Aus dem Kulturleben der Stadt Schäßburg in der 2. Hälfte
des 20. Jahrhunderts
Schüler und Bürger auf der Bühne
An der Bergschule wurde die reiche Kulturtradition der sächsischen
Vereine weiter geführt
„Es war das Außerschulische, was unvergesslich geblieben
ist.“ Diese Worte wird die Hauptdarstellerin aus Kabale und Liebe,
Hiltrud Schuster (Florescu), Jahre später in das Klassenbuch schreiben.
Und sie weiß, wovon sie spricht; war sie doch in den Jahren 1951–1961
fast immer dabei, wenn in Schäßburg unter der Regie von Margot
Göttlinger und Prof. Egon Machat Theater gespielt wurde. Wie sehr
hat „ihre Luise“ das Publikum beeindruckt! Erwachsene und
uns, die wir damals noch Kinder waren und nicht ahnten, dass wir in einigen
Jahren auch bei Schülervorstellungen mitmachen werden.

Szene aus der Aufführung "Kabale und Liebe"
mit Hiltrud Schuster und
Margot Göttlinger - Archivbild
So erzählte mir Hanneliese Schus¬ter (Ambrosius) z. B, dass sie
bei der Vorstellung von Kabale und Liebe im Publikum, auf dem Schoß
einer größeren Schülerin, gesessen ist und in der Schlussszene
ganz bitter geweint hat. Horst Wolff, der Jahre danach in den Räubern
den Karl Moor spielte, erinnert sich: „Nachdem Luise erfährt,
dass Gift in der Limonade war, wendet sie sich an das Publikum mit den
Worten: Ist keine Rettung mehr? Mein junges Leben – und keine Rettung!
Und muss ich jetzt schon dahin?‘ Worauf ich laut und vernehmlich:
Ja‘ rief.“ Prof. Egon Ma¬chat notierte folgende Begebenheit:
„Bei Kabale und Liebe sagte mir eine Bäuerin: Et wor gor hisch,
awer ängden nor äm de Läw, et kangt uch schneler gohn.‘
Nach einer Vorstellung vom Aschenputtel bemerkte ein Zuschauer: Ech kent
et ängden weder sähn, des viel hisch jang Mänschen und
dro esi traurig, em meß ängden mazen.‘“

Szene aus der Aufführung "Die Räuber"
- Archivbild
Verdienter Regisseur: Egon Machat
Prof. Egon Machat verstand seine unentgeltlich geleistete Arbeit
als Leiter und Regisseur der deutschen Amateur-Theatergruppe während
fast dreier Jahrzehnte als eine Fortsetzung der reichen Kulturtätigkeit
der Schäßburger sächsischen Bevölkerung und als Beitrag
zur Hebung des Kultur- und Selbstbewusstseins der zum Teil politisch verschüchterten
Siebenbürger Sachsen. Auch wurde diese Arbeit während des Bestehens
der Pädagogischen Schule (sieben Jahre) von den rund 600 jungen werdenden
Lehrerinnen und Lehrern getragen, die sich später alle im Beruf und
in der Kulturarbeit bewährt haben und bewähren. Zugute kommen
sollten die Erfahrungen aus der Zeit aber auch vier Schülern, die
den Traum von den „Brettern, die die Welt bedeuten“, für
sich verwirklichten: Hans Pomarius (er war Schauspieler an den beiden
deutschsprachigen Bühnen in Rumänien und auch in der Bundesrepublik
Deutschland als Schauspieler erfolgreich); unvergesslich wird den Schäßburgern
sein „Egmont“ bleiben. Gerd Brotschi (Schauspieler an der
deutschen Abteilung des Hermannstädter Staatstheaters), Horst Wolff
(dessen begonnene Karriere als Tänzer durch das damalige kommunistische
Regime in Rumänien jäh unterbrochen wur¬de) und ich (Schauspielerin
an der deutschen Abteilung des Hermannstädter Staatstheaters und
des deutschen Staatstheaters Temeswar); in der Bundesrepublik Deutschland
habe ich an mehreren Bühnen als Schauspielerin und Souffleuse gearbeitet.
