HOG-Schäßburg / Siebenbürgen

 

Wochenblatt "Journalul Sighisoara Reporter"

Von Dezember 2003 bis Mitte Mai 2004

Wir schlagen nach in den Zeitungen von Dezember 2003 bis Mitte Mai 2004, picken heraus, was uns interessiert. Das Blatt erscheint wöchentlich, mittwochs, hat sich mit den Jahren gemausert, gibt sich neutral, was aber oft nicht gelingen will. Eine straffere Berichterstattung möchte man sich wünschen, viele Beiträge verlieren sich in endlosen theoretischen Abhandlungen. Zu viel Raum wird dem Bürgermeister eingeräumt (von wegen "neutral"). Information ist gegeben. Wer das Blatt regelmäßig liest, sich, wie Unterzeichneter, öfters in der Stadt aufhält, stellt fest, dass sich einiges in Schäßburg tut. Die Arbeit des Bürgermeisteramtes wird in JSR transparent wiedergegeben, kritisch begleitet von den Bürgern, den Parteien und von den ONGs (Organizatii neguvernamentale, an der Regierung nicht beteiligte Organisationen, Vereine, Klubs), denen die Möglichkeit gegeben wird, sich zu äußern. Bei aufmerksamer Lektüre des Blattes stellt man fest, dass die Beziehungen Schäßburgs zum Kreisvorort eher unterkühlt, zur Bukarester Regierung, genauer: zum Minister für Transport, Bau und Turismus Miron Mitrea (er hat in Schäßburg seine Wurzeln) ausgezeichnet sind. Die Folge: Viel Geld floss in die Stadt, einige Bauvorhaben konnten fertig gestellt, andere fortgeführt, neue Vorhaben begonnen werden. Die Lethargie der ersten Jahre der Amtszeit des jetzigen Bürgermeisters Ioan Dorin Da?nes¸an scheint überwunden. Es würde nicht wundern, wenn er nun doch als ernstzunehmender Kandidat für eine (Wieder)Wahl bei den Anfang Juni d. J. stattfindenden Kommunalwahlen gewertet wird. JSR leistet starken Rückenwind.
Genug der Einleitung. Ab nun Nachlese aus JSR im Telegrammstil.


Die Pfarrwiese 1897 - Archivbild


Mehrzweckhalle auf der Pfarrwiese, 2004 - foto: Harald Gitschner


Festliche Eröffnung der Mehrzweckhalle. Foto: M. Purenciu

 

