HOG-Schäßburg / Siebenbürgen


Lehrer, Politiker und Pfarrer

Rudolf (Rudi) Eder
Als Sportler und Gärtnerein Schäßburger Urgestein

Schäßburg hat im Laufe der Zeit viele bedeutende Persönlichkeiten auf verschiedenen Gebieten hervorgebracht. Rudi ,wie er liebevoll von seinen Freunden und Bekannten genannt wird, zählt sicherlich zu den bekanntesten sportlichen Größen dieser Stadt .Rudi , ein echtes Schäßburger Urgestein des Jahrgangs 1925 war mit Leib und Seele ein begnadeter Sportler, der mit seiner vorbildlichen Einstellung viele junge Menschen einfach begeistert und mitgerissen hat. Ein fairer Sportsmann, geschätzt, geachtet und respektiert von Freund und Gegner. Sport war sein Leben, für ihn hat er einen Großteil seiner Freizeit geopfert . Im Laufe seiner sportlichen Laufbahn als Spieler und Trainer hat er hervorragende Erfolge aufzuweisen. Als aktiver Spieler war er 2 Mal "Rumänischer Landesmeister", (1946 und 1948 , 1949 - Vize Meister ) und als Spielertrainer hat er die Mannschaft 1948 zum Rumänischen Landesmeister und 1949 zum Vize Meister geführt.


Rudolf Eder

.Er war eine Sportlerpersönlichkeit die durch Ihren persönlichen Einsatz die sportliche Entwicklung der Stadt Schäßburg im wesentlichen mitbeeinflusst hat. Man kann mit Recht behaupten, der Schäßburger Handball ,seine Entwicklung in den Nachkriegsjahren ,die außergewöhnlichen Leistungen auf diesem Gebiet sind eng mit dem Namen Rudi Eder verknüpft. Er war die Triebfeder und die Seele der Handballmannschaft. Als Spieler und Trainer war er für uns junge Spieler ein leuchtendes Beispiel von Pünktlichkeit, Trainingsfleiß, Kampfgeist und Einsatzbereitschaft . Was wirkt überzeugender als das Vorbild des Trainers.? ?Er war der Erste beim Training und ging als Letzter vom Platz. Beim Konditionstraining gab er nicht nur teorethische Anweisungen wie zu Laufen sei, sondern lief immer an der Spitze der Mannschaft und wir noch jungen Spieler hinter ihm her. Nach der Traineramtsübernahme von Prof. Hans Krauss wirkte Rudi auch als Trainer sehr erfolgreich (Titelgewinn 1948 und Vize - Titel 1949 ) und viele von ihm entdeckte und geförderte Spieler haben es Rudi zu verdanken, dass sie später so erfolgreiche A-Liga Spieler, Landesmeister, Europa und Weltmeister geworden sind. Ohne Unterschied der Nationalität sind neben den vielen Sächsischen Handballern(ich erwähnte viele schon bei anderer Gelegenheit) auch viele junge Talente anderer Nationalitäten von Rudi gefördert und geformt worden wie z.B. ein Aurel Bulgaru, mehrfacher Landesmeister mit Steaua Bukarest, mehrfacher Nationalspieler und Weltmeister mit der Rumänischen Nationalmannschaft (Ehrenbürger der Stadt Schässburg) ,Nelu Bogolea -Landesmeister mit Dinamo Bukarest, ebenfalls Weltmeister mit der Rumänischen Nationalmannschaft,die Brüder Puiu und Milu Hurubeanu , Ivanescu O. und V Navrotescu spielten in Schässburg und Stiinta Jasi ,Die Brüder Lucian und Nelu Florea waren angesehene Spieler sowohl in Schäßburg als auch bei Dinamo Kronstadt und Bukarest .Zu erwähnen wären noch die Ungarn Balasz Moszi mehrfacher Nationalspieler und zweifacher Landesmeister mit CSM Schäßburg und Dinamo Kronstadt, sowie die in Schäßburg spielenden Ferri Fazekas und Zoltan Szalati. Man könnte die Liste der Spieler die das Handball ABC bei Rudi Eder gelernt haben noch beliebig ergänzen.