Aus einem Vortrag, den Prof. Egon Machat 1989 über seine Tätigkeit
als Leiter und Regisseur der Schäßburger „Theaterspieler“
gehalten hat, erfahren wir: „Den Theaterreigen der Pädagogischen
Schule eröffneten unsere Schüler mit einer gelungenen Egmont-Aufführung
im Stadthaussaal unter meiner Regie; darauf folgte Kabale und Liebe in
der hervorragenden Inszenierung von Margot Göttlinger-Binder. Leider
war es die erste und letzte Inszenierung/Regieführung von ihr in
unserer Schule. Die Erfolgsserie wurde fortgesetzt mit Molières
Arzt wider Willen; von hier, also ab 1953 bis 1977 unter meiner Regie
ausnahmslos, mit Lustspielen von Tschechow, mit Schillers Räubern,
mit dem Märchen- und Tanzspiel Aschenputtel und anderen. Alle Stücke
wurden in Siebenbürgen und einige auch im Banat und in Bukarest (auf
Tournee) aufgeführt. In Schäßburg wurden viele Stücke
auch 20-mal gespielt. Allein vom Aschenputtel gab es in Schäßburg
zehn Vorstellungen bei vollem Saal. In den auf die Pädagogische Schule
folgenden Jahren und Jahrzehnten ist eine solche Kulturarbeit in etwas
bescheidenerem Ausmaße ebenfalls geleis¬tet worden. Es wurden
unter anderem aufgeführt 1959 bei einer Schillerfeier (200. Geburtstag)
im Stadthaussaal Szenen aus den Stücken: Die Räuber, Kabale
und Liebe und Don Carlos. Es folgten Der Weiberfeind von Lessing, Et git
äm de Froinjder (wurde in den 70-er Jahren 50-mal aufgeführt)
und wieder auch zwei Märchenstücke: Hänsel und Gretel und
König Drosselbart, um nur einige Vorstellungen zu nennen. Die Einnahmen
gehörten je nach Leistungsan¬teil der Schule oder dem Kulturhaus.“
Während ich jetzt versuche, einiges aus dieser mannigfaltigen Kulturarbeit
zu dokumentieren, merke ich, wie erwähnenswert die Angelegenheit
ist und wie viel man darüber schreiben müss¬te und könnte.
Auf eine Anzeige in der „Siebenbürgischen Zeitung“ habe
ich leider nur von zwei Mitwirkenden und von Frau Edith Machat Informationen
zu meinem Bericht erhalten. Nun könnte dieser Artikel vielleicht
für ehemalige „Theaterspieler“ ein Anreiz sein, in den
folgenden „Schäßburger Nachrichten“ zu dem Thema
zu schreiben.
Doch einer hat sich jetzt schon zu Wort gemeldet: Götz Teutsch,
der eine großartige Karriere als Cellist unter der Leitung von Herbert
von Karajan bei der Berliner Philharmonie gemacht hat. Er schreibt: „Du
fragst mich nach unserem Aschenputtel? Wohl ganz selten in meinem doch
sehr abwechslungsreichen Musikerleben, habe ich mit so viel Begeisterung
bei einem Projekt mitgemacht. Die Reise nach Agnetheln, sie war mit der
kleinen Wusch, die habe ich noch heute in allen Einzelheiten im Kopf.
Ich habe sicher hunderte von Konzertreisen in fast alle großen Musikzentren
der Welt gemacht, und es gibt wohl kaum einen großen Konzertsaal,
in dem ich nicht gespielt habe, aber den Zauber dieser ersten Reise hat
keine erreicht. Einzelheiten über den Text und die Musik weiß
ich nicht mehr. Nur eines ist mir noch in Erinnerung: Als der Bukarester
Rundfunk eine Aufnahme des Stückes mit einer anderen Musik als die
von Paul Schuller gesendet hat, fand ich es sehr schade. Die von Paul
passte nach meinem Empfinden wunderbar zu dem Stück.“
Harte Arbeit, viel Spaß
Aus den Eintragungen in das Klassenbuch von Hiltrud Schus¬ter (Florescu)
folgere ich, dass es nicht dem Zufall überlassen wurde, wer sich
für eine bestimmte Rolle am besten eignet, es gab wie bei Berufsbühnen
ein – Vorsprechen:
„Wir bekamen eine Szene zum Üben, um diese am nächsten
Tag Frau Margot Göttlinger-Binder und unserem Deutschlehrer Egon
Machat vorzusprechen. Zu meiner größten Freude fiel die Wahl
nach dem Vorsprechen auf mich. Nun ging es ans Rollen-Lernen, und wir
probten und probten, oft bis Mitter¬nacht. Die Aufführungen von
Kabale und Liebe waren nicht nur für die Darsteller von Besonderheit
und bewegend, sondern auch für die Zuschauer. Diese waren ausgehungert
nach deutschem Kulturgut. Sie kamen von den Dörfern mit Wagen und
Traktoren und wir reis¬ten in verschiedene Dörfer und Städte
und spielten da zwei- bis dreimal an einem Tag. Natürlich gab es
auch Unvorhergesehenes, verschiedene Stilblüten, die das Ganze aufheiterten.
