Gedenken an Diplomingenieur Erwin Teutsch

Erwin Teutsch
Am 17. Februar 2006 ist Diplomingenieur Erwin Teutsch 86-jährig
in Volksdorf bei Hamburg feierlich bestattet worden. Aus der Trauer -
und Trostrede von Pastor Claus-Friedrich Dierking über das Psalmwort
„Befiehl dem Herren deine Wege und hoffe auf ihn, er wird´s
wohl machen“ ein paar Worte über das Leben dieses musischen
Technikers.
„...Er lebte ein Leben, das ganz stark geprägt war durch seine
siebenbürgische Heimatstadt Schäßburg, wo er am 7.September
1920 das Licht dieser Welt erblickte und wo er zusammen mit der Schwester
Martha und dem Bruder Wilhelm herangewachsen ist. Sein Vater war Professor,
nach guter Sitte der österreichischen Monarchie, und als Gymnasiallehrer
ein sehr gestrenger Mann, der sich auch nicht scheute, Bildung wahrhaftig
einzubläuen. Diese autoritäre Erziehung hat sich wohl tief in
die Nervenbahnen des Knaben eingeschrieben und ihn ins Mark getroffen.
Auch seine Heimat, seine Herkunft hat ihn bis in die Tiefe seiner Seele
bestimmt und mit ihr war er zeitlebens innerlich verbunden. So war er
immer wieder bemüht in der alten Heimat mit Hilfssendungen den Daheimgebliebenen
zu helfen“.
Nach dem Besuch der Volksschule und des „Bischof - Teutsch - Gymnasiums“
seiner Vaterstadt machte der technisch Interessierte ein Praktikum in
der Westischen Eisengießerei. Wegen eines Herzfehlers vom Kriegsdienst
verschont reiste er 1940 nach Berlin, wo er an der Technischen Hochschule
in Charlottenburg (bis1945 ) studierte. 1946 schloss er sein Technik-Studium
an der Technischen Hochschule Hannover als Diplom-Ingenieur ab. Als Bauschlosser,
technischer Sachbearbeiter, Abteilungsleiter und Direktor in verschiedenen
großen Betrieben ( z.B. Dyckerhoff& Widmann, Deutsche Shell
AG, Olefin-Werke, schließlich Shell-Raffinerien ) kam er in der
Zeit des „Wirtschaftswunders“ viel in Deutschland und in anderen
europäischen Ländern herum. Die Familie - seit 1947 ist er mit
der Schäßburger Jugendfreundin Anneliese Höchsmann verheiratet
und hat mit ihr im Laufe der Jahre drei Kinder - musste die vielen Umzüge
mitmachen.
Trotz der anstrengenden und verantwortungsvollen Arbeit hat Erwin Teutsch
gerne mit der Familie und Freunden zusammen gefeiert, hat, musikalisch
begabt und gebildet ( er spielte Gitarre, Flöte, Klarinette), Musik
gemacht und Freude daran gehabt. Zum 60-jährigen Matura-Jubiläum
ist er mit seinen Enkeln „ an die Stätten seiner Kindheit und
Jugend gefahren.“ Nach dem Tod seiner Ehefrau (1995 ) fand er in
der Witwe Marianne Schiffbäumer eine liebe Freundin, auch sie Siebenbürgerin,
mit der er „noch schöne Zeiten verlebte, die ihm auch treu
zur Seite stand, als sein Gesundheitszustand sich mehr und mehr verschlechterte.“
Umringt von der Familie ( drei Kinder, vier Enkel und eine Urenkelin )
ist er im Februar diese Jahres gestorben.
Bei der Trauerfeier sagte Pastor Dierking u.a. zur Trauergemeinde: „Ihr
Vater und Partner war ein musikalischer, ein musischer Mensch. Und so
hat es einen tieferen Sinn, wenn wir gemeinsam dem Tod entgegen Lieder
des Glaubens singen, und wenn die kleine Instrumentalgruppe (Orgel, Violine
und Cello ) Werke des begnadeten Johann Sebastian Bach spielt. In dieser
geistlichen Musik fand er Ruhe und Entspannung von der Unruhe des Lebens.
Yehudi Menuhin hat über diesen Komponisten einmal gesagt, dass seine
Musik das ausdrücke, was wir Menschen wirklich innerlich seien, was
jeder von uns in sich trage: das Unendliche, das Geheimnis.“
Wir trauern um einen guten Freund und Landsmann.
Hans Orendi (Mülheim)

Letztes Update:
2006-08-26
- Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de
/ http://www.schaessburg-net.de
© 2000 by kdg
|