HOG-Schäßburg / Siebenbürgen

 

 

Anno Domini 1905

Was die Schäßburger vor 100 Jahren in ihrem "Groß-Kokeler-Boten lasen

„Es herrscht eine Teuerung wie noch nie“, stellte die Zeitung Mitte des Jahres fest und beschreibt die Situation: „Die Klagen über die enorme Teuerung sind heute allgemein; wir hören sie nicht nur in den Kreisen der einfachen Lohnarbeiter, sondern auch in den Familien der Kleinbürger, deren Einkommen auch nur so weit reicht, dass man damit sehr sparsam umgehen muss ...“ Ein Jahr vorher hatte es in Ungarn eine Missernte gegeben, aber diese sei nicht der einzige Grund für diese Teuerung, denn nicht nur Lebensmittel waren davon betroffen. Viele würden den Export dafür verantwortlich machen: „Wir exportieren große Quantitäten Mehl nach Deutschland; in Berlin, Hamburg sowie in andern deutschen Großstädten findet man Niederlagen ungarischen Mehls. Und was hören wir? Dass dort dieses Mehl billiger ist als bei uns. Dasselbe ist beim Fleisch.“ Die Teuerung sei so auffallend, dass sich das Ministerium des Innern eingeschaltet habe, schreibt die Zeitung; die Städte wurden aufgefordert, Markttarife auszuarbeiten, um zahlreiche Missbräuche abzustellen. Aber sei es damit getan? Die Zeitung gelangt zur Schlussfolgerung: „Jeder Freund des Volkes muss es nur sehr bedauern, dass man es bei uns bisher versäumt hat, die Lebensmittelteuerung von maßgebender Seite aus zu bekämpfen. Dieses Übel kann jedoch nicht durch Markttarife und dergl., sondern nur durch eine radikale Reform seitens unserer Gesetzgebung beseitigt werden.“ (6.Aug.)

Daniel Höhr †. „Am 5. Juli . J. ist Gymnasialdirektor Daniel Höhr seiner Krankheit erlegen, die gegen Ende des Winters zuerst auftrat ... Er war geboren am 10. September 1837 in Schäßburg und entstammte einem angesehenen Bürgerhause. Nachdem er 19jährig das Gymnasium absolviert hatte, machte er seine Universitätsstudien in Berlin, Jena und Wien und wurde im Jahre 1859 unter dem Rektor G. D. Teutsch am Gymnasium seiner Vaterstadt angestellt als Professor der Mathematik und Physik. Am 5. April 1878 wurde er als Nachfolger Joh. Zieglers zum Direktor gewählt und feierte als solcher im Jahre 1903 sein 25jähriges Amtsjubiläum. Er hat somit der Schule seiner Vaterstadt 46 Jahre lang gedient, länger als je vor ihm ein Lehrer dieser Anstalt gedient hat.“ Daniel Höhr, der 98. Rektor des Schäßburger Gymnasiums, wurde am 6. Juli zu Grabe getragen. Die Zeitung brachte einen Nachruf von Prof. Johann Duldner. (9. Juli)

„Schülerreise. Am 1. d. M. unternahmen 22 hiesige Obergymnasiasten unter Führung der Herren Professoren Theodor Fabini und Dr. Hans Wolff eine über Tusnad, Elöpatak, ind Burzenland, dann auf den Schuler nach Sinaia führende Schulreise. Am 6. d. J. kehrten sie zurück.“ (9. Juli)
„Waldfest. Der hiesige Jugendbund veranstaltet heute, Sonntag, den 9. Juli, im Siechhofwalde nachmittags 2 Uhr sein Waldfest. Der Abmarsch erfolgt vom Bundeslokal (Marktplatz) aus punkt 2 Uhr mit der Feuerwehrmusikkapelle...“ +

