Direktor der Bergschule i. R.
Hermann Baier wurde 75

Hermann Baier
Als Persönlichkeit, die sich jahrzehntelang um die Belange von Schäßburg
und seiner Menschen und darüber hinaus im weiteren Umkreis eingesetzt
hat, wird Hermann Baier allgemein geschätzt und geehrt. 1997 wurde
ihm als einem Schäßburger „Urgestein“ die Ehrenbürgerschaft
der Stadt verliehen.
Hermann Andreas Baier wurde am 7. Mai 1930 in Dunnesdorf bei Schäßburg
geboren, wo er auch die Volksschule besuchte. Seine Eltern waren Bauern
mit einer mittelgroßen Wirtschaft, die es ermöglichte, dass
eines der fünf Kinder studieren konnte. Diese knappen materiellen
Möglichkeiten wurden noch bedeutend eingeschränkt, nachdem die
Familie nach politischen Veränderungen vom 23. August 1944 enteignet
wurde und der Vater bei einem Eisenbahnunfall ums Leben kam. Ab 1940 lebte
H.Baier in Schäßburg, vorerst als Internatsschüler des
Bischof-Teutsch-Gymnasiums, dann nach Auflösung durch die Schulreform
1948 dieser Anstalt als Schüler der neu gegründeten Pädagogischen
Schule der Stadt. 1949-1950 war er als Lehrer an der Übungsschule
tätig und konnte dort wertvolle praktische Erfahrungen sammeln. Es
folgte ein dreijähriges Mathematikstudium in Temeschwar. Sein nachfolgender
Werdegang ist bei seiner äußersten Vielseitigkeit nur schwer
kurz zu schildern und wäre vielleicht am besten tabellarisch darzustellen.
Hier bloß eine flüchtige, auch nicht genau chronolgische Übersicht:
Mathematiklehrer an verschiedenen Tages- und Abendschulen, Schuldirektor,
Kreisschulinspektor, Leiter der Unterrichtsabteilung des Schäßburger
Kreisvolksrats, Abgeordneter im Stadt-, später auch im Kreisvolksrat
und Mitglied im Exekutivkomitee, Vorsitzender des Kreisrats der Werktätigen
Deutscher Nationalität, Direktor an der Bergschule (1978 –
1987 und 1990 – 1997), mit 18 Dienstjahren nach Daniel Höhr
(27 Jahre) und Johann Wolff (22 Jahre) einer der langzeitdienenden Direktoren
dieser ehrwürdigen Schule.
Auch nach seiner Pensionierung war H. Baier bis 1997 Direktor des „Josef-Haltrich-Lyzeums“
und unterrichtete auch weiter Mathematik. Außer der breit gefächerten
beruflichen und politischen Arbeit, die wir hier nur lückenhaft geschildert
haben, entfaltete Baier auch eine reiche Kulturtätigkeit: im Symphonieorchester
des Kulturhauses, als langjähriger Leiter des Kammerchors, Nachbarvater
und Kurator des Schäßburger Kirchenbezirks und Presbyter der
Evangelischen Kirchengemeinde.
Hermann Baier schreibt in seiner biografischen Skizze, er habe den Eindruck,
er sei bei all diesen Tätigkeiten auf der Sonnenseite des Lebens
gestanden. Seit 1954 mit Wiltrud Wagner, Kindergärtnerin, verheiratet,
führt er mit ihr und den drei Töchtern und Enkeln ein harmonisches
Familienleben. Baier sagt, er habe nie das Bedürfnis gespürt
auszuwandern und immer das Bewusstsein gehabt, in Schäßburg
gebraucht zu werden – was ja durchaus richtig ist.
Herausgeber, Mitarbeiter und Leser der „Schäßburger Nachrichten“
wünschen dem 75-Jährigen auch für die kommenden Jahre Gesundheit
und Kraft für die Arbeit im Dienst der Gemeinschaft.
Walter Roth (Dortmund)

Letztes Update:
2006-04-21
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