HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Zum GeleitSchäßburgs europäische Zukunft
Dieser offene deutsch-rumänische Dialog ist bezeichnend für
die derzeitigen Entwicklungen auf allen Ebenen im Hinblick auf den 2007
geplanten Beitritt Rumäniens zur Europäischen Union, mit der
sich auch für Schäßburg große Chancen eröffnen. Das Zusammenwachsen Europas bietet auch jüngeren Generationen in
der HOG Möglichkeiten sich vielfältigst einzubringen. Die aktuelle
Großwetterlage sollte uns zu pragmatischem Handeln bewegen, zum
Vorteil unserer Gemeinschaft hier, unserer Landsleute in Schäßburg
wie auch unseres Heimatortes insgesamt. Ein verklärtes Heimatbild,
Zurücklehnen und Zuschauen unter Berufung auf historisch bedingte
Wunden und Demütigungen, bringt uns alle nicht weiter. Die Frage ist nun, ob auch wir Schäßburger diese Aufgabe annehmen wollen. Die Antwort ist für mich eindeutig: ja. Es gilt mitzuhelfen unsere Heimatstadt und ihre Bevölkerung auf dem Weg in ein modernes Europa zu begleiten, 60 Jahre Isolation zu überbrücken, historische Wahrheiten, Leistungen und Fehlleistungen in Ihrer Vielfalt objektiv darzustellen. Gemeinsam mit unterschiedlichsten Gruppen und Institutionen ist es uns
bereits gelungen, Schäßburg vor dem unwürdigen Stempel
einer Dracula-Stadt und finanziellem Desaster zu bewahren. Ein Umdenken
ist auch bei der Mehrheitsbevölkerung festzustellen. Sich auf die
sächsisch geprägte Vergangenheit zu besinnen, sich dazu zu bekennen
und Verantwortung für den Erhalt deren steinernen Zeugnisse übernehmen
zu wollen, gehört mit zu einem aufkeimenden gesunden Lokalpatriotismus.
Unsere Vorschläge im Rahmen der Agenda 21 zu den Themen Infrastruktur
und Stadtmarketing wurden ganzseitig im JSR unter der Überschrift
"Ne trebuie o constiinta sighisoreana" - wir brauchen ein Schäßburger
Gewissen - veröffentlicht. Zurück zur Gegenwart - im sozialen und kulturellen Bereich Tradition
und Moderne, in Wirtschaft und Verwaltung Eigenständigkeit statt
Zentralismus, so werden die Grundsteine für die von allen gewünschte
Entwicklung gelegt. Sächsische Traditionen und Einrichtungen werden
anerkannt und teilweise wieder belebt. Seit längerer Zeit schon werden
Nachbarschaften eingerichtet und Richttag gefeiert, es gibt den Siebenbürgischen
Karpaten Verein wieder, der sich auch den Umweltschutz auf die Fahnen
geschrieben hat. Die Tradition des bekannten Kammerchores wird z.T. vom
orthodoxen Kirchenchor fortgeführt. Unter den Mitgliedern der preisgekrönten
sächsischen Tanzgruppe des Forums sind keine deutschen Namen zu finden.
International bekannte, aus Rumänien stammende Musiker organisieren
alljährlich Sommerakademien für klassische Musik. Das Engagement der Messerschmitt- wie auch der Hermann-Niermann-Stiftung
macht Schule, Altbauten und weitere Schulen werden renoviert. Nach den
bekannten Investitionen von Schuster, PARAT, SKET hat nun die Firma Wintershall
zusammen mit "Romgaz" die größte Erdgasquelle Rumäniens
in Betrieb genommen und wird weitere Millionen Dollar investieren. Die Bevölkerung und die Verwaltung freuen sich auf geplante übergeordnete
Investitionen, wie die Trinkwasserversorgung vom Stausee Zetea (Hargita),
der neue Bahnhof und die Autobahn Großwardein - Klausenburg - Kronstadt,
die vor Dunnesdorf das Kokeltal queren wird. Mit einer verbesserten Verkehrsanbindung
werden Wirtschaft einschließlich dem Tourismus profitieren. Seit
wenigen Wochen verkehrt zwischen Schäßburg und Hermannstadt
einer der 120, von Siemens gelieferten modernen Triebwagenzüge ("Blaue
Pfeil"), Das weltweite UNO-Projekt der Agenda 21 wurde als Bürgerforum zur
nachhaltigen Entwicklung in Schäßburg noch recht halbherzig
betrieben. Trotzdem ist ein Umdenken von Befehlsempfängern zu mündigen,
aktiven Bürgern im Ergebnis der kürzlich stattgefundenen Kommunalwahlen
zu erkennen. Pluralismus ist angesagt, eine demokratische Meinungsfindung
wird die notwendige Dynamik garantieren. Der alte und neue Bürgermeister, Ioan Dorin Danesan, wird nun mit dem neuen Stadtrat ein im letzten Jahr auf Sparflamme liegendes Projekt wieder aufgreifen müssen. Es ist die geplante Partnerschaft mit der Stadt Dinkelsbühl. Deren neuer Oberbürgermeister, Dr. Christoph Hammer hat sich in der Begrüßungsansprache zum Heimattag an Pfingsten 2004 wie auch in Gesprächen mit Vertretern unserer HOG klar zur Städtepartnerschaft mit Schäßburg ausgesprochen. Auch bei diesem Projekt besteht die Möglichkeit, die konkrete Brückenfunktion der in Deutschland lebenden Schäßburger, der HOG, anzunehmen.. Eine Städtepartnerschaft muss jedoch in der Bevölkerung verwurzelt
sein, sie muß behutsam wachsen und mit Leben erfüllt werden.
Ein Ansatz in dieser Richtung ist das im August nun zum dritten mal von
der Stadt Dinkelsbühl organisierte und von der HOG geförderte
Jugendcamp mit Schäßburger Beteiligung. Hermann Theil (Weinsberg) |