1958, Rudi Eder mit 2 Handballgenerationen - Archivbild

.Im Falle Rudi Eder kommt eine, seinen Leistungen entsprechende Würdigung 50 Jahre zu spät. In Rumänien unter sozialistischen Vorzeichen haben es die örtlichen Behörden ,, unter der weisen Führung der Partei" wieder einmal absichtlich versäumt, einen ganz Grossen Sportler dieser Stadt entsprechend zu ehren. Er trug zu jenen Zeiten wahrscheinlich einen von den Behörden nicht gern gehörten Namen. Hätte er nicht Eder geheißen, wären Ihm Tür und Tor offen gestanden. So wurde ein Sportler, der sehr viel zum sportlichen Ruhm der Stadt Schäßburg beigetragen hat, nicht nur nicht geehrt und gewürdigt, sondern im Gegenteil gedemütigt, erniedrigt und zu Zwangsarbeit an den Donaukanal verschickt ,wo er 13 Monate für den Sozialismus schuften durfte .Zu guter Letzt wurde er, als Dank der kommunistischen Behörden der Stadt Schäßburg, bei seiner Ausreise nach Deutschland auf der Militz noch einmal kräftig verprügelt. Dabei hätte Rudi eine ganz andere Behandlung und Anerkennung seiner außergewöhnlichen Leistungen auf sportlichem Gebiet verdient. Kein Wunder dass bei solcher Behandlung die Ausreise für Rudi und seiner Familie nach Deutschland im Jahre 1963 eine Erlösung und Befreiung war. Die Familie lässt sich in Wolfsburg nieder.


Der Handballer Rudi Eder modeliert
und verewigt von Marianne Schmidt
1949. - Foto: W. Lingner

Seine große Liebe auf sportlichem Gebiet galt nicht nur dem Handball ,sondern in den Wintermonaten dem Eishockey. Der Neuanfang nach dem Krieg gestaltet sich auch in diesem Bereich sehr schwierig, Rudi ist aber auch hier der richtige Mann am richtigen Platz. Er überwindet auch hier alle Schwierigkeiten .Mit viel Fleiß ,aufopferungsvoller Einsatzbereitschaft gelingt es ihm in kurzer Zeit eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen und mit ihr in die erste Liga aufzusteigen. Den wohl größten Erfolg mit der Eishockeymannschaft und wohl auch in der Geschichte des Schäßburger Eishockeys feiert Rudi mit dem erreichen des 4. Platzes in der Nationalen Eishockey-Meisterschaft. Nach seiner Ausreise nach Deutschland ist es auch mit dem Eishockeysport in Schäßburg nur noch bergab gegangen, denn es gibt in Schäßburg keinen Eder Rudi mehr ,der sich um alles gekümmert hat und der mit Leib und Seele dabei war. Es gibt in Schäßburg keine Eders mehr und das wird in Schäßburg zur Zeit auch schmerzlich vermisst. Ja, solche Persönlichkeiten werden nicht jedes Jahr geboren oder fallen vom Himmel .Gottlob denen die solche Persönlichkeiten in ihren Reihen haben und sie zu schätzen wissen. Das Rudi auch außerhalb Schäßburgs etwas leisten und bewegen kann , hat er auch in seiner neuen Heimat, in seiner Heimatstadt Wolfsburg unter Beweis gestellt. Durch seine Initiative wird der Eishokeyklub Wolfsburg gegründet. Auch hier war der Anfang schwer, aber Rudi hat es mit seiner Mannschaft geschafft in die Regionalliga aufzusteigen und gegen Braunlage ,Hannover, und Hamburg zu spielen. Er hat die Weichen gestellt für eine Mannschaft die heute erfolgreich in der 2. Bundesliga spielt und über eine schöne Eissporthalle verfügt ,die es damals, bei seinem Neuanfang in Wolfsburg noch nicht gegeben hat. Nicht nur seinem Hobby kann Rudi nach seiner Aussiedlung nachgehen, sondern auch seinem Beruf als Gärtner, einem dritten Hobby das er zum Beruf gemacht hat und das er, genau so wie den Sport mit viel Liebe und Leidenschaft gepflegt hat. .Bis zu seiner Rente ist Rudi bei der Stadt Wolfsburg als ein angesehener und geschätzter Gärtnermeister tätig. Es ist unumstritten und beweisbar , das gerade Spieler und Trainer deutscher Herkunft viel zum Ruhme des Rumänischen Handballs beigetragen haben .So einer war und ist unser Sportkamerad Rudi Eder. Führende Persönlichkeiten der Stadt Schäßburg und ältere Zeitzeugen die sich noch gut an seine Verdienste erinnern können schwelgen auch heute noch gerne über die Glanzzeiten des Schäßburger Handballs. Das Rad der Geschichte lässt sich aber ,oder Gott sei Dank, nicht mehr zurückdrehen.

Hans Zultner (Heilbronn)


 

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