HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Berichte aus SchäßburgBericht des Evangelischen Stadtpfarramtes A.B. SchäßburgAktuelle Seelenzahl und geistliche Handlungen seit Mai 2003 - Pf.z. 67/10.11.2003
Es wurden getauft: Es wurden getraut:
Es zogen hinzu:
Es zogen weg:
Betrachtungen und InformationenDer Trend der letzten Jahre, und ich meine damit die Jahre des "neuen Jahrtausends", geht etwa in diese Richtung: nach den für unser (Kirchen)Volk "wilden '90-er Jahren, mit 90 % Auswanderung" ist eine relative Stabilisierung der Kirchengemeinde Schäßburg (und der Stadtgemeinden im allgemeinen: Hermannstadt, Kronstadt, Mediasch) eingetreten. Das zeigt zunächst die Seelenzahl der Kirchengemeinde, welche sich schon seit einigen Jahren auf etwas über 500 Seelen eingependelt hat (zwischen 510 und 520). Einerseits ist es so, dass wir eine zunehmende Alterung der "klassischen" Gemeindeglieder (d. h. der Siebenbürger Sachsen) feststellen, daher auch etliche Verluste durch natürlichen Abgang (sprich: Tod) zu verzeichnen haben. Andererseits haben wir auch Zuwachs durch Taufen (drei gab es davon im Jahr 2003) oder Neuzugänge: das sind "Hiesige" aber auch "Auswärtige". Die "Hiesigen" sind in der Regel Kinder, welche über die Konfirmation zu uns kommen. Es sind solche die aus rumänischen Familien kommen, aber die deutsche Schule besuchen und daher sozusagen über die "deutsche Kultur" zur Evangelischen Kirche finden. Es sind aber auch Kinder aus konfessionsverbindenden Ehen ("Mischehen"), die zu ihrer Zeit nicht evangelisch getauft worden sind, die (sie oder ihre Eltern) sich nun aber ihrer sächsischen und daher auch evangelischen Wurzeln erinnern. In diesem Herbst haben 16 Kinder den Konfirmandenunterricht begonnen. Die "Auswärtigen" sind (bis jetzt) Bundesbürger, die für kürzere oder längere Zeit her gekommen sind und eine Mitgliedschaft in der evangelischen Kirche anstreben (zwei Fälle hatten wir in diesem Jahr). Diesbezüglich gibt es seit letztem Jahr (2002) eine Regelung unserer Landeskirche, die vor allem für Landsleute geschaffen wurde, die sich für längere Zeitspannen in ihrer "alten Heimat" aufhalten. Diese Regelung besagt, dass jeder evangelische Christ, der sich die Hälfte des Jahres (mindestens 183 Tage im Jahr) hier aufhält Mitglied unserer Kirche sein kann ohne dabei seine Mitgliedschaft in der Evangelischen Kirche in Deutschland aufgeben zu müssen. Aus meiner Sicht besteht unsere Kirchengemeinde - grob gesehen - aus zwei "Bevölkerungssegmenten": Einerseits haben wir die ältere Generation, die (logischerweise) traditionell ausgerichtet ist und bei denen es ganz wichtig ist unseren evangelischen Glauben eingebettet in althergebrachtes Brauchtum auch weiterhin zu pflegen (So banal es auch klingt: Der Sonntagsgottesdienst und die kirchlichen Feste in ihrer althergebrachten Form sind das Kernstück unseres kirchlichen Lebens und wir haben cca. 15 % Gottesdienstbesuch; die Evangelische Kirche in Deutschland hat 2 - 3 % aufzuweisen). Andererseits haben wir Jugendliche und solche "mittleren" Alters, die nicht nur durch ihre Jugend, sondern auch durch ihre Herkunft aus "nichtsächsischen" Kulturkreisen ganz anderes orientiert sind, bei denen die Aufgabe oder Vernachlässigung von Traditionen gar nicht auffällt, weil sie nie darin beheimatet waren. Mit diesen Gemeindeglieder kann man Neues experimentieren. Diese Menschen stellen sicher eine große Bereicherung dar; an sie knüpft sich die Hoffnung, dass jemand unsere Kultur überhaupt weiter trägt. Zugleich aber ist diese Hoffnung problematisch, weil diese Menschen es sicher anders machen werden, als es sich mancher Traditionalist vorstellt. Ein Beispiel dazu: Bei Konfirmanden aus Mischehen oder ganz rumänischen
Familien ist es selbstverständlich, dass sie vieles von den wichtigen
- zur Konfirmation gehörenden - Dingen (etwa, dass man sich mit der
Familie und den Taufpaten zu versöhnen hat, bzw. alle um Vergebung
bitten muss) nicht wissen, weil sie es einfach nicht von zu Hause gesagt
bekommen; das hat uns seinerzeit nicht der Pfarrer gesagt, das bekam man
von zu Hause mit. Ich selbst habe den Fehler (einmal) gemacht, zu glauben
das sei selbstverständlich und müsste nicht noch extra betont
werden. Was den diakonischen Dienst betrifft, so konnten wir in diesem Jahr doch
einiges auf die Beine stellen. Das Pflegenest wurde um 3 Plätze auf
8 Plätze (2 Männer und 6 Frauen) aufgestockt. Zugleich wurde
das "Venezianische Haus", in dem außer dem Pflegenest
auch das "Demokratische Forum der Deutschen" untergebracht ist,
einer gründlichen Renovierung vom Dach bis zum Keller unterzogen.
Was in der Diakoniestation auch weiterhin funktioniert ist die Waschküche,
der Besuchsdienst und "Essen auf Rädern". Es fanden in
diesem Jahr zwei Seniorentreffen statt. Als letztes müssen Worte des Dankes gesagt werden: Dank an Gott, dass es uns hier noch gibt. Viele haben in den 90-er Jahren gemeint, dass es im III-ten Jahrtausend keine deutschsprachige Evangelische Gemeinde mehr in Schäßburg (oder in Siebenbürgen überhaupt) geben wird. Dank sei aber auch denen, die unsere kleine Gemeinschaft nicht vergessen haben und uns weiterhin unterstützen: als Institutionen seien genannt die HOG Schäßburg und das DW Bremen; es sind aber auch die vielen Einzelpersonen, die ich z. T. nicht einmal persönlich kenne. In einer Zeit in der alles. Hans Bruno Fröhlich, Stadtpfarrer
Letztes Update: 2004-01-23 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de / http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg |
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