Z. B. hatten wir uns bei den Proben spaßiger Weise immer mit: ,Guten
Abend, lieber Vater‘ begrüßt. Die entsetzten Augen von
Margot Göttlinger hättet ihr sehen sollen, als Luise bei ihrem
ersten Auftritt statt ‚Guten Morgen, lieber Vater‘, ‚Guten
Abend, lieber Vater‘ sagte und damit das klassische Drama erheblich
abgekürzt hatte.“
Wie schon erwähnt, wurden im Schiller-Jubiläumsjahr auch Szenen
aus Kabale und Liebe gespielt. Dafür mussten alle Rollen außer
die der Luise neu besetzt werden. Hanneliese Schus¬ter (Ambrosius),
deren Begabung für die Bühne den Schäßburgern aus
vielen Stücken bekannt ist, sollte die Rolle der Lady Milford übernehmen.
Während den Proben, die Hiltrud Schus¬ter leitete, stellte Hanneliese
fest, dass sie sich für diese Rolle gar nicht eignet, und so übernahm,
ebenfalls widerwillig, Isolde Schuster (Kristyn-Petri) diese diffizile
Aufgabe. So hat Prof. Egon Machat auch immer wieder mit neuen Schwierigkeiten
kämpfen müssen. Als z. B. die Proben zu Die Werbung von Tschechow
im Mai begannen, über die Ferienzeit dann ausgesetzt wurden, um dann
nach den Ferien wieder aufgenommen zu werden, war Hiltrud Schuster (inzwischen
mit Victor Flores¬cu, ihrem Ferdinand, verheiratet) schwanger, und
eine jugendliche Liebhabe¬rin mit dickem Bauch war damals unvorstellbar.
Hanneliese Schuster übernahm die Hauptrolle und hat sie mit Bravour
gespielt. Doch nach einigen Jahren, als kurzfristig eine Teilnahme seitens
der deutschen Kulturgruppe von Schäßburg an einem Theaterwettkampf
verlangt wurde, war Hanneliese schwanger, und so musste wieder Hiltrud
die Rolle übernehmen. Den Text lernte sie leicht, nicht aber das
szenische Arrangement und „so kam es zu ganz lustigen Situationen,“
erzählt Hiltrud, „wobei ich oft statt ganz weit vom Micker
dem Werbenden (Gernold Wagner), nahe vor ihm stand. Er raunte mir zu,
dass er mich jetzt eigentlich umarmen müsste, weil er ja fünf
Schritte auf mich zugehen sollte. Mit Riesenschritten und einer grotesken
Bewegung entfernte er sich von mir, um dann vorschriftsmäßig
fünf Schritte auf mich zuzugehen. Wir mussten beide herzlich lachen,
wendeten aber diskret dem Publikum den Rücken zu und hofften, dass
keiner was gemerkt hat. Egon Machat, der hinter den Kulissen alles beobachtete,
war bestürzt. Aber den ersten Platz „pe zona?“ hatten
wir doch gemacht. Ein anderes Mal, als ich ganz unerwartet einen Hänger
hatte, sagte Micker leise: ,Geh schnell zur Türe, es kommt jemand‘.
Ich tat das, und da trat tatsächlich jemand mit meinem Text auf die
Bühne, und so konnte ich weiter spielen. Es gab viele, viele heitere
Stunden und hat riesig Spaß gemacht!“
Die Stadt half mit
Nun zu einer anderen, bemerkenswerten Vorstellung: Im Schiller-Gedenkjahr
1955 spielte die Deutsche Mittelschule Schäßburg das Trauerspiel
Die Räuber unter der Regie von Prof. Egon Machat in einer für
Schüler auffallend guten Besetzung. In einem Zeitungsartikel würdigte
Hans Brenndörfer die Leis¬tung der Darsteller: „Die Rollen
besetzten hauptsächlich Jugendliche von 16–17 Jahren. Dieses
Werk, aus dem Jugend, Mut und Feuer für eine erhabene Sache sprechen,
wirkt umso mehr, als es von Jugendlichen dargebracht wird, die in ihrem
jugendlichen Schwung dem Werk des damals fast gleichaltrigen Genius seelisch
am nächsten stehen. Die Darstellung der Rolle Karl Moors durch den
Schüler Horst Wolff kann nur gelobt werden. Eine schöne Leistung
vollbrachte der Schüler Hans Heinz Schuster, der die Rolle des Franz
Moor innehatte und das Mienen- und Gebärdenspiel gleich gut meisterte.“

Szene aus der Aufführung "Aschenputtel"
- Archivbild
In einem Interview mit dem Schriftsteller und Journalisten Hans Liebhardt
erzählt Prof. Egon Machat: „Wir überlegten lange hin und
her, was wir dieses Jahr spielen sollten, und dann wagten wir uns schlie߬lich
doch an Schiller heran. Die Räuber konnten wir natürlich nicht
vollständig bringen, deshalb wählten wir die acht wichtigsten
Bilder aus, und zwar so, dass der Gang der Handlung durch die Streichungen
nicht leidet. Die Rollenbesetzung war die schwierigs¬te Frage, und
es kostete uns ein gutes Stück Arbeit, bis wir unter 500 Schülern
die am besten geeigneten Darsteller fanden. Natürlich wurde das Stück
zuerst mit dem Darstellerkollektiv besprochen, der Ideengehalt herausgearbeitet.
Seit Mitte Januar arbeiteten wir. Täglich, meist zwischen 7–8
Uhr früh, wurde im Festsaal der Schule geprobt. Jede Szene musste
ausgear¬beitet werden, jede Situation analysiert, jeder Gang und jede
Geste festgelegt. Sie dürfen nämlich nicht vergessen, dass die
meis¬ten Darsteller erst 16 Jahre alt sind. Darum mussten die Proben
so angesetzt werden, dass der Unterricht darunter in keiner Weise litt.“
In seinem Artikel schreibt Hans Liebhardt weiter darüber: „Gleich
am Anfang aber stießen die Laienspieler der Deutschen Mittelschule
auf ein unüberwindliches Hindernis – woher sollten sie die
Kostüme nehmen, woher die vielen Kulissen, woher eine entsprechende
Bühne. Hier kam ihnen die Leitung des Rayonskulturhauses Ciprian
Po¬rum¬bescu zu Hilfe. Freiwillige Aktivisten des Kulturhauses
halfen bei der Anfertigung der Kostüme und Bühnendekorationen.
An der Herstellung verschiedener Requisiten arbeiteten die Genossenschaften
der Stadt. Und diese ganzen Vorbereitungen kosteten etwa 10.000 Lei. Der
Ernst, mit dem das Kulturhaus und die Schule diese Aufführung betrachteten,
die Achtung vor dem Publikum, ist wohl das Wichtigste, was bei dieser
Vorstellung hervorgehoben werden muss. Dafür spricht außer
dem Spiel der Darsteller auch der reibungs¬lose Wechsel der einzelnen
Bilder, die gute Bühnenbeleuchtung, die ge¬schmackvoll zusammengestellten
Programmhefte, die künstlerisch hochwertig ausgeführten Plakate.
Zieht der Leser all dies in Betracht, so wird es ihn nicht wundern, dass
sämtliche Vorstellungen schon viele Tage im Voraus ausverkauft waren
und dass die Aufführung beim Publikum großen Anklang fand.“
Mein Bericht wäre unvollständig, wenn ich nicht erwähnen
würde, dass diese außerschulische Tätigkeit von allen
Professoren und Lehrern der Bergschule unterstützt wurde und dass
es der Geist dieser Schule war, die unsere Inspiration anregte. Wie sehr
Lehrer und Professoren der Bergschule den Theaterspielern Anerkennung
erwiesen, soll folgendes Beispiel belegen: In der Zeit, als ich die Stiefmutter
im Aschenputtel spielte (mit der Rolle habe ich übrigens auch beim
Theater in Hermannstadt vorgesprochen), hatte ich mich einmal für
die Rumänisch-Stunde ungenügend vorbereitet. Prof. Giurgiu,
der in unserer Klasse Rumänisch unterrichtete, prüfte mich und
als er merkte, dass ich „keinen blassen Dunst“ hatte, gab
er mir nicht, wie erwartet, eine schlechte Note, sondern sagte: „As¸a
de mult mi-a pla?cut, cum ai jucat teatru, încît te iert s¸i
nu-t¸i dau nici o nota?“ (Mir hat dein Theaterspiel so gut
gefallen, dass ich dir verzeihe und keine Note gebe).
Bürger spielen Theater
In den späteren Jahren entstand in Schäßburg eine Laienspielgruppe,
der Schüler und Absolventen der Bergschule sowie andere Bürger
der Stadt Schäßburg angehörten. An dieser Stelle möchte
ich auch dem Theaterspieler Josef Hayn, der mir ebenfalls Informationsmaterial
geschickt hat, ganz herzlich danken. Er schreibt: „Mein Vater hat
in den 20-, 30-er Jahren Theater gespielt, und durch Zufall kam ich (später)
auch dazu. Wir hatten mitunter vergnügsame Zeiten und Erlebnisse,
die ich heute nicht missen möchte. Da¬bei war ich in den Jahren
1959 – 1972 und wirkte in folgenden Stücken mit: Der eingebildete
Kranke von Molière, Der Weiberfeind von Lessing, Arzt wider Willen
von Molière, Stern ohne Namen von Mihail Sebas¬tian, Der Hund
im Hirn, Die Taube in der Hand, Für die Katz, As Lisi hot Gest, Fosnicht
hu mer (von Grete Lienert). Diese Vorstellungen sind so spontan abrufbar,
aber es waren sicherlich mehr.“

Szene aus der Aufführung "Arzt wider Wiollen"
- Archivbild

Fahrt mit der Wusch zu einer Vorstellung nach Agnetheln
- Archivbild
Die Vorstellung des Mundartstückes Fosnicht hu mer fand, wie auch
andere Aufführungen, mit großer Unterstützung des Kulturhauses
Schäßburg (Leiter Prof. Hans Jakobi) statt. Assistiert von
Prof. Egon Machat, hatte Grete Lienert das Stück mit den Laienspielern
einstudiert, und es wurde ein vol¬ler Erfolg. Prof. Karl Gustav Reich
schreibt in einer Kritik darüber: „Hervorzuheben ist die schauspielerische
Leistung der Darsteller. Man vergaß als Zuschauer, dass man es ja
mit einer Laienformation zu tun hat. Da war das nette junge Paar Hans
(Josef Hayn) und Mariechen (Edith Hayn), die ihren Ehekrieg so überzeugend,
dramatisch und lustig führten, dass mancher Zuschauer sich in ihnen
wieder erkannte.“ Und weiter heißt es: „Sehr eindrucksvoll
waren die auf die Bühne gebrachten Fastnachtbräuche, die heute
noch in der Gegend von Schäßburg, im Harbachtal usw. leben.
Sogar echte Agnethler Urzeln waren darunter. Freude hatte man weiter an
den von Meta Wellmann ein¬studierten Tän¬zen und den einge¬streu¬ten
Liedern, die klangschön gebracht wurden.“
Hier muss ich nun leider meinen Be¬richt beenden, er wird unvollständig
sein, weil viele, die es auch verdient hätten, namentlich genannt
zu werden, hier nicht erwähnt wurden. Aber gerade deswegen möchte
ich zu einem Dialog aufrufen, einem Dialog über die Schäßburger
Theaterspieler in unserem Heimatblatt.
In einer Zeit, in der wir das weltpolitische Geschehen immer weniger begreifen,
sind ERINNERUNGEN ein kostbares Gut! Theater ist die schönste GEGENWELT!
Karin Decker-That (Augsburg)

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2005-02-09
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