  • Agenda 21 hat zwei Umweltprojekte gestartet: 1. Breite-Reservat, 2. Ökosystem rund um den vor Jahren künstlich angelegten See im Scherkes. Ziel: Naherholungsgebiet, wenn's hoch geht - Feriendorf.
  • Der Bürgermeister schwärmt für die Gründung eines christlich-sozialen-medizinischen Tageszentrums für die Ärmsten der Armen; der "Filantropia Ortodoxa"-Verband begleitet das Vorhaben. Finanzierung u. a. aus nicht rückzuzahlenden Geldern des PHARE-Programms, ca. 180 000 E.
  • Der Schneider-Turm wurde an die Firma SC Parat-Ro GmbH (SRL), der Fleischer-Turm an SC Arcon GmbH vermietet. Die Mieter werden die Türme restaurieren, in beiden werden Museen eingerichtet.
  • Im Kloosischen Haus in der Baiergasse eröffnete die Orthodoxe Kirche den Laden "Filantropia"; religiöse Literatur und kirchenbezogene Gegenstände liegen zum Verkauf auf.
  • Anlässlich eines im Dezember 2003 stattgefundenen Handballturniers wurde Schäßburg als die Wiege des rumänischen Handballs bezeichnet.
  • Der Toten vom 23.12.1989 wurde in der letzten Ausgabe 2003 des JSR mit einem Auszug aus dem Schaaser Heimatbuch gedacht.
  • Von einer Adventsfeier wird mit folgenden Worten berichtet: "... Sasii sighisoreni au petrecut împreuna, fara stridente, cu sobrietatea de dinainte de Craciun ... cîteva ore de comuniune etnica, religioasa si civica". Schön gesagt!
  • Im Tourismus sieht der Bürgermeister die wichtigste Chance einer Belebung des wirtschaftlichen Aufschwungs der Stadt. Neue Geldquellen müssen ausfindig gemacht werden, um die Restaurierung der Burg weiterführen zu können. Weitere Vorhaben in 2004: Reparaturarbeiten in der Unterstadt, Sanierung des Abwässersystems, Weiterführung und Beendigung der Arbeiten an der Durchfahrtsstraße von Weißkirch bis zur Steilau, Abschluss der Bauarbeiten an drei Turnhallen, Umbau des Bahnhofs, Bau einer weiteren Brücke über die Kokel (aus dem Tîrnava-/Baragan-Wohnviertel in den Mühlenham), Erstellung weiterer Wohnungen im Miron-Neagu-Viertel, Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und gleichzeitig zusätzliche Steuer-Einnahmen für die Stadt durch Heranziehung weiterer Investoren.
  • Über Gebühren und Steuern 2004 werden die Bürger informiert, Tendenz steigend.
  • Am 16. Januar wurde die Mehrzweckhalle ("schönste in Rumänien, eine der schönsten in Europa") in Anwesenheit auch eines der "Geldgeber", Minister für Transport, Bau und Turismus, Herrn Miron Mitrea, feierlich und mit orthodoxem Segen eingeweiht. Sie trägt den Namen des in Schaas geborenen, in Schäßburg aufgewachsenen bekannten Handballspielers Radu Voina, der z. Z. in Straßbourg (Frankreich) lebt. Die Mehrzweckhalle befindet sich auf der Pfarrerswiese, zwischen den zwei ersten Wohnblocks Schäßburgs, leicht nach Osten rückversetzt.
  • Im gleichen Blatt wird das nächste Großprojekt angekündigt: Umbau des Bahnhofs in einen "Eurobahnhof" (eurogara?). Mit Verlaub: Was ist ein "Eurobahnhof"?
  • 30 Milliarden Lei hat die Bukarester Regierung der Stadt für Konsolidierungs- und Restaurierungsarbeiten an/in der Burg zugesprochen. Das sind, umgerechnet im Verhältnis 1:40 000, Euro 750 000.
  • Februar 2004 JSR feiert 6-jähriges Bestehen; sieht sich als eine seriöse Zeitung mit Personalität (Originaltext: "un ziar serios s¸i cu personalitate").
  • Schäßburg will die Müllentsorgung entsprechend europäischen Normen organisieren.
  • Die 80. Kleintierausstellung fand statt; der 1896 ins Leben gerufene Kleintierzuchtverein wirkt also weiter. Im Bericht zur Ausstellung wurde die gewichtige Rolle der Sachsen in diesem Bereich unterstrichen.
  • Die Trasse der geplanten Autobahn (Bukarest ) Kronstadt Bors¸ wird unweit von unserer Stadt verlaufen.
  • Die Pressekollegen von den "Schäßburger Nachrichten" Walter Lingner, Heinz Heltmann und Horst Breihofer werden den Lesern von JSR in einem Foto vorgestellt
  • Der Vorsitzende der Rumänischen Handballföderation Cristian Gat¸u verspricht, in Schäßburg ein Zentrum ("de excelent¸a?") für den Handballsport zu gründen.
  • Hinsichtlich einer entsprechenden Trinkwasserversorgung beteiligt sich Schäßburg an einem Projekt, dem auch die Städte Mediasch, Kleinkopisch, Elisabethstadt, Oderhellen und viele Gemeinden zugestimmt haben.
  • Das Deutsche Demokratische Forum hat einen neuen Vorstand; ihm..gehören an (in alphabetischer Reihenfolge): Wilhelm Fabini, Harald Gitschner (Vorsitzender), Stefan Gorczyca, Adolf Hügel, Metta Kovacs, Dieter König, Hilde Martini, Michael Mayndt, Andrea Rost, Grete Salati, Karl Scheerer (Vorstands-Stellvertreter), Georg Schuller und Traudi Schuster. Geschäftsführer: Viorel Rusu. Das Forum will mit eigener Liste bei den Kommunalwahlen im Juni d. J. kandidieren.
  • Das organisierte Weiden von Tieren auf der Breite wurde untersagt.
  • Am 12. März 2004 wurde der Siebenbürgische Karpatenverein Schäßburg nach fast sechzigjähriger Unterbrechung wieder gegründet. Die Leitung der Schäßburger Zweigstelle obliegt Herrn Viorel Rusu, unterstützt wird er von Frau Andrea Rost, Herrn Vasile Munteanu, Herrn Wilhelm Fabini und Frau Maria Cioanta.
  • Drei rumänische Universitäten unterhalten Außenstellen in Schäßburg: jene für Kunst und Design aus Klausenburg, die "Babes Bolyai"-Universität, ebenfalls Klausenburg, die "Vasile Goldis¸"-Universität aus Arad. Es könnten folgen: ein Ableger der Rumänisch-Amerikanischen Universität Bukarest und einer der Universität aus Oradea (Großwardein).
  • Sein 80-jähriges Jubiläum feiert das Mircea-Eliade-Lyzeum (ehemaliges rumänisches Jungen-Lyzeum; ab nun "National-Kollegium Mircea Eliade").
  • In einer Pressemitteilung äußert das Demokratische Forum Zweifel an den Führungsfähigkeiten der Leitung des "Josef Haltrich"-Lyzeums.
  • Erneuter Anlass zum Feiern: Der Europarat hat der Stadt die Ehren-Plakette (placheta? de onoare) zugesprochen; "großer Bahnhof" auf dem Burgplatz mit Gästen aus Europa, der Hauptstadt und dem Kreisvorort; an Bürger, die sich für die Stadt verdient gemacht haben, wurden aus diesem Anlass seitens des Bürgermeisters symbolische Plaketten verteilt, u. a. auch an Hermann Baier und Walter Lingner.
  • Neue Partnerschaft: Schäßburg-Castel Viscardo (Italien).
  • Frau Carina Jahn aus München, eine erklärte Freundin von Schäßburg, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen mit Sitz in Bonn, impliziert sich mit guten Ratschlägen in die Geschicke der Stadt; ihre Briefe erscheinen, kommentiert, im Lokalblatt JSR.
  • Direkte Eisenbahnverbindung Hermannstadt-Schäßburg, Schäßburg-Hermannstadt seit dem 3. Mai mit nur drei Haltestellen, in Mediasch, Kleinkopisch und Salzburg (Ocna Sibiului); "Blauer Pfeil" wurde die (Siemens-)Zuggarnitur getauft.
  • Schliesslich übernehmen wir aus JSR Nr.334/2004 eine Mitteilung des Herrn Dr. Christoph Machat, Vorsitzender der Restauro-Messerschmitt-Gesellschaft, gemäß der dir Messerschmitt-Stiftung München ihr Wirken in Schäßburg eingestellt hat, da keine Bedingungen einer normalen Zusammenarbeit existieren.

Durch insgesamt 23 "Jurnal Sighisoara Reporter" durchgewühlt hat sich

Dieter Moyrer (München)

 

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Letztes Update: 2004-07-26 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg