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HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
Marie Stritt (1855–1928) – eine bedeutende Kämpferin für Frauenrechte
Elke Schüller, Marie Stritt. Eine „kampffrohe Streiterin“ in der Frauenbewegung (1855–1928). Mit Marie Stritts unvollendeten „Lebenserinnerungen“. Ulrike Helmer Verlag. Herausgegeben vom Archiv der deutschen Frauenbewegung. 2005. 296 Seiten. ISBN 3–89741–178–4. Aus der Sippe der Bacon von Schäßburg sind eine Reihe bekannte Persönlichkeiten in verschiedenen Bereichen hervorgegangen. So auch Marie Stritt, geb. Bacon (1855–1928), Schauspielerin und international geschätzte streitbare Vertreterin der Frauenbewegung. Sie wurde am 18. Februar 1855, also vor 150 Jahren, in Schäßburg geboren. Ihre Mutter, Therese Bacon, geb. Wenrich (1824–1911) war die Tochter eines Juristen und Bürgermeisters von Schäßburg und hatte sich als Kämpferin für Frauenbildung einen Namen gemacht. Der Vater Marie Bacons war ebenfalls Jurist und wurde später Reichstagsabgeordneter. Therese Bacons Einsatz für Frauenrechte hat ihrer Tochter Marie den Weg in gleicher Richtung gewiesen. Das vorliegende Buch, das Elke Schüller herausgab, ist im Rahmen eines Forschungsprojekts im Kasseler Archiv der deutschen Frauenbewegung entstanden und legt ein biografisches und historisches Zeugnis dieser Pionierin im Kampf für Frauenrechte ab. Im ersten Teil des Buches kommt Marie Stritt selbst zu Wort: Zum ersten Mal werden hier ihre leider unvollendeten „Lebenserinnerungen“ publiziert. Die Schrift wurde bei genealogischen Forschungen von Marie Stritts Urgroßneffen Richard Ackner entdeckt und zur Verfügung gestellt. Ackner sind auch noch weitere Informationen über Marie Stritts Leben und Werk zu verdanken. Die fragmentarischen Lebenserinnerungen erzählen Kindheit und Jugend in Schäßburg mit vielen kulturgeschichtlichen Details sowie die Ausbildung Marie Stritts zur Schauspielerin in der ersten Schauspielschule im deutschen Sprachbereich in Wien. Nach kurzer erfolgreicher Karriere als Schauspielerin an verschiedenen deutschen Bühnen, Heirat mit dem bekanntem Opernsänger Albert Stritt und der Geburt von zwei Kindern zieht sich Marie Stritt aus dem Bühnenleben zurück und widmet sich in zunehmendem Maße dem Einsatz in der Frauenbewegung, wo sie bald internationale Wertschätzung erlangt. Sie war eine der bedeutendsten und charismatischsten Protagonistinnen der bürgerlichen Frauenbewegung in Deutschland. Im vorliegenden Rahmen ist es unmöglich, auch nur annähernd alle ihre Ämter, Publikationen, Vorträge etc. – das Wort stand ihr gut zu Gebot – zu erwähnen, und wir müssen uns bloß auf einige wichtigere beschränken: So leitete sie 11 Jahre lang den Bund Deutscher Frauenvereine und über 20 Jahre dessen weit verbreitete Zeitschrift. In allen internationalen Frauenorganisationen gewann sie hohes Ansehen. Sie gehörte auch zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Frauenstimmrechtbewegung und wurde 1918 schließlich noch zur linksliberalen Parteipolitikerin. Sie verstarb am 16. Sept. 1928. Das Buch ist nach dem Maßstab wissenschaftlicher Biografien abgefasst. Es enthält ein Publikationsverzeichnis von M. Stritt, eine Biobibliografie zu M. Stritt, ein Literatur- und Quellenverzeichnis, ein Personenregister, Anmerkungen und zahlreiche Abbildungen. Elke Schüllers Buch trägt dazu bei, Marie Stritt auch außerhalb von Fachkreisen bekannt zu machen. Und die Schäßburger Leser wiederum blicken mit Stolz auf das Werk dieser großen Tochter ihrer Stadt. Walter Roth (Dortmund)
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