Neuer Rektor. In der Sitzung des evangelischen Presbyteriums vom 9. Juli wurde des verstorbenen Gymnasialdirektors Daniel Höhr gedacht und ein neuer gewählt. Aus der Wahl ging Professor Dr. Hans Wolff „mit Stimmeneinhelligkeit als gewählter Rektor“ hervor. Gleichzeitig wurde er zum Leiter des Internats berufen. Stadtpfarrer Johann Teutsch teilte dem von den zwei jüngsten Mitgliedern des Presbyteriums abgeholten Professor seine Wahl zum Rektor mit und sagte: „Sie treten mit dem heutigen Tage die Leitung eines hochwichtigen Amtes an, ein Erbe, das reich, reich an Ehre und Ruhm ist. Das Gymnasium ist der Augapfel, das Kleinod unserer Stadt und Kirchengemeinde, trachten Sie stets dahin, dass diese treue Anstalt auf derselben Höhe, auf der sie sich heute befindet, auch weiterhin erhalten wird und dass Sie ihren Ruhm und guten Ruf nach Möglichkeit mehren.“ (16. Juli)

In einer Werbung für das Internat in derselben Zeitung heißt es: „Das Gymnasial-Internat Alberthaus in Schäßburg bietet seinen Zöglingen Wohnung samt entsprechendem Möblement, Beleuchtung und Beheizung; Beköstigung morgens, mittags und abends jedoch ohne Brot. Der Internist ist verpflichtet, sich sauber und ordentlich zu kleiden, 1 Dutzend Servietten, Bettücher, 1 oder 2 Kopfkissen samt Überzügen, Bettcouverts selbst beizustellen; Federbetten oder Rosshaarmatratzen sind nicht erwünscht. An Gebühren sind zu zahlen: a) für Aufnahme 12 K, b) für Abnützung 6 K, c) Kostgeld monatlich, 10 Monate hindurch 32 K. ...“

„Milchgenossenschaft. Wie wir erfahren, ist in Weißkirch eine Genossenschaft für Milchverwertung und anderer eigener landwirtschaftlicher Produkte im Entstehen begriffen, die sich zur Aufgabe gestellt einesteils die Produkte ihrer Mitglieder zu verwerten, andernteils aber dem Schäßburger consumierenden Pu¬blikum Gelegenheit zu geben, regelmäßig diese Produkte in verlässlicher naturreiner Qualität einkaufen zu können.“ (23. Juli)

„Jubelfeier des Siebenbürgischen Karpatenvereins. Die XXVII. Hauptversammlung und die Jubelfeier des 25jährigen Vereinsbestandes des Siebenbürgischen Karpatenvereins wird am 26. August l. J. zu Hermannstadt im Saale des Gesellschaftshauses abgehalten ...“ (23. Juli) Diese Jubiläumsfeier fand dann im Rahmen der siebenbürgisch-sächsischen Vereinstage (24. bis 27. August) statt; folgende Vereine waren vertreten: der Gustav-Adolf-Verein, der siebenbürgische Ärzteverein, der allgemeine evangelische Frauenverein, der Verein für siebenbürgische Landeskunde, der naturhistorische Verein, der siebenbürgisch-deutsche Sängerbund, die siebenbürgisch-sächsischen Hochschüler.
Militär war während der Sommermonate wiederholt in Schäßburg zu Gast. Am 5. August marschierten das 64. Infanterie-Regiment und das 35. Artillerie-Regiment in die Stadt ein, „um von hier aus an dem in der Umgegend von Großschenk stattfindenden Manöver teilzunehmen“. (6. Aug.) Am 23. August traf ein Bataillon vom 23. Hermannstädter Honved-Infanterieregiment für einen Tag ein, am 24. August marschierte das 24. Klausenburger Honved-Infanterieregiment mit 2000 Mann, 100 Offizieren, dem Stab, der Regimentsmusik und 40 Pferden ein und verblieben 6 Tage; am 30. August wurden weitere Militäreinheiten aus Neumarkt auf dem Durchmarsch erwartet ... (20. Aug.)

Im Protokoll einer Sitzung des städtischen Vertretungskörpers wurde u. a. vermerkt: „In Betreff des Ansuchens des J. B. Misselbacher jun. um Verkauf eines Teiles des am Galgenberg gelegenen einstmals gewesenen Friedhofes, wird beschlossen, als der Gesuchsteller auf dem dortigen Grund eine Villa zu bauen beabsichtigt, die allenfalls zur Verschönerung der Stadt beitragen wird, dagegen keine Einwendung zu erheben ...“ (13. Aug.)

„Um die Küchenabfälle des Spitals besser zu verwerten, wurde ein großer zweckmäßiger Schweinestall (Vorbau aus Beton mit Badevorrichtung, Wasserleitung und Kanalisierung) gebaut, so dass nun 10 Schweine bequem dort gehalten werden können.“ (13. Aug.)

Geburtstagsfeier. „Aus Anlass des Geburtsfestes Sr. Majestät unseres Königs waren am 17. abends die öffentlichen und andere Gebäude festlich beleuchtet und beflaggt. Die hier weilende Regimentsmusik durchzog nach dem Zapfenstreich die Hauptstraßen der Stadt und brachte bei dieser Gelegenheit unserm Herrn Obergespan Dr. Ladislaus v. Beldi und unserm Herrn Bürgermeister Friedrich Walbaum eine schöne Serenade.“ Am 18. August zelebrierte der katholische Stadtpfarrer auf dem Marktplatz vor dem hier angetretenen Militär eine Feldmesse, danach wurden drei Salven abgegeben; in allen Kirchen war Gottesdienst. (20. Aug.)

„Schiller-Denkmal-Enthüllung. Am 13. d. M. abends fand im Stadtpark in schlichter Weise die Enthüllung des von dem Hermannstädter Salamifabrikanten Gustav Nußbächer unserer Stadt zum Geschenk gemachten Schiller-Denkmals statt. Der Hermannstädter Männer-Gesangverein trug unter Leitung Hermann Kirchners Mozarts Weihelied (Text von Schiller) schwungvoll vor und befestigte an der Südseite des Sockels einen Lorbeerkranz, dessen Schleifen in den sächsischen Farben mit der Inschrift ‚Hermannstädter Männer-Gesangverein 1905‘ versehen sind.“ (20. Aug.)

„Unglücksfall. Das Herumhantieren der Jugend mit Schießgewehren hat sich noch immer und wieder bitter gerächt, dies beweist auch der am verflossenen Montag Nachmittag sich in der Kleingasse zugetragene Unglücksfall. Mehrere Knaben, darunter der Sohn des Mädchenschullehrers Wilh. Weber und der Sohn des Webermeisters K. Gonser schossen im Hausgarten des K. Gonser mit einem Revolver auf Ziel. Das Schicksal wollte es, dass ein Schuss nicht freigehen wollte; um die Ursache ... zu erforschen, begann der junge Schlossergeselle W. daran herumzuarbeiten, wobei sich der Revolver aus seiner Hand plötzlich entlud und die Kugel dem vor ihm stehenden Knaben Karl Gonser in die Stirne fuhr.“ Der schwer verletzte bewusstlose Junge wurde ins Spital gebracht, wo er „hoffnungslos darnieder liegt“. (27. Aug.)
„Schülerstand am hiesigen Gymnasium. Das Gymnasium zählt zu Beginn des neuen Schuljahres 268 Schüler (darunter 55 Internisten) und hat damit wohl den höchsten Schülerstand seit seinem Bestande erreicht.“ (10. Sept.)

Gleich zwei Tanzkurse „mit Anstandslehre“ wurden Mitte September angeboten: bei Fräulein Emilie Graef ab 15. September, bei Fräulein Sofie Reinhardt im „Sternsaal“ ab 1. Oktober.
„Die Obstbauabteilung Schäßburg gibt hierdurch bekannt, dass sie die Durchführung aller Herbstarbeiten in Obstgärten (Ausschneiden, Kratzen, Kalken der Obstbäume, Anlegen von Leimgürteln gegen Frostnachtspanner und Reinigen der Bäume von Raupen) in und außerhalb Schäßburgs übernimmt und fachmännisch durchführen lässt. – Näheres bei Herrn Johann Siegmund, Marktplatz Nr. 11.“ (17. Sept.)

„Personalnachricht. Unser Herr Bürgermeister Friedrich Walbaum und Herr Stadtingenieur Gottfried Orendi sind vor einigen Tagen von ihrer Studienreise ins Ausland betreffs Kanalisation wohlbehalten zurückgekommen.“ (1. Okt.)

„Die Fleischnot in Schäßburg. Es ist eine bekannte Sache, dass wir Schäßburger von jeher gezwungen waren, das teuerste Rindfleisch essen zu müssen. Heute ist nun aber die Sache in ein solches Stadium getreten, dass es so nicht weiter gehen kann, und es richten sich daher die Blicke aller auf die Stadtvertretung, von der allein Abhilfe erwartet werden kann.“ Die vor zwei Jahren ge¬gründete Fleischkonsumgenossenschaft hatte nicht den erhofften Erfolg und steht nun vor der Auflösung, wie die Zeitung bedauernd feststellt. Die Bevölkerung wün¬scht sich die Errichtung einer kommunalen Fleischbank, die nach Meinung der Stadtvertretungen an¬derer Städte mit demselben Problem im¬stande wäre, diesem Übelstand abzuhelfen. (1. Okt.)


