HOG-Schäßburg / Siebenbürgen

Redlichkeit und treue Hingabe

Vor 25 Jahren starb Max Lang, Generalsekretär der Stadt Schäßburg


Max Lang

Vor 25 Jahren, am 19. April 1979, verstarb in Hannover im Alter von 93 Jahren Senator a. D. Max Lang, ehemaliger Generalsekretär der Stadt Schäßburg.
Max Theodor Lang wurde am 18. Februar 1886 in Schäßburg als Sohn des August Lang und der Maria Regina, geb. Lingner geboren. Nach Absolvierung der Schulen in seiner Heimatstadt legte er die Reifeprüfung am evangelischen Gymnasium ab. Nach Absolvierung des Studiums der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Klausenburg sowie in Wien, Graz und München trat er in den Verwaltungsdienst des Großkokler Komitats ein, zunächst als Verwaltungspraktiker; dann war er kurze Zeit Bankbeamter bei der Gewerbebank A. G. in Schäßburg, wo er in der Rechtsabteilung tätig war. Im Herbst 1913 wurde er als Obernotar in den Stadtmagistrat gewählt; in der Stadtverwaltung war er als Obernotar, Magistratsrat und Senator tätig, bevor er nach dem Anschluss Siebenbürgens an Rumänien und der Neuordnung der Verwaltung vom Innenministerium in Bukarest zum Generalsekretär der Stadt Schäßburg ernannt wurde.
1915 heiratete er Mathilde Lehrmann, Tochter des Bezirksarztes von Reußmarkt, mit der er zwei Töchter hatte.
1938, nach der Machtergreifung König Karl II., wurde Max Lang gezwungen, in Pension zu gehen; er war als Deutscher in leitender Stelle der Stadtverwaltung nicht mehr gerne gesehen. Noch zu jung, um ohne Beschäftigung zu bleiben, nahm er eine Arbeitsstelle bei der deutschen Versicherung A.G. Transsylvania an, in deren Diensten er bis zur Zwangsliquidation im Jahr 1949 stand; er wurde von der „Sovromasigurare“ übernommen und war dann dort noch bis Ende Dezember 1950 tätig.
Anlässlich der Versetzung des Generalsekretärs Max Lang in den Ruhestand schrieb das „Siebenbürgisch-Deutsche Tageblatt“ am 1. Oktober 1938: „Der Dienstchef der städt. Verwaltung Max Lang, der nach Absolvierung des Studiums der Rechts- und Staatswissenschaften noch vor dem Krieg in den Verwaltungsdienst des Komitates eingetreten war, kam später zur Stadtverwaltung, der er als Obernotär, Magistratsrat und nach Neuordnung der Verwaltung als Generalsekretär wertvolle Dienste geleistet hat. Seine gründlichen Fachkenntnisse, seine Vertrautheit mit allen städtischen Fragen sowie seine Genauigkeit und Pünktlichkeit in der Dienstversehung sicherten ihm bei Kollegen und Vorgesetzten allgemeine Wertschätzung. Die Bevölkerung, der Max Lang immer bereitwillig zur Verfügung stand und die ihm manchen wertvollen Rat und viel nützliche Arbeit zu danken hat, sieht ihn nur ungern aus dem Dienst scheiden. – Wir wünschen und hoffen, dass seine bewährte Arbeitskraft auch weiterhin nicht brach liegen, sondern nunmehr auch manchem Arbeitsgebiet der Volksgemeinschaft zugute kommen wird.“
Auch im öffentlichen Leben Schäßburgs war Max Lang aktiv. Er war in mehreren Ehrenämtern der kirchlichen Gemeindevertretung und des Presbyteriums der evangelischen Kirche tätig, Disziplinaranwalt des evangelischen Bezirkskonsistoriums; außerdem wirkte er als 2. Vorsitzender der Volksbad A. G., Obmann des Aufsichtsrates der Volksbank A. G., war Ehrenmitglied der Schäßburger Jagdgesellschaft, Mitglied der Hygienischen Komitatskommission und der dreigliedrigen Disziplinar-Gerichtskommission für Komitatsverwaltungsbeamte ...


Der neu gewählte Bürgermeister Aurel Mosara mit Minister Lapadatu,
Generalsekretär Max Lang, Schuldirektor Horea teculescu umgeben von
Beamten des Staatsmagistrats im Dezember 1933. - Archivbild


Im August 1949 wurde sein Haus von der Securitate beschlagnahmt, und die Familie musste innerhalb von 24 Stunden ausziehen. Wie viele seiner Landsleute verlor er sein ganzes Vermögen. Im Herbst 1951 gelangen ihm und seiner Gattin die Aussiedlung, und so kam er auf dem Wege der Familienzusammenführung zu seiner Tochter in die Bundesrepublik. Auch hier, in Hannover, stand er seinen Landsleuten mit Rat und Tat zur Seite. Viel Zeit widmete er seiner Tätigkeit im Rahmen des Arbeitskreises für siebenbürgisch-sächsische Landeskunde, dessen aktives Mitglied er war. Er besaß ein umfassendes Wissen.
Wir Schäßburger werden ihm ein dankbares Andenken bewahren.

Herta Lang (München)

 

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