Schäßburger Nachbarschaftstreffen in Heilbronn
"Und es mussdoch Frühling werden!"
Trotz Kälte, Regen und Wind fand das Frühlingsfest der Schäßburger
Nachbarschaft Heilbronn am festgelegten Samsatag, dem 3. April, statt.
Man traf sich wie schon seit Jahren um 15 Uhr im Frankenbacher Gemeindehaus.
Die tüchtigen Nachbarmütter samt dem Nachbarvater waren schon
längst am Werk: Man schob die Tische und Stühle aus dem Abstellraum
in den Saal, ordnete sie in zwei Reihen, und wir begannen mit dem Decken
und Schmücken der Plätze. Wie viele werden es diesmal sein?
Der Zulauf war größer als erwartet; über 60 fröhliche
Schäßburger füllten bald den Saal. Die Begrüßungen
fanden kein Ende. Man sah es den Leuten an, dass das Wiedersehen nach
vier Monaten viel Spaß macht, und laute Hallo-Rufe hallten durch
den großen Raum. Viele hatten eine längere Anreise hinter sich:
aus Heidelberg, Stuttgart, Sindelfingen, Böblingen, Schwetzingen,
Villingen u. s. w. Und alle waren mit der Vorfreude erschienen, ihre Schäßburger
Freunde zu treffen. Mitgebrachte Kuchen wurden ausgepackt, und aus der
Küche drang der feine Kaffeegeruch herein. Dann war es so weit.
Nachbarvater Fritz Breihofer fand die richtigen Begrüßungsworte
und mit ernsten und heiteren Redewendungen gab er den Verlauf des Nachmittags
bekannt. In allen Kreisen wurde zu Beginn über zwei Trauerfälle
der vergangnen Woche gesprochen: Dieter Konnerth (60) und Helmut Müller
(75), der vor 19 Jahren die Schäßburger Nachbarschaft in Heilbronn
ins Leben gerufen hatte, waren ganz plötzlich aus dem Leben gerissen
worden. Sie werden uns allen fehlen.
Die Gespräche wurden lockerer, man erzählte, lachte, scherzte
und tauschte Neuigkeiten untereinander aus, während Kuchen und Kaffee
zusehends weniger wurden und die Teller schließlich leer waren.
Ein reger Platzwechsel brachte Bewegung in den Saal, man gruppierte sich
um, setzte sich zu anderen Bekannten. Ich glaube, jeder hat mit allen
über alles Mögliche gesprochen, was sich hier und dort seit
Weihnachten so zugetragen hat. Und was weiß man noch aus Schäßburg,
aus unserer aller alten Heimat? Es reihen sich mehr und mehr Jahre seit
dem Verlassen unserer Stadt, und in den Gesprächen geht es mehr und
mehr um den hiesigen Alltag, selbst wenn das Herz immer noch an der heimatlichen
Stätte hängt.
Eigentlich stand die Neuwahl des Vorstands an, aber sie entfiel aus organisatorischen
Gründen und wird beim nächsten Treffen nachgeholt werden. Nach
18 Uhr verbreitete sich im Saal der angenehme Geruch frisch gegrillter
Hähnchen. Rasch wurden die alten Plätze eingenommen, und alle
Blicke richteten sich auf die Tische, wo das wohl riechende Abendessen
ausgebreitet wurde. Ganz nach Wunsch gab es zum halben Hähnchen Kartoffelsalat,
Gurken, Senf oder Tomatensauce. Wer die Portion nicht schaffte, legte
den Rest in eine vorbereitete Tüte und nahm ihn mit nach Hause. Schisch,
unser Nachbarvater, hatte wieder für den guten Schmaus gesorgt. Wir
danken ihm bestens dafür.
Langsam klang der gemütliche Nachmittag aus. Noch ein Schlusswort,
und es begann das große Aufräumen, bei dem alle Hände
anpackten, ehe man die Heimreise antrat. Wann treffen wir uns wieder?
Im Advent! Wir hoffen, dass Pfarrer Peter Madler nach seinem Unfall schnell
genesen wird, um uns zu seinem christlichen Wort zu sammeln, das uns für
Augenblicke alle verbindet. Das allein ist der Schlüssel, der die
Gemeinschaft bindet und festigt.
Marianne Folberth (Heilbronn)

Letztes Update:
2004-07-26
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