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HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
As saksesch MottersprochErgänzung Siebenbürgisch-sächsische SprichwörterDer siebenbürgisch-sächsische Dialekt und insbesondere die Schäßburger Mundart ist reich an bildhaften, formelhaften Redensarten, Vergleichen und sprichwörtlichen Redewendungen. Diese Anschaulichkeit gibt der Sprache Kraft, Frische, Lebendigkeit und Farbigkeit, ja Poesie. Sie ist ein Kennzeichen des Siebenbürgisch-Sächsischen. Altüberlieferte Weisheit, Humor und Satire, oft auch Derbheit sprechen aus diesen sinnlich-konkreten Ausdrücken der sächsischen Volkssprache. "Dieser Vorrat überlieferter Redensarten bildet den eigentlichen Geist, Gehalt und Reichtum, das eigentliche innerste Leben der Sprache" - sagt Rudolf Hildebrand. Und Karl Simrock meint über die außerordentliche Vielfalt der Sprichwörter: "... alle ... aufzuschreiben (ist), so wenig möglich als die Sterne zu zählen oder die See auszuschöpfen..." Sprichwörter sind feste Satzkonstruktionen mit lehrhafter Tendenz,
die sich auf das praktische Leben bezieht. Sie werden als Mikrotext "zitiert"
(1), z. B. "Bäs det Gras wiest, äs der Hoast krepiert,"
"Spass gewännt e Loch". Aus Sprichwörtern können
sich phraseologische Wendungen entwickeln. So ist z. B. die Wendung "Se
hun noch näkest gedielt" aus dem Sprichwort "Bäm Dielen
dielt em zeklich uch de Frängdscheft" hervorgegangen. Hier werden deutsche Sprichwörter mit Entsprechungen aus zahlreichen
europäischen und außereuropäischen Sprachen und Dialekten
verglichen. Das Siebenbürgisch-Sächsische ist leider nicht vertreten.
Karl Friedrich Wilhelm Wander gab zwischen 1867 und 1880 in fünf
großen Bänden ein über 250.000 Einträge umfassende
"Deutsches Sprichwörterlexikon" heraus. Heute gibt es eine
spezialisierte Wissenschaftsdisziplin die Sprichwörterkunde (Parömologie).
In Siebenbürgen sammelte Josef Haltrich "Sprichwörter,
sprichwörtliche Redensarten, formelhafte Ausdrucksweisen, Interjektionen
und Rätsel" (4). Im Sächsischen werden natürlich auch
zahlreiche Sprichwörter gebraucht, die aus der deutschen Hochsprache
übernommen wurden. Bei den eigenen Sprichwörtern lassen sich
manchmal Einflüsse rumänischer und ungarischer Sprichwörter
feststellen, z. B. "E schärrt de Kuelen äm seng Däpen"
- sprichwörtliche Redensart, aus dem Rumänischen; "Mät
Firzen gälft em nichen Oar" (Ungarisch). Leider werden heute
Sprichwörter in der Alltagssprache nicht so häufig gebraucht
wie einst. Viele Sprichwörter sind nur noch in Sammlungen zu finden
und sind nicht mehr aktiv im Sprachgebrauch - ein "Bildverlust"
des Siebenbürgisch-Sächsischen. Walter Roth (Dortmund) Literatur
Letztes Update: 2004-07-24 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de / http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg |