Das deutsche Forum Schäßburg bittet um Spenden
Finanzielle Schwierigkeiten

Forumssitz heute, Grete Salati (Buchhaltung), Viorel Rusu (Geschäftsführer)
- Foto: K. Scheerer
Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien steht vor einer
großen Herausforderung. Die großen Erfolge bei den letzten
Kommunalwahlen sind sehr erfreulich und ein Beleg für das hohe Ansehen,
das die deutsche Gemeinschaft bei der Mehrheitsbevölkerung immer
noch genießt, und wir sind sehr stolz darauf. Wir dürfen aber
nicht verkennen, dass unsere Gemeinschaft kleiner und älter wird
und es größter Anstrengungen bedarf, um diesen Stand zu halten.
Wir freuen uns auch alle, dass Rumänien sehr bald Mitglied der Europäischen
Union sein wird, dürfen aber auch hierbei nicht verkennen, dass mit
der europäischen Integration die materiellen und finanziellen Hilfen
der Bundesrepublik Deutschland drastisch zurückgehen oder gar eingestellt
werden. Deshalb müssen alle Foren, insbesondere die Zentrumsforen,
rechtzeitig Vorsorge treffen, um sich möglichst selbst finanzieren
zu können. Die Hilfen des rumänischen Staates werden für
die vielfältigen Aufgaben und Ziele nicht reichen. Besonders betroffen
wird das Schäßburger Zentrumsforum sein. Während alle
vergleichbaren Foren des Landes rechtzeitig dafür gesorgt haben,
dass sie durch Ankauf und Ausbau größerer Immobilien reichlich
Zusatzeinnahmen haben, um ihre laufenden Kosten bestreiten zu können,
ist dies in Schäßburg versäumt worden. Der Forumssitz
ist gemietet und viel zu beengt, um allen Aufgaben, denen sich der Vorstand
gestellt hat, gerecht zu werden. Zwar ist es mit deutscher Hilfe gelungen,
den Sitz mit großer Kraftanstrengung zu modernisieren und mit dem
Nötigen auszustatten (die Renovierungsarbeiten werden Ende 2005 abgeschlossen
sein), aber die laufenden Kosten können nicht mehr aufgefangen werden,
da es an Zusatzeinnahmen mangelt.
Das Forum befindet sich in einer ausgesprochen dialektischen Situation.
Auf der einen Seite hat es in den letzten beiden Jahren enorme Erfolge
erzielt, nicht zuletzt bei den Kommunalwahlen, und ist in der Öffentlichkeit
wieder ein viel beachteter und respektierter Faktor geworden, was natürlich
großer Anstrengungen bedurfte, auf der anderen Seite ist es nicht
mehr in der Lage, seine laufenden Kosten zu bestreiten, da es ausschließlich
auf den Verwaltungskostenzuschuss des rumänischen Staates angewiesen
ist. Dieser Zustand ist nicht mehr haltbar. Erfreulicherweise sind diese
Umstände auch den übergeordneten Forumsgremien bewusst geworden,
und es ist in Aussicht gestellt worden, in naher Zukunft zumindest notdürftig
Abhilfe zu schaffen, solange es überhaupt noch möglich ist.
In der Zwischenzeit ist das Forum jedoch dringend auf Spenden angewiesen.
Anderenfalls müsste es seine Aktivitäten, die ein sehr hohes
Ansehen genießen, wieder zurückfahren oder gar einstellen.
Dies wäre gerade jetzt, wo das Forum seinen Platz in der Kommune
erkämpft hat und an vielen neuen Entscheidungsprozessen maßgeblich
beteiligt ist und mehrere eigene Initiativen entfaltet hat, sehr fatal.
Das Forum ist mit seinen Stadträten aus dem öffentlichen Entscheidungsprozess
nicht mehr wegdenkbar. Es steht eine neue Wasserversorgung, ein neuer
und solider Stadtentwicklungs- und Bebauungsplan, ein zukunftsweisendes
Tourismuskonzept und vieles mehr an. Das Forum ist bei allen diesen Diskussionen
mit im Zentrum, und die Geschäftsstelle und die Vorstandsmitglieder
müssen den Stadträten aktiv zuarbeiten. Auch die Neugründung
des SKV, der mittlerweile eine lebendige Organisation geworden ist, war
ebenfalls eine Initiative des Forums, wo auch seine Geschäftstelle
ist. Die Kosten, die durch die vielfältigen Aktivitäten notwendigerweise
anfallen, kann es aber mangels Einnahmen nicht bestreiten. Auch andere
Projekte (deutsche Ausgabe der Schäßburg-Monographie von G.
Baltag, deutsches Jugendlokalradio) können so nicht realisiert werden.
Kurz, es gibt viel zu tun, aber es fehlen die Mittel, um den Aufgaben
gerecht zu werden. Wir arbeiten alle ehrenamtlich zum Wohle unserer schönen
Stadt und im Interesse unserer sächsischen Gemeinschaft und würden
es sehr bedauern, wenn wir die bisher sehr erfolgreiche Arbeit einstellen
müssten, weil wir die Verwaltungskosten nicht aufbringen können.
Deshalb rufen wir alle Schäßburger auf, uns mit Spenden zu
helfen, unseren Aufgaben gerecht zu werden, bis es uns gelungen ist, auf
eigenen Beinen zu stehen. Wir werden alles dafür tun. Dr. Karl Scheerer
(Schäßburg)

Letztes Update:
2006-04-21
- Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de
/ http://www.schaessburg-net.de
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