Die Breite ist nicht vergessen worden
Für die Schässburger Gemeinschaft galt die Breite immer als
ein besonderer Anziehungspunkt. Ihrem hohen naturlandschaftlichen und
kulturellen Wert für die Schässburger verdankt sie auch die
besondere Aufmerksamkeit, die ihr zu teil wurde, als sie bedroht war.
So geschah es zu kommunistischen Zeiten, als Dr. Eckhard Hügel, langjähriger
Lehrer an der Bergschule, der Stadtverwaltung die Breite betreffende Vorschläge
machte. Das Interesse für die Breite setzte sich fort und besteht
unvermindert auch gegenwärtig. So richtete die Organisation „Sighisoara
Durabilã/Nachhaltiges Schässburg“ im Februar 2005 ein
Schreiben an das Bürgermeisteramt, in dem sie eine Partnerschaft
bezüglich Schutz und besserer Bekanntmachung der Breite beantragte.
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart bestehen viele Ähnlichkeiten.
Die Probleme sind in großen Zügen die gleichen geblieben. An
Lösungsvorschlägen fehlte und fehlt es nicht, ihre Umsetzung
ist jedoch mangelhaft. Was vorgeschlagen und was verwirklicht wurde verdient,
vorgestellt zu werden.
Als Naturwissenschaftler war Dr. Eckhard Hügel nicht nur ein Bewunderer
der Natur, sondern setzte sich mit konkreten Vorschlägen für
ihren Schutz ein. So versuchte er den lokalen Behörden ins Bewusstsein
zu rufen, dass einige Gebiete aus Schässburgs Umgebung geschützt
werden müssten. Nach eingehenden Untersuchungen unterbreitete er
1969 der Stadtverwaltung zwei Vorschläge, von denen einer die Breite,
ein weiterer aber einzelne, alte und interessante Bäume auf dem Stadtgebiet
Schässburgs betraf sowie kleine Flächen von Narzissenwiesen
zwischen Arkeden und Meeburg sowie bei Denndorf.

Bestätugung Naturschutzgebiet Breite
Faltblatt zur Wanderausstellung "Die Breite bei Schäßburg"
In Zusammenhang mit der Breite wies er auf die Notwendigkeit der Einrichtung
eines Schutzgebietes hin, wobei er den südlichen Teil der Hochfläche,
den sogenannten „Großen Garten“ dafür in Betracht
zog. In diesem Bereich hieß es, sei die Struktur des aufgelockerten
Waldes mit den jahrhundertealten Eichen, Gebüschen und Birken sowie
Sumpfgelände am besten erhalten geblieben. Auch wies er auf das Vorkommen
einiger seltener, bedrohter Arten hin, zu denen beispielsweise der Lungenenzian
(Gentiana pneumonanthe) gehört.
Die Forderung der Unterschutzstellung begründete er mit der Einmaligkeit
in Rumänien einer derartigen Landschaft mit jahrhundertealten Eichen.
Eine konkrete Bedrohung der alten Eichen sah er durch die Weidenutzung
und das in Brand stecken der alten Bäume durch die Hirten. Zur Verwirklichung
eines Schutzgebietes schlug er vor :
1) alle alten Eichen der Breite zu Naturdenkmälern zu erklären,
2) einen Teil des Plateaus der Breite als Naturschutzgebiet auszuweisen
und
3) wirksame Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Von den drei Vorschlägen wurde lediglich der zweite umgesetzt. Bis
es jedoch soweit war – denn endlich ist die Breite ein anerkanntes
Naturschutzgebiet - hatten sich im Laufe der Jahre noch einige Veränderungen
vollzogen. So wurde durch Anlegen eines Drainagegrabens das Moor entwässert.
Das Ökosystem veränderte sich und auch die Birkenbüsche
verschwanden.
Für die Zukunft hat sich der Verein „Sighisoara Durabila“
vorgenommen, mit der Stadtverwaltung eine Vereinbarung für einen
wirksamen Schutz der Breite und eine gute Abwicklung von Tätigkeiten
in diesem Gebiet abzuschließen. Zu dem Vorhaben gehört das
Aufstellen einer Infotafel zum Thema Breite, die Ausweitung des Schutzgebietes
entsprechend den Angaben der Lokalen Agenda 21, die Einbindung der Breite
in Wanderpfade der Schässburger Umgebung sowie Bewusstseinsbildung
für das Schässburger Naturerbe.
Vasile Muntean (Schäßburg)
(Übersetzt, bearbeitet und ergänzt von Erika Schneider-Rastatt)

Letztes Update:
2006-04-14
- Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de
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