Die Fleischhauer Schoppelt und Rodamer


„Holzverkauf im Kirchenwald. Aus Anlass der gestrigen schlechten und kalten Witterung ist der lizitationsweise Verkauf der Brennholzklaftern im Kirchenwalde auf den nächsten Mittwoch, den 11. Oktober, bei abermaliger ungünstiger Witterung aber auf Samstag, den 14. Oktober l. J. verschoben worden, wozu Kaufliebhaber hiemit eingeladen werden.“ (8. Okt.)

„Frauenvereins-Theaterabend. Mit einem sehr gut vorbereiteten Theaterabend erfreuten unsere beiden Frauenvereine vorigen Sonntag abends im Stadthaussaale ein zahlreiches Publikum. Recht wirkungsvoll ... Dilettanten den Moser’schen Schwank ‚Das Stiftungsfest‘ auf.“ In den Hauptrollen: Carl Roth, Minni Fernengel, Ferdinand Roth jun., Jinka Roth, Louise Gräser. (8., 15. Okt.)

„Pinzgauer Drillinge. Eine erst vier Jahre alte Kuh hat den Stall ihres Besitzers (Maria Hoffner, Kokelgasse Nr. 40) mit kräftigen Drillingen bevölkert.“ (22. Okt.)

Gewerbetag in Kronstadt. Auf Einladung des Kronstädter Gewerbevereins trafen sich am 22. Oktober Vertreter der Gewerbevereine von Agnetheln, Fogarasch, Heltau, Hermannstadt, Mediasch, Mühlbach, Reps und Schäßburg. Der zum Vorsitz des Gewerbetages gewählte Kronstädter W. Paul unterbreitete den versammelten „etwa 80 bis 100 Personen“ einen „Organisationsentwurf für die Gewerbetage, die nunmehr in regelmäßigen Zwischenräumen wieder kehren sollen“. (29. Okt.)

„Der Betrieb der Segesvar–Agnethler Eisenbahn hat im Jahre 1904 sowohl im Personen- als auch im Frachtenverkehr gegenüber dem Vorjahr eine steigende Entwicklung gezeigt. ... Die Eisenbahn wurde im abgelaufenen Jahre von 75457 Reisenden benützt, was gegenüber der im Jahre 1903 erreichten Ziffer von 69865 Reisenden eine Steigerung des Verkehrs um 5592 Personen bedeutet. ...“ (29. Okt.)
„Herbstmarkt. Bei lebhaftem Verkehr fand am 4. d. M. der Herbstmarkt hier statt. Der Umsatz an verschiedenen Marktartikeln, Tischlerwaren, Schuhzeug und Kleider war ein regerer wie sonst, ob aber auch die Verkäufer befriedigenden Erlös für ihre Erzeugnisse und Waren gefunden, mag dahin gestellt werden. Auf dem 2 Tage vorher abgehaltenen Viehmarkt war ein großer Auftrieb von Hornvieh und Pferden. Jungvieh und gefleckte Kühe hatten den Vorzug und wurden stark gekauft. Zugvieh und schöne Pferde erzielten ansehnliche Preise.“ (5. Nov.)


Die kleine Bahn in der Stadt - Archivbild

„Amtsantritt. Der neue Oberstuhlrichter des Schäßburger Bezirks, Herr Franz Schreiber, (bisher Oberstuhlrichter in Agnetheln) ist vor einigen Tagen nach Schäßburg übersiedelt und hat das hiesige Stuhlrichteramt übernommen. Am 3. d. M. stellten sich ihm die Vorstände und Notare der Gemeinden des Schäßburger Bezirks vor.“ (5. Nov.)

„Namensmagyarisierung. Der Braller Staatsschullehrer Wilhelm Baumann, ein hiesiger Bürgerssohn, hat sich mit innerministerieller Genehmigung seinen Namen in ‚Berde‘ magyarisiert.“ (19. Nov.)
„Budget der Stadt Schäßburg. Nach dem von der Stadtvertretung am 11. d. M. genehmigten Voranschlag der Stadt Schäßburg für das Jahr 1906 betragen die Einnahmen 262635 K 16 h, die Ausgaben 276677 K 94 h. Hieraus ergibt sich ein Abgang von 14042 K 78 h, zu dessen Bedeckung eine 14%-ige Gemeindeumlage präliminiert wird, wonach sich ein Kassarest von 97 K 22 h ergibt.“ (19. Nov.)

„Statistisches aus der Bibel. Jemand, der offenbar nichts Besseres zu tun hatte, hat ausgerechnet, dass die Bibel 1314 Kapitel, 31173 Verse, 773692 Wörter und 3366480 Buchstaben enthält...“ (26. Nov.)

„Der ‚Freischütz‘ in Schäßburg. Unsere Stadt steht im Zeichen der Kunst. Der Musikverein hat am Donnerstag (30. November) die erste Aufführung der Oper ‚Freischütz‘ von Karl Maria v. Weber gebracht. Es ist gewiss ein großes Unternehmen und zeugt für den hohen Bildungsgrad unserer Leute... Wir waren wirklich freudig überrascht durch die gediegene Vorstellung.“ Der Verfasser des Berichts lobt das Orchester, das von einem Teil der Bistritzer Militärkapelle verstärkt wurde, den Chor und die Solisten: Frl. Roth, Frl. Teutsch, Herr Wohl, Herr Dr. Groß, Herr Teutsch, Herr Fabritius, Herr Markus, Herr Dr. Thellmann. (3. Dez.)

„Gasglühlicht in Mediasch. Am Montag, 4. d. M., fand in Mediasch die provis. Übergabe der Gasbeleuchtung, hergestellt von der Wiener Firma Franz Manuscheck, statt. Die Beleuchtung ist eine sehr hübsche und steht, wie viele behaupten, der elektrischen Beleuchtung nicht nach. Vorläufig ist nur die Straßenbeleuchtung übergeben worden, da die Installationen in den Häusern noch nicht fertig sind ...“ (10. Dez.)

„Telephon Budapest–Bukarest. Am 1. d. M. wurde die Telephonlinie Bukarest–Budapest eröffnet. Der Generaldirektor der rumänischen Post und der Direktor der ungarischen Post wechselten hierbei herzliche Gespräche. Am 4. d. M. wurde die Linie dem Verkehr übergeben.“ (10. Dez.)
„Bitte an das p. t. Publikum! Auf Grund eines Beschlusses der Spitals-Kommission sind in unserer Stadt (Kleiner Burgplatz, Marktplatz, Baiergasse, Bahnhof) 5 weißgestrichene Zeitungs-Sammelkästchen angebracht worden. Das p. t. Publikum wird hiermit gebeten, gelesene Zeitungen, welche zur Unterhaltung und Belehrung der Spitalskranken dienen sollen, in diese Kästchen zu werfen. Die Spitals-Direktion“ (17. Dez.)

„Turnerabend. Vorigen Sonntag, den 17. d. M., veranstaltete der hiesige Männerturnverein abends im Stadthaussaale einen Turnerabend. Das Programm wurde in allen seinen Nummern wohlgelungen durchgeführt und vom zahlreich anwesenden Publikum mit vielem Beifall aufgenommen. ... Gleich den turnerischen Leistungen waren auch die musikalischen Beiträge ... Zum Schlusse fand eine sehr animierte Tanzunterhaltung statt.“ (24. Dez.)
„Weihnachten. Wenn in der heiligen Nacht die Glocken erklingen, läuten sie den Frieden ein. Wie zur Winterzeit draußen in der Natur der Frieden herrscht, also auch drinnen in dem Menschenherzen. Unser Inneres soll ein Abbild unserer Außenwelt sein. Denn wir gehören nicht allein uns selber an, sondern der Gemeinschaft, zu der wir uns zählen. Das unsichtbare Band aber, das uns umschlingt, es ist die Liebe. In ihr tritt uns die höchste Tugend des Menschengeschlechts entgegen. Keiner aber hat sie in vollkommenerem Maße besessen als Jesus Christus, der Weltheiland. Ihm zu Ehren feiert die Christenheit das Weihnachtsfest. ...“ (24. Dez.)


Redakteur dieser Rubrik:
Horst Breihofer (Nürnberg)


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