HOG-Schäßburg / Siebenbürgen


Schäßburger hier und heute

Fortsetzung unserer neuen Rubrik, in der wir Schäßburger vorstellen, die heute im Beruf stehenund Leistung erbringen. Bitte machen Sie mit! Nennen Sie uns Namen, oder schreiben Sie uns selbstüber Landsleute, die sich im Alltag bewähren. Heute stellen wir vor:
den Unfallchirurgen Dr. Rolf Schneider (Oberhausen) und den Techniker und Komponisten Hans Wellmann (Nürnberg)

Dr. Rolf Schneider
Unfallchirurg in Oberhausen


Dr. Rolf Schneider

Bei der Mitgliederversammlung der Schäßburger Heimatortsgemeinschaft in Fürth wurde mit recht hoher Stimmenzahl für den erweiterten Vorstand Dr. Rolf Schneider gewählt. Er wohnt nicht weit von Mülheim, also könnte ich ihn eigentlich kennen lernen. Beim ersten Anruf, um einen Termin zu vereinbaren, erwartete ich "einen Halbgott in Weiß", wurde aber freundlich mit meiner Frau zum nächsten Sonntag eingeladen. Weil seine Anschrift nicht leicht zu finden sei, wollte er uns abholen. Als es dann am Sonntag zu der verabredeten Zeit an unserer Haustüre schellte, stand da kein "Halbgott ", sondern ein freundlich lächelnder weißhaariger junger Mann mit seiner etwa 15 Jahre alten Tochter in regennassen Windjacken.
Im Wohnhaus der Familie Schneider empfing uns Frau Barbro mit heißem Kaffe und Schwarzwälder Kirschtorte. Bei der anschließenden Führung durch das Haus lernten wir aus der Ahnenreihe von Herrn Schneider manchen Sachsengrafen oder stolzen Zunftmeister kennen, die uns- mit Ehegemahlin- aus alten Potraits streng aber freundlich ansahen. Die vielen Bücher - ein bedeutender Anteil davon über Schäßburg und Siebenbürgen - waren chronologisch geordnet und durch Ergänzungen sinnvoll bereichert. Reiseliteratur und ausgewählte Erinnerungsstücke erzählten von Urlaubsreisen, Schallplatten und Musikkassetten belegten sein Interesse für Musik, eigene Holzschnitte und Gemälde mit Schäßburger Motive verbanden seine Liebe zur Heimatstadt mit seiner Kunstbegeisterung.Die medizinische Fachliteratur war im Katholischen Krankenhaus Oberhausen, an seinem Arbeitsplatz, sinnvoller aufgehoben.

Der Weg von Schäßburg nach Oberhausen, zum Oberarzt und Chefarzt-Stellvertreter in dieser Klinik fürAllgemein-, Unfall- und Kinderchirurgie war nicht leicht und hat dem jungen Mann manches weißeHaar gebracht. Er führte den 1949 als Sohn des Uhr-und Werkzeugmachers Reinhold Schneider über das Abitur auf der Bergschule, über das Studium der Humanmedizin in Hermannstadt und auf der Universität Neumarkt / Siebenbürgen, mit Promotion abgeschlossen, über viele Stationen und Arbeitsplätze (Landarzt in den Westkarpaten, Assistenzarzt an den Bukarester Universitätskliniken, Kreiskrankenhaus Alexandria); bis er 1983 nach Deutschland übersiedelte, sich in Göppingen und Gütersloh zum Unfallchirurgen spezialisierte, sich durch zahlreiche Zusatzqualifikationen in Wien, Tübingen und Bochum fortbildete und sein Wissen als Dozent an Schwesternschulen weitergab.

Der Arbeitstag eines Unfallchirurgen ist recht anstrengend, dauert oft bis in den späten Abend hinein und der häufige Bereitschaftsdienst läßt richtige Erholung erst im Urlaub zu. Woher der Arzt die Zeit und Energie hernimmt für seine genealogischen und historischen Forschungen, seine Gemälde und seine Bücher mit den Erinnerungen seines Vaters und anderer Familienmitglieder, die er zusammen mit seiner Frau Barbro veröffentlicht hat, ist erstaunlich. Ganz sicher ist dazu die Triebfeder seine Heimatliebe und seine Verbundenheit mit Schäßburg. Mit der hat er auch seine Frau "angesteckt", deren Familie eigentlich aus Ostpreußen stammt.


Winterlandschaft - Das Schaaser Feld - Öl 40 x 30 cm

In angeregten Gesprächen über Straßen, Häuser und ihre Bewohner, Ereignisse früherer Tage oder der der letzten Besuchsreise mit Familie wurde Schäßburg lebendig, durch schnell gefundene und beigebrachte in umfangreichen Alben gesammelte Fotografien illustriert verflog die Zeit. Das leckere Essen und manches Gläschen Wein oder Bier stärkten uns, von Christine auf dem Klavier vorgetragene Musikstücke und Lieder bereicherten den Abend auf ihre Art, dass- kaum bemerkt - die Mitternacht uns überraschte und zur Heimkehr und zur Ruhe vor einem neuen anstrengenden Arbeitstag mahnte. Wir verabschiedeten uns herzlich wie alte Bekannte, durch Schäßburg und viele gemeinsame Bekanntschaften verbunden. (Irgendwo berühren sich sogar unsere Familienstammbäume!)

Hans Orendi (Mülheim)

 

 

balken.gif (7924 Byte)

Letztes Update: 2004-01-20 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg