Gedichte
Ein Hauch von Rosen
Ich halte eine Rose in
der Hand, atme tief den
betäubenden Duft ein, wie
als Kind ich so gerne tat.
Damals träumt’ ich von dem
fernen Land, wo einst die
Wiege der Ahnen stand.
Von Sehnsucht und Fernweh
erfasst, hob ich den Blick
nach oben und sah in meinen
Träumen blühende Wiesen,
glitzernde Seen, rauschende
Wälder, wogende Kornfelder.
Es kam der Tag, an dem ich
die Heimat verlassen musste
und in das Land ging, wo ich
die Wiege der Ahnen wusste.
Es ist zur Heimat mir geworden,
und nun fühl’ ich mich hier
so ganz geborgen.
Doch manchmal, mitten im
Gewühl der Straße, ein
Hauch von Rosen mich
umweht, und wie aus längst
vergangenen Tagen ein Bild
aus mit Sehnsucht erfüllten
Kinderaugen fragend vor mir steht.
Von Fernweh und Sehnsucht
erfasst, heb’ ich wieder den
Blick nach oben und seh’
von hier nun, betäubt vom
Duft der Rosen, blühende
Wiesen, glitzernde Seen,
rauschende Wälder,
wogende Kornfelder.
Herta Lang (München)

Letztes Update:
2005-03-18
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