Forscher und Lehrer
Prof. Dr. Walter H. Müller Emeritus der Medizinischen Hochschule
Hannover (MHH)

Prof. Dr. Walter Müller
Im Rahmen eines wissenschaftlichen Kolloquiums am 18. Februar 2005 an
„seinem“ Institut für Physiologische Chemie / Biochemie
wurde Walter Müller, Jahrgang 1940, feierlich in den Ruhestand versetzt.
Prof. Dr. Dieter Bitter-Sauermann, Präsident der MHH schilderte in
seiner Laudatio den Werdegang und würdigte die pädagogischen
und wissenschaftlichen Leistungen unseres Schäßburger Landsmanns
und HOG-Mitglieds. An die tausend Diplom- und Doktorarbeiten hat Professor
Dr. Walter Müller während seiner über 35-jährigen
Tätigkeit am Institut begutachtet, das neben seiner Forschungs- und
Lehrtätigkeit. Es waren „seine“ ehemaligen Doktoranden,
inzwischen Kollegen aus Münster, Paris, Irland und Gießen,
die mit wissenschaftlichen Vorträgen über ihre eigenen Ergebnisse
auf den Gebieten der Biochemie, Zellbiologie im Rahmen der Krebsforschung
berichteten. Die Feier im Audimax der MHH wurde von seinem Nachfolger,
dem amtierenden Institutsleiter Prof. Dr. Matthias Gaestel, organisiert.
Aus Schäßburg, Schaasergasse 1, und der Bergschule führte
ihn sein Lebensweg, nach einem 3-jährigen Umweg als Handball-Profi
zum Studium der Biologie an der Alexandru-Ion-Cuza-Universität Jassy,
Ru¬mänien. „Walle“ wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter
der Akademie der Wissenschaften Rumäniens, Zweigstelle Jassy. Ein
zweijähriges Forschungsstipendium für Molekulargenetik der Alexander-von-Humboldt-Stiftung
führte ihn 1969 an das Institut für Biochemie der Medizinischen
Hochschule Hannover.
Nach seiner Promotion 1973 im Fachbereich Chemie der Universität
Hannover und weiteren Forschungsaufenthalten in Würzburg und München
folgte 1986 die Habilitation. Seither ist Prof. Müller Mitglied des
Lehrkörpers der Medizinischen Hochschule Hannover. 1995 wurde er
Professor für Biochemie und von 1999–2003 kommissarischer Direktor
des Instituts für Physiologische Chemie an der MHH. Zusätzlich
hält er Vorlesungen in Anatomie, Physiologie, Biochemie, Zellbiologie
und Molekularbiologie an den Universitäten Hannover und Bielefeld.
Die wesentlichen Forschungen von Dr. Müller betreffen den Wirkungsmechanismus
von Vitamin A und Derivaten (Retinoide) auf Säugetierzellen in Kultur.
Diesem Thema sind auch die vielen unter seiner Anleitung angefertigten
Diplom- und Doktorarbeiten gewidmet. Zahlreiche Veröffentlichungen
auf seinen Spezialgebieten im In- und Ausland erweiterten den Bekanntheitsgrad
von Walter Müller. Beispielhaft seien zwei Veröffentlichungen
mit besonderem Interesse für die Krebsforschung genannt: „Retinsäure
induziert die Genexpression der alkalischen Phosphatase in Teratokarzinomazellen“
(1991) und „Funktionelle Interferenz von Retinsäure und dem
Onkoprotein“ (1997).
Der Ruhestand entwickelte sich von Anfang an zum sprichwörtlichen
„Un-Ruhestand“, ist er doch weiterhin oft in seinem Institut
anzutreffen, es sei denn, er hält gerade eine Vorlesung an der Uni
Hannover, in Bielefeld oder an der MHH-Krankenpflegeschule.
Walter Müller ist mit einer Musikerin verheiratet und Vater von drei
erwachsenen Töchtern.
Hermann Theil (Weinsberg)

Letztes Update:
2006-04-21
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