, 10. Jahrgang, 72 Seiten heißt es bei dieser Ausgabe.
Gemessen an anderen Heimatortsgemeinschaften ein relativ junges, aber erfolgreiches Blatt.
Wir wünschten uns, dass die "Schäßburger Nachrichten" ein Dokumentationsblatt über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt und seiner Bürger, ein Blatt mit gehobenem Anspruch bleibt.

Zum Schluss Grundsätzliches und Aktuelles:
Ein Generationenwechsel steht an, Aktivieren und Einbinden der Erlebnisgeneration der Schäßburger der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts ist oberstes Gebot und bedingt den bescheidenen Aufruf: "Macht bitte mit!".

Der Einstieg in die moderne Kommunikation - Internet war unumgänglich, eine Homepage wurde eingerichtet, ihr weiterer Ausbau steht an.

Der Städtepartnerschaft Schäßburg/ Dinkelsbühl, die seit zwei Jahren im Aufbau ist, fühlen wir uns verpflichtet, wir nehmen aktiv unsere Funktion als Brückenbauer wahr.

Die Aufnahme der Schäßburger Burg in die Liste des Weltkulturerbes durch die UNESCO bedeutet auch für uns eine Ehrung, aber auch Verpflichtung.

Dem Vorhaben, auf der Breite bei Schäßburg eine Freizeitanlage "Dracula Park" einzurichten, haben wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Institutionen entgegengesetzt, und wir haben Erfolg gehabt. Das Projekt wurde aufgegeben.

Dem nun neu in Schäßburg gegründeten Konsortium Agenda 21, das zur wirtschaftlichen, kulturhistorischen und touristischen Förderung der Stadt eingerichtet wurde, haben wir uns angeschlossen.

Wir können heute mit Stolz berichten, dass sich die Zielsetzungen unserer Schäßburger Gemeinschaft erfüllt haben:

  • Sicherung und Förderung unseres Zusammengehörigkeitgefühls;
  • praktische Hilfe auf allen Ebenen für die daheimgebliebenen Heimattreuen in Schäßburg;
  • für die Bewahrung und Überlieferung unsers kulturellen Erbes Sorge zu tragen und
  • in Nachfolge des "Groß - Kokler Boten" zweimal im Jahr die "Schäßburger Nachrichten" als Bindeglied in der Zerstreuung mit Erfolg herauszugeben.

Die Zahl der Aktiven und der treuen Mitglieder ist so groß, dass es nicht möglich ist alle namentlich hier zu erwähnen, es würde den Rahmen sprengen, darum bitten wir um Verständnis, wenn wir heute allgemein allen, die freiwillig und selbstlos in diesen 10 Jahren für unsere Gemeinschaft handfeste Arbeit geleistet und zu ihrer Stärkung beigetragen haben unseren herzlichen Dank aussprechen und ihnen zurufen "Macht weiter so, auch in den nächsten 10 Jahren!"

Walter Lingner (Düsseldorf)


 

balken.gif (7924 Byte)

Letztes Update: 2003-07-30 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg