HOG-Schäßburg / Siebenbürgen

Auf der Suche nach der ältesten Eiche

Orientierungslauf auf der Breite / Teilnehmer aus zwei Lyzeen / Geschenke der HOG Schäßburg

Am 16. Oktober fand auf der Breite ein Orientierungslauf statt, bei dem es galt, die älteste Eiche zu finden. Veranstalter dieses sportlichen Wettbewerbs waren der Verein „Nachhaltiges Schäßburg“ (Sighisoara durabila), der Eminescu-Trust (Fundatia Mihai Eminescu), der Verein „Ökologisches Sieben¬bürgen“ (Asociatia Eco-Transilvania) und die Agentur für Umwelt¬schutz Mieresch (Agentia de protectia mediului Mures). Bei diesem Wettbewerb kam mo¬derne Technik zum Einsatz: Statt des herkömmlichen Kompasses, der allmählich Museums¬stück wird, wurde ein moderner Apparat benutzt, der mithilfe von 16 Satelliten die Koordinaten eines jeden Punktes auf der Erde ermittelt.
Rund 50 Schüler der Lyzeen „Josef Haltrich“ und „Mircea Eliade“ sowie der Gymnasien „Victor Jinga“ und „Miron Neagu“ waren bei dieser Veranstaltung dabei; eigentliche Teil¬nehmer am Orientierungslauf waren 22 Schüler der beiden Lyzeen, die in fünf Gruppen zu je vier bis fünf Schülern eingeteilt wurden. Zunächst mussten die GPS-Apparate (die Abkürzung steht für engl. weltweites Positionierungssystem) in Funktion gesetzt werden. Der Apparat ähnelt einem mobilen Telefon und funktioniert wie ein Kompass, wenn man die nötigen Daten eingibt. Mit seiner Hilfe kann man die angepeilten Punkte im Raum mit einer Genauigkeit von vier bis fünf Metern finden. Unterwegs zur „ältesten Eiche“ musste jede Gruppe auf ihrer Trasse sechs Eichen ausmachen; in jeder Eiche war ein Zettel mit den Koordinaten der jeweiligen nächsten Eiche versteckt. Es war nicht einfach, diese Zettel zu finden, meistens waren sie in der Rinde so eingeklemmt, dass sie aufs erste nicht zu erkennen waren.


Die Teilnehmer am Orientierungslauf auf der Breite - Foto: A. Gota

Alle Gruppen trafen sich schließlich bei der ältesten Eiche. Der Gewinner stand aber noch nicht fest. Unter den gewaltigen Ästen dieses Baumes fand die theoretische Probe des Wettbewerbs statt. Es mussten 33 Fragen zum Thema Flora und Fauna der Breite sowie zur Bedeutung der biologischen Vielfalt in der Natur beantwortet werden. Die zwei Fachlehrer Cosmin Moga und Tibi Hartel verbesserten die Arbeiten und bewerteten diese sowie das Ergebnis des Orientierungslaufes mit Punkten. Die zehn besten Resultate erzielten die Schüler: Ioan Petres (31,5 Punkte), Csilla Ördög (28,76), Alexandru Dimitras (28,5), Cris¬tina Oprea, Hajni Boros, Timea Döngölö, Adraa Boitos, Emese Bondö, Alexandra Trifan, Carli Gorczyka. Sämtliche Teilnehmer erhielten Schreibblocks, Stifte und Karten, die die HOG Schäßburg gespendet hatte. Die ersten drei wurden mit je einem Atlas und einem Rucksack belohnt.
Zum Abschluss der Veranstaltung informierte Alexandru Gota, Leiter des Projekts „Naturschutzgebiet Breite“, das von einer Stiftung aus Miercurea Ciuc finanziert wird, die Anwesenden über einige Vorhaben. Viele Schüler erklärten sich bereit, bei der Durchführung der verschiedenen Pläne mitzuhelfen. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Und nachdem die jüngeren Schüler vom Ablauf des Wettbewerbs so begeistert waren, überlegen jetzt die beiden Lehrer, auch für sie ähnliche Wettbewerbe zu organisieren.
Die Breite, ein Wunder der Natur, ist ein Plateau von 3,2 km Länge und hat ca. 206 verschiedene Pflanzenarten. Über 500 alte Eichen, einige davon 800 Jahre alt. Unter ihnen befindet sich auch die rote Eiche aus Nord-Amerika stammend. Der blaue Enzian und Orichideen sind hier zu Hause, aber auch eine Reihe von giftigen Pilzen. 80 verschiedene Schmetterlingsarten konnten festgestellt werden. Unter den Vögeln gibt es 8 verschiedene Spechtarten, und auch die Eule ist anzutreffen. Tiere wie der Wolf und der Braunbär sind ganz selten zu beobachten.

Vasile Muntean (Schäßburg)

Anmerkung der Redaktion:
Übersetzt aus dem Rumänischen von Horst Breihofer

 

 

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Letztes Update: 2005-03-11 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg