Forstmann im Dienst seiner Vaterstadt
Konrad Siegmund wurde am 21. September 1891 als jüngstes von sechs
Kindern des Lederhändlers Johann Siegmund und seiner Frau Josefine
geb. Haner, in Schäßburg geboren.

Konrad Sigmund
Sein Lebensweg begann wie bei vielen Jugendlichen in Siebenbürgen
mit einer unbeschwerten Kindheit, dann Volksschule und als Abschluss das
Bischof Teutsch Gymnasium. Anschließend studierte er an der Forstakademie
in Schemnitz die er als Forstingenieur 1913 abschloss.
Während des 1. Weltkrieges war er als Forstadjunkt im Jagdrevier
des Erzherzogs in Karapancsa und in Mohàcs tätig. Nach dem
Krieg kam er nach Schäßburg und wurde städtischer Forstrat,
ein Amt das er fast 30 Jahre lang bis 1946 ausübte.
Grundlos entlassen „epurat“, war er anschließend bei
Vermessungsarbeiten der enteigneten Waldungen beschäftigt und zum
Schluß in der Holzindustrie.
1925 heiratete er die Seminarlehrerin Josefine Welther. Die beiden Töchter
leben heute mit Ihren Familien in Deutschland.
Konrad Siegmund starb in Folge eines schweren Leidens 1963 in Schäßburg.
Einen Teil seiner Freizeit widmete er dendrologischen Studien in der Umgebung,
gemeinsam mit Prof. Cernescu vom Bukarester Dendrologischen Institut.
Er sammelte und bestimmte Flechten und Moose in den Wäldern rund
um Schäßburg. Im städtischen Archiv des Schusterturmes
verbrachte er viele Zeit mit dem Suchen und Zusammenstellen seines Werkes
„Die Geschichte des Schäßburger Stadtwaldes“.
Als er nach dem Krieg durch Verleumdung und Willkür lokaler Elemente
frist- und unterhaltlos seine Stellung verlor, fand er Zeit, die Erkenntnisse
der langwierigen, wichtigen und interessanten Arbeit im Archiv niederzuschreiben.
Dieses sein „Lebenswerk“, wie er gerne sagte, befindet sich
heute in der Siebenbürgischen Bibliothek in Gundelsheim.
Möge es auch für zukünftige Förstergenerationen ein
Wegweiser sein.
Gretelotte Scheipner und Martha Löw (Ludwigsburg)

Letztes Update:
2006-08-26
- Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de
/ http://www.schaessburg-net.de
© 2000 by kdg
|