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HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
Johann Untch
"... und dann hab ich am Abend keine Stimme mehr."Am 11.Juni 2004 ist der aus Schäßburg stammende Zeichner und
Grafiker Johann Untch im Alter von 78 Jahren in Fürth gestorben.
Seine letzten Lebensjahre waren durch den Tod seiner Frau und durch eigene
fortschreitende Krankheit gezeichnet, die ihm das Arbeiten schwer machte.
Auch fand der in Bukarest und Rumänien (besonders durch seine schönen
Briefmarken-Kreationen) bekannte, hochgeschätzte, anerkannte und
mit dem Nationalpreis für Grafik ausgezeichnete Künstler nach
seiner Umsiedlung nach Deutschland (1982) trotz mehrerer Ausstellungen
und Stipendien nicht das ihm und seinem Werk würdige öffentliche
Verständnis. Den in der Überschrift zitierten Ausspruch des fünfzigjährigen Johann Untch setzte Heinrich Lauer über seinen sehr lesenswerten "Werkstattbesuch" in Bukarest ( veröffentlicht in Neue Literatur, Bukarest Nr.3/1978, S.99-103, wieder abgedruckt 2001 im Ausstellungskatalog zum 75.Geburtstag des Künstlers im Haus des Deutschen Ostens München). Der Künstler sprach ihn aus, als er einen anstrengenden Schaffenstag beschrieb, an dem er durch fleißiges Experimentieren mit grafischen Mitteln zu immer neuen , nie geahnten Entdeckungen und beglückenden Erkenntnissen und Erlebnissen gelangte. Diese Freude des Forschens und Entdeckens im Reich der Über-Wirklichkeit, die Phantasie und Traum mit alltäglicher Realität in altmeisterlicher Technik wirklicher Bilder verbindet, kann jeder nachempfinden, der sich der Poesie dieser Bilder öffnet . Johann Untch (bei seinen Freunden als Usso bekannt), war durch und durch Schäßburger, vom Geiste der Bergschule geprägt und Zeit seines Lebens damit verbunden. Sein Können und sein Rat war bei unserer Heimatortsgemeinschaft immer wieder gefragt, ihm verdanken wir das Titelblatt unserer "Schäßburger Nachrichten" und bei unseren Treffen in Fürth wirkte er mit Rat und Tat bei der Gestaltung mit. Die hörbare Stimme von Johann Untch ist verstummt, aber die eindringliche
und klare Sprache seiner Bilder klingt weiter. Auch für sein Werk
mag gelten, was Shakespeare in seinem 18. Sonett sagt: Hans Orendi (Mülheim) |