HOG-Schäßburg / Siebenbürgen

Nachgelesen in den Wochenblättern

"Jurnalul Sighisoara Reporter" und "Punctul de Sighisoara"

Was ist los in Schäßburg, was stand wann in der Zeitung?

Jurnal Sighisoara Reporter Mai – November 2005


Mai
– Der legendäre „Orient-Express“ hielt am 27.04.2005 in Schäßburg an, diesmal um englische Touristen aus Budapest nach Schäßburg zu bringen. Diese hatten die Burg besucht und sind nach einem kurzen Aufenthalt nach Istanbul weitergefahren.
– Die Firma Boss SRL ersteigert von der Stadt die Vermietung der Parkplätze in der Innenstadt und auf der Burg im Wettbewerb mit einem einzigen Konkurrenten aus Neumarkt. Der Vertrag läuft über 5 Jahre und umfasst insgesamt 300 Parkplätze im Bereich der Stadt.
Juni
– Ab Anfang Juni müssen Autofahrer, um mit ihrem PKW auf die Burg zu fahren,100.000,00 Lei zahlen. Für Vielfahrer besteht die Möglichkeit, ein Monatsabonnement zu einem Preis von 500.000,00 Lei zu erwerben. Auch die Parkgebühren in der Stadt werden drastisch erhöht. Dies resultiert aus der Übernahme der Parkplätze durch die vorher genannte Firma.
Juli
– Rumänien wurde durch schwere Überschwemmungen heimgesucht. Dank des Dammes in Zetea ist Schäßburg von einer Katastrophe verschont geblieben.
September
– Die Physiotherapeutische Abteilung des Kreiskrankenhauses wird bis auf weiteres geschlossen. Der Grund liegt darin, dass der zuständige Arzt in den Ruhestand getreten ist und noch kein Nachfolger in Sicht ist.
– Eine Oldtimer-Schau fand am 22.09.05 statt. Es konnten Fahrzeuge von Alfa Romeo, Bentley, Bugatti, Mercedes etc. aus den Jahren 1920 – 28 bestaunt werden. Die Besitzer stammten aus Ländern wie Großbritannien, Deutschland, Österreich und Italien. Die Autos kamen aus Österreich angereist und durchquerten Polen, die Ukraine sowie Rumänien.
Oktober
– Die Stadt beabsichtigt, bei der Europäischen Bank eine Hilfe in Höhe von 1,1 Mio. E für Investitionen in der Infrastruktur zu beantragen. Die Gelder dienen der Finanzierung von Kanalisations- und Wasserleitungsarbeiten auf der Burg. Diese Mittel sollen jedoch nur 50 % des Finanzbedarfs decken, der Rest soll aus Steuermitteln und aus dem PHARE-Programm stammen.
November
¬– Am 27.10.05 wurde der Grundstein für den Bau einer neuen orthodoxen Kirche im Stadtteil Baragan gesetzt. Nebst kirchlichen Würdenträgern nahm an der Feier auch der Bürgermeister Ioan Dorin Danes¸an teil.

 

Punctul de Sighiasoara Mai – November 2005


Neben der bekannten Zeitung „Jurnal Sighis¸oara Reporter“ wurde auch eine weitere Zeitung, die in Neumarkt mit Beilage „Schäßburg“ erscheint, hinzugezogen. Es handelt sich dabei um „Punctul de Sighis¸oara“. Einer der aktivsten Redakteure dieses Blattes ist der uns seit vielen Jahren bekannte Schäßburger Vasile Muntean.
Mai
– Der bekannte deutsche Lebensmittelhersteller Hochland produziert in Schäßburg Schmelzkäse und deckt bereits 70% des inländischen Bedarfs ab. Es werden 138 Mitarbeiter beschäftigt. 157 Lieferanten garantieren die erforderliche Milchmenge von insgesamt 5.600 landwirtschaftlichen Betrieben.
Juli
– Es wird über den Besuch des Dinkelsbühler Bürgermeisters Dr. Christoph Hammer in Schäßburg berichtet. Ziel des Besuchs war die Stadt und ihre Menschen kennen zu lernen und den Abschluss einer Städtepartnerschaft voranzubringen.
– Otto Lurtz wird nach 35 Jahren die Ehrenbürgerschaft der Stadt verliehen. Er hat bei den schweren Überschwemmungen in den Jahren 1970 und 1975 mit seinem Boot über 50 Menschen das Leben gerettet.
– Die Prostitution nimmt in Schäßburg immer größere Ausmaße an. Etwa 80 Frauen sollen dem ältesten Gewerbe der Welt nachgehen, davon sind 60 Betreibende registriert. Schäßburg soll als Transitregion und als touristische Attraktion dafür prädestiniert sein.
August
– Besser situierte Schäßburger bevorzugen Urlaubsreisen ins Ausland. Am beliebtesten sind Länder wie Griechenland, Türkei, Italien, Spanien und Bulgarien. Die Schwarzmeerküste fällt immer mehr in der Gunst der Einheimischen, da diese zu teuer ist.
– In Schäßburg befindet sich die modernste Ziegelfabrik Rumäniens. Am 05.08.2005 wurde eine neue Produktionsstraße eingeweiht. Von der alten Fabrik ist nichts Nennenswertes mehr übrig geblieben. Es wird mit modernster Technik gearbeitet. Die Firma deckt ca. 7 – 8 % des Landesbedarfes ab. Sie heißt SICERAM S.A. und beschäftigt insgesamt 500 Mitarbeiter.
– Die evangelische Kirche hat noch beträchtliche Immobilien und Grundstücke zu bekommen, nachdem im Juli das Gesetz „restitio in integru“ verabschiedet worden ist, welches die Möglichkeit der vollständigen Rückgabe der Eigentümer gewährleistet. Es handelt sich um die vom kommunistischen Regime im Jahre 1948 nationalisierten Vermögenswerte. Bisher wurden nur wenige Besitztümer zurückgegeben, so dass noch weitere Objekte folgen sollen.
– Dazu gehören das Gymnasium „Josef Haltrich“, das Internat „Alberthaus“, die Knabenschule, die Schwimmschule mit Eisplatz und Dampfbad, die alte Post, der Kindergarten am Hämchen und das „Vlad-Dracula“-Haus. Darüber hinaus geht es um Ländereien, auf denen sich neue Immobilien befinden, dem Siechhofberg mit 51 ha, auf dem die Villa Franka errichtet wurde, weitere 30 ha in der Weißkircher Aue. Auch die Katholische, Orthodoxe sowie die Unitarische Kirche haben bereits Besitztümer zurückerhalten
September
– Am 06.09.2005 musste die Uhr des Stundturms wegen eines geringen Defektes im Mechanismus des Stundenzeigers angehalten werden. Um weiteren Schaden abzuwenden, hat die Leitung des Museums diese Entscheidung getroffen. Es wird mit einem Ausfall von einer Woche gerechnet. Zuletzt wurde die Uhr im Jahre 2001 wegen größerer Wartungsarbeiten eine Woche lang angehalten.
– Es wird über die Schottin Dorothy Tarrant, die zur Schäßburgerin wurde, berichtet. Sie lebt seit 1993 in Rumänien, anfangs hielt sie sich in Bukarest auf und betreute amerikanische Studenten und ist seit 1995 in Schäßburg. Sie gründete nach der Revolution das 1. Internetcafe der Stadt, bot PC-Unterricht an und kümmert sich unter anderem auch um alte und bedürftige Menschen. Sie hat die erste ökologische Organisation der Stadt gegründet (Fundat¸ia Târnava Mare), das erste Gemeinschaftsprogramm gegen die häusliche Gewalt sowie den ersten Reiseleiterservice auf der Burg. Sie liebt die Stadt, besonders die Burg, in der sie auch wohnt. Frau Tarrant bedauert, dass viele Jugendliche die Stadt und das Land in Richtung Ausland verlassen. Daher versucht sie mithilfe ihrer Stiftung „Veritas“ Programme zu entwickeln, um die Jugendlichen in Aktivitäten mit Zukunftsperspektiven einzubinden.
Oktober
– Seit Anfang Oktober ist der Verkauf von lebendem Geflügel wegen der grassierenden Vogelgrippe strengstens verboten. Lediglich zertifiziertes Fleisch darf im Handel angeboten werden.
– Die Staatsanwaltschaft besitzt bis heute keinerlei Rechner (PCs). Selbst der Vorsitzende Richter Virgil Aldea ist gezwungen, seinen eigenen Rechner zu benutzen.
November
– Ein Artikel ist Frau Adriana Antihi, die seit 10 Jahren das im Stundturm beherbergte Geschichtsmuseum der Stadt leitet, gewidmet. Frau Antihi hat Ausstellungen und Symposien organisiert und fungiert auch als Reiseführerin. In Jahre 2004 haben insgesamt 150.000 Menschen das Museum besucht und Einnahmen von 2 Mrd. Lei wurden registriert. Mit den Einnahmen sind Restaurationsarbeiten an dem Stundturm finanziert, Rechner (PCs) erworben, ein Clavichord aus dem 19 Jh. ist restauriert worden und vieles andere mehr.
Arpad Bako(Lohmar